Fulda (pm/jah) – Geschichte erscheint im Rückblick oftmals stringent und folgerichtig. Tatsächlich aber ist historische Entwicklung niemals vorherbestimmt, sondern offen und beständig im Fluss. Dies gilt insbesondere für die dramatischen 329 Tage zwischen dem Fall der Mauer am 9. November 1989 und dem Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 1990. Die Tagebücher von Horst Teltschik, als langjähriger Leiter der außenpolitischen Abteilung im Kanzleramt Akteur und Chronist dieser historisch hoch verdichteten Tage, sind ein Glücksfall für die Forschung. Um auf diese entscheidende Zeit deutscher Geschichte zurückzublicken, hatte die Katholische Akademie in der vergangenen Woche ins Fuldaer Bonifatiushaus geladen.