Lokales FD 29.09.2026

Nach 15 Jahren: Kino35 muss aus der Ohmstraße raus

Fulda (sim/pm) – Gerade erst wurde das 15-jährige Bestehen gefeiert, nun steht das Kino35 vor einer ungewissen Zukunft. Die Kultur- und Kinoinitiative Fulda hat die Kündigung für ihre Räumlichkeiten in der Ohmstraße 18–20 zum 31. Dezember 2026 erhalten. Einen Grund dafür habe der Verein nicht genannt bekommen. Jetzt bleiben nur wenige Monate, um eine neue Spielstätte zu finden – und möglichst dafür zu sorgen, dass der letzte Vorhang in der Ohmstraße nicht zugleich der letzte für das Kino35 ist.

Fotos: Silas Messing.

Am vergangenen Sonntag hatte das Kino35 noch gemeinsam mit zahlreichen Gästen auf 15 Jahre Kinogeschichte zurückgeblickt. Es wurde gefeiert, Erinnerungen wurden ausgetauscht und auf die vergangenen Jahre angestoßen. Nur einen Tag später folgte die Nachricht, mit der wohl niemand gerechnet hatte: Die bisherigen Räumlichkeiten müssen zum Jahresende verlassen werden.

„Wir haben im Rahmen des Vertraglichen die Kündigung ausgesprochen bekommen, aber keinen Grund genannt bekommen“, sagt Carolin Strobel, Vorstandsvorsitzende der Kultur- und Kinoinitiative Fulda, gegenüber der Osthessen-Zeitung. Die Nachricht habe den Verein entsprechend getroffen: „Wir sind schockiert.“

Viel Zeit zum Durchatmen bleibt allerdings nicht. Für das Kino35 beginnt nun die Suche nach einer neuen Heimat. „Aufgrund des knappen Zeitfensters möchten wir schauen, was möglich ist“, erklärt Strobel. Dabei zeigt sich der Verein bewusst kompromissbereit. Eine möglichst nahtlose Fortsetzung des Kinobetriebs sei das Ziel. Auch kleinere Räumlichkeiten als bisher oder zunächst eine Übergangslösung kämen deshalb infrage.

Der Vorstand hat bereits Kontakt zum Kulturamt der Stadt Fulda aufgenommen. Zudem wurde kurzfristig eine Krisensitzung einberufen, bei der mögliche Perspektiven für das Kino35 besprochen wurden. Konkrete Ergebnisse gibt es bislang allerdings noch nicht.

Deshalb richtet sich der Verein nun auch direkt an die Öffentlichkeit. Gesucht wird eine Räumlichkeit, die grundsätzlich für einen Kinobetrieb geeignet ist – möglichst als dauerhafte neue Heimat, notfalls aber auch als Zwischenlösung. „Wir sind höchstkompromissbereit“, betont Strobel. Entscheidend sei zunächst, überhaupt eine Perspektive zu finden und die Unterbrechung des Programms so kurz wie möglich zu halten.

Gleichzeitig möchte das Kino35 seine Türen weiter öffnen. „Alle sind herzlich aufgefordert, zu schauen“, sagt Strobel. Interessierte sollen sich selbst ein Bild davon machen können, was das Kino35 ausmacht und welche Bedeutung der Ort für die Kulturszene in Fulda inzwischen hat.

Denn seit 15 Jahren steht das Kino35 für ein handverlesenes Filmprogramm, erschwingliche Preise und eine besondere Atmosphäre. Getragen wird das Angebot vor allem vom ehrenamtlichen Engagement seiner Mitglieder und zahlreicher Unterstützer. Für den Verein ist das Kino deshalb längst mehr als ein Ort, an dem Filme über die Leinwand flimmern. Es ist Treffpunkt, Kulturort und Raum für Begegnung und Austausch.

„15 Jahre Kino35 sollen nicht am 31. Dezember enden“, lautet entsprechend die Botschaft der Initiative. Der Verein will seine Arbeit fortsetzen und auch künftig einen Ort für Film und Kultur in Fulda bieten. Jetzt geht es allerdings um eine ganz konkrete Frage: Wo kann das Kino35 künftig seine Filme zeigen? Wer geeignete Räumlichkeiten kennt oder den Verein bei der Suche unterstützen kann, ist aufgerufen, sich beim Kino35 zu melden. Die Suche läuft damit auf Hochtouren. Nach 15 Jahren soll für das Kino35 nicht der letzte Vorhang fallen. Nur wo künftig die Leinwand stehen wird, ist derzeit noch offen.