Hönebach geht mit der perfekten Bilanz von zehn Siegen aus zehn Spielen in das Duell und hat dabei beeindruckende Zahlen vorzuweisen: 51 erzielte Tore stehen gerade einmal zwei Gegentreffern gegenüber. Großentaft folgt mit neun Siegen aus elf Spielen und 27 Punkten auf Rang zwei. Ebenfalls 27 Zähler hat der ESV Weiterode gesammelt, der am Sonntag bei der SG Eiterfeld/Leimbach II gastiert. Dahinter lauern die SG Eiterfeld/Leimbach II mit 22 und die SG Neuenstein mit 20 Punkten.
„Wir freuen uns jetzt drauf. Für den Verein ist das eine schöne Sache, dass wir jetzt wieder ein Spitzenspiel haben“, sagt Großentafts Trainer Patrick Lesser. Ein wenig Sorgen bereitet ihm allerdings das Wetter – auch mit Blick auf die Zuschauer. Sportlich ist die Vorfreude auf den Vergleich mit dem Tabellenführer dagegen groß.
Lesser hat großen Respekt vor dem bisherigen Lauf des ESV. „Hönebach ist absolut beeindruckend. Das muss man einfach respektieren. Eine hungrige Truppe.“ Den Unterschied sieht Lesser derzeit vor allem darin, dass Hönebach seine Leistung über die komplette Spielzeit auf den Platz bringt: „Ich glaube, der Unterschied ist, dass Hönebach aktuell diese Leistung 90 Minuten durchziehen kann und bei uns vielleicht zwischendurch etwas der Hunger fehlt.“
Dass Hönebach bislang keinen einzigen Punkt abgegeben hat, ist für Lesser dabei kein Zufall. „Hut ab, dass sie so eine Runde spielen und die Gegner abschießen.“ Großentaft selbst hat bereits zwei Niederlagen auf dem Konto – und die aus Sicht des Trainers besonders bitter zustande gekommen: „Wir haben dann da zwei Niederlagen stehen, die wir hinten raus in Überzahl verloren haben.“ Hönebach dagegen bringe seine Partien bis zum Ende durch.
Trotz der starken Bilanz des Gegners will sich Großentaft nicht verstecken. „Wird ein schönes Spiel und am Ende haben wir nicht zu verlieren“, sagt Lesser. Taktisch könne man sich einiges überlegen, ob die Ideen dann auch greifen, werde sich am Freitag zeigen. „Kommt ja auch immer auf die Tagesform an. Wir haben Bock, dieses Spiel zu gewinnen.“
Auf Hönebachs Seite ist die Stimmung angesichts des bisherigen Saisonverlaufs ohnehin bestens. „Im Moment ist es so, dass das, was wir uns vorgenommen haben, fast alles übertroffen hat“, sagt Trainer Olaf Gabriel. Dabei gehe es längst nicht nur um die zehn Siege, sondern auch um die Art und Weise, wie diese zustande gekommen seien. „Nicht nur die zehn Siege, sondern die Art und Weise. Nur zwei Gegentore kassiert, 51 geschossen. Passt alles zusammen aktuell. Auch wie wir gearbeitet haben.“
Gabriel freut sich besonders auf die Atmosphäre. „Für solche Spiele ist man Fußballer geworden. Egal in welcher Liga. So ein fantastisches Auswärtsspiel. Flutlicht.“ Die starke Torausbeute erklärt der Hönebach-Coach mit der Spielweise seiner Mannschaft: „Die Torausbeute mit 51 ist, weil unser System so ausgerichtet ist, dass alle Tore schießen können und wir nicht auf einzelne angewiesen sind für Tore.“ Zudem sei das Team schnell in seinen Spielrhythmus gekommen.
Die Ausgangslage vor dem direkten Duell sieht Gabriel ebenfalls klar: „Großentaft hat in gewisser Weise Zugzwang und wir kommen mit einem Selbstbewusstsein und wollen in Großentaft was holen.“ Personell kann der Spitzenreiter aus dem Vollen schöpfen. „Wir haben im Moment keine Verletzten. Alle dabei. Die volle Kapelle.“
Und auch nach dem Spitzenspiel ist für beide Mannschaften keine Pause vorgesehen. Großentaft muss am Sonntag um 15.30 Uhr bei der SG Neuenstein ran, Hönebach empfängt bereits um 15 Uhr den SV Steinbach II. Für Lesser bedeutet das vor allem, die Spannung über das gesamte Wochenende hochzuhalten. „Sonntag spielst du in Neuenstein, da musst du auch die Spannung halten. Einfach unser Spiel machen, auf uns konzentrieren und dann wird es ein hoffentlich gutes Spiel.“ Gegen Hönebach sieht er seine Mannschaft ohnehin in der Underdog-Rolle.
Während Großentaft und Hönebach also am Freitag direkt aufeinandertreffen, kann Weiterode am Sonntag bei Eiterfeld/Leimbach II ebenfalls in den Kampf um die Spitzenplätze eingreifen. Die SG Neuenstein könnte mit einem Heimsieg gegen Großentaft ebenfalls weiter nach oben rücken. Für zusätzliche Spannung ist damit gesorgt – und der Ausgang des Flutlichtduells könnte die Tabelle an der Spitze noch enger machen.
Kreisoberliga Mitte
Auch in der Kreisoberliga Mitte steht am Sonntag ein interessantes Duell an. Um 15 Uhr empfängt der SV Müs den SV Großenlüder. Die Gastgeber rangieren aktuell auf dem dritten Tabellenplatz und wollen ihre gute Position in der Spitzengruppe behaupten.
Großenlüder reist dagegen mit Rückenwind nach Müs. Zuletzt setzte sich die Mannschaft deutlich mit 4:1 gegen die SG Praforst durch und will diesen Schwung mitnehmen. Für Romeo Andrijasevic ist die Partie zudem eine besondere: Der neue Trainer des SV Großenlüder kennt den SV Müs aus eigener Vergangenheit und kehrt damit an eine alte Wirkungsstätte zurück.
Kreisoberliga Süd
Ein echtes Spitzenspiel steht am Samstag in der Kreisoberliga Süd auf dem Programm. Um 16 Uhr empfängt die FSG Vogelsberg die Spvgg. Hosenfeld. Die Gastgeber liegen nach zwölf Spielen mit 28 Punkten auf Rang zwei, Hosenfeld folgt mit 26 Zählern direkt dahinter auf Platz drei.
Beide Teams spielen bislang eine starke Runde. Vogelsberg kommt auf neun Siege, ein Unentschieden und zwei Niederlagen, Hosenfeld steht bei acht Siegen, zwei Remis und ebenfalls zwei Niederlagen. Auch die Torverhältnisse sprechen für die Qualität der beiden Mannschaften: Vogelsberg erzielte 41 Tore bei 14 Gegentreffern, Hosenfeld kommt auf 35:10. Viel enger könnte das Duell in der Spitzengruppe damit kaum sein.
