Sorgen machen sich die Einzelhändler am Niedertor um die Zukunft, denn es gibt noch keinen Nachfolger für den Nahversorger. Tegut hat noch bis Jahresende offen, Gespräche dazu laufen hinter verschlossenen Türen (wir berichteten).
Aber: Es bewegt sich dennoch etwas – und der Kiosk freut sich, „große Neuigkeiten“ verkünden zu können: „Wir kriegen die Post“, schrieb Simone Bräuer in dieser Woche bei Instagram. Die zentrale Postfiliale bleibt der Stadt damit erhalten, und mit dem Umzug in den Kiosk soll es künftig mehr Service, mehr Möglichkeiten – und alles an einem Ort – geben. Wie die Inhaberin erklärt, habe sie schon vor einer Weile die Gespräche mit der Post gesucht und nun den Zuschlag bekommen – ein Bekenntnis der Post zum Standort und für die Räumlichkeiten.
Das gesamte Team freue sich auf das neue Kapitel, doch erstmal ist ein Umbau notwendig: Am Samstag, 7. November, schließt der Kiosk schon um 12 Uhr. Am Montag, 9. November, ist zunächst auch noch geschlossen, schließlich soll für den neuen Service alles bestens vorbereitet und hergerichtet sein. Wie der Kiosk mitteilt, wird der Laden einmal komplett umgekrempelt – Regale werden umgeräumt, die Theke angepasst und der Bereich modernisiert. Womöglich könne schon montagnachmittags, spätestens dann aber dienstags wieder geöffnet werden.
Die Post nimmt ihren Betrieb dann ab dem 24. November im Kiosk auf – dieser läuft dann bis kurz vor Weihnachten noch parallel mit dem Standort im tegut, bis der Lebensmittelhändler schließt. Bräuer und Co. freuen sich: „Wir müssen uns natürlich mit dem Tagesgeschäft beschäftigen, aber haben da Einarbeitungsphasen und dürfen uns das hinten auch schon mit anschauen“. Außerdem werde das Personal mit Schulungen vorbereitet. Ganz unerfahren ist das Team aber nicht, schließlich hat der Kiosk seit nunmehr 13 Jahren den Hermes-Paketshop – den Bräuer nun abgeben muss, aber sich wünscht, dass dieser ebenfalls irgendwo am Niedertor einen neuen Standort findet: „Ich bin bemüht, dass ein Mitstreiter ihn übernimmt“.
Die Resonanz jedenfalls sei durchweg positiv, so die Kiosk-Inhaberin: Die Menschen zeigen sich dankbar, dass das Angebot erhalten bleibt. „Es ist ein Statement für diese Fläche, und auch der Post ist viel daran gelegen“. Den Hünfeldern aber ebenfalls, schließlich haben die Händler bei ihrer Unterschriften-Aktion mittlerweile schon fast 5000 Unterstützer gewonnen – nahezu ein Drittel der ganzen Stadtbevölkerung.
„Wir haben Angst“: Händler am Niedertor suchen nach Antworten
