„Die Mannschaft kommt aus einer geschlossenen Defensive heraus“, stellt Spielertrainer Müller nach zwölf absolvierten Partien und erst zehn Gegentoren seiner Hosenfelder fest: „Es ist eine junge Truppe, aber ein eingeschworener Haufen. Die Jungs kennen sich schon länger, und ein paar Ältere stabilisieren das Ganze“. So kommt auch Müller nicht umhin, auf die Torjägerliste der KOL Süd zu schauen, die Neuzugang Angel Natsev mit bereits 14 Treffern anführt. „Natürlich tut er uns sehr gut, seine Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor. Aber er wird auch immer sehr gut vom Team eingesetzt, und macht ja nicht alles alleine“. Dahinter steht übrigens auch Noah Münker mit schon neun Saison-Buden weit oben.
Zuletzt gab sich die Spvgg. beim 4:0 gegen Schmalnau/Hettenhausen/Gersfeld sehr „fokussiert“, wie Müller lobt: „Wir waren physisch voll auf dem Platz und es ist viel zusammengelaufen. Das war eines unserer besseren Spiele“. Doch mit den Heimspielen war es das nun erstmal: Viermal tritt Hosenfeld nun hintereinander in der Fremde an, reist am kommenden Samstag erst zur FSG Vogelsberg und danach gleich weiter zur SG Kerzell. Die Duelle gegen beide Spitzenteams könnten der Spvgg. aufzeigen, wie klein – oder groß – die Lücke ist. „Wir haben nicht diese Ambitionen, Erster oder Zweiter werden zu müssen“, macht Müller aber deutlich: „Kerzell wollte letztes Jahr schon ganz oben mitspielen, hat sich nochmal verstärkt, mit Avanesian einen Ausnahmespieler und insgesamt eine abgewichste Mannschaft. Sie sind nicht umsonst Erster. Und Vogelsberg hat losgelegt wie die Feuerwehr nach dem Abstieg, hat eine wahnsinnige Qualität“. Nichtsdestotrotz wird auch in Hosenfeld Fußball gespielt, „um sich mit den Besten zu messen. Das ist eine schöne Sache, weil wir jetzt auch tabellarisch nah dran sind. Aber am Ende sind es auch nur zwei Spiele von vielen“.
Der Hosenfelder Trainer weiß, wie schnell es gehen kann, schließlich fand sich sein Team in der Vorsaison auch lange in der oberen Hälfte wieder, ehe es am Saisonende gegen den Abstieg ging. „Wir hatten viele Verletzte, deshalb wollen wir uns jetzt auch in erster Linie ein Polster nach unten schaffen“, so Müller. Mittelfeldspieler Noah Firle fehlt nach seinem Kreuzbandriss aus dem März weiterhin, dazu sind nun in den Ferien ein paar Akteure im Urlaub, gibt der Trainer an. Ein dünner Kader machte der Spvgg. auch schon bei der SG Lauter zu schaffen, wo es vor wenigen Wochen ein 1:2 in letzter Minute gab. Danach holte Hosenfeld ein 3:0 in Schweben und ein 4:0 gegen Schmalnau und will nun die beiden anstehenden Spitzenspiele ausgeglichen gestalten.
