Als einen „Ort von nationaler Dimension“ kündigte Wolfram Weimer, Staatsminister und Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien, das künftige gemeinsame Museum von Feuerwehr und THW in der Weimarer Straße in Fulda, und machte die Unterstützung des Bundes unmissverständlich klar. Er bezog sich auf historische Ereignisse wie Bränden von Einrichtungen oder Stadtarchiven und sagte nicht umsonst: „Die Feuerwehr beschützt auch Kulturgut“. Die Pläne, die die Stadt Fulda gemeinsam mit den Partnern für das neue Museum vorstellten, fand er „richtig cool“ und hielt seine Vorfreude nicht zurück, auch in Zukunft zu Besuch zu kommen. Er lobte alle anwesenden Einsatzkräfte stellvertretend für ihr herausragendes Engagement und betonte mit Blick auf das große Projekt: „Packt es an – Berlin steht hinter euch!“ – Worte, die nicht nur Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld „beflügelten“.
Zum Vor-Ort-Termin im bestehenden Deutschen Feuerwehrmuseum waren natürlich auch der hiesige Parlamentarische Staatssekretär Michael MdB Brand, Landtagsmitglied Thomas Hering sowie zahlreiche Vertreter des THW, der THW-Bundesvereinigung und dem Deutschem Feuerwehrverband sowie der städtischen Gremien gekommen.
Michael Brand hob die Pläne, das moderne gemeinsame Museum von Feuerwehr und THW in der Weimarer Straße zu errichten, als „riesige Chance“ hervor: Ein „Zentrum für Ehrenamt“ solle in der Mitte Deutschlands entstehen. Die Erinnerungskultur solle aufrechterhalten werden, in einer neuen Umgebung, die zeitgemäß ist: Das Museum solle digitaler und zugänglicher auch für Familien werden, betonte Brand, und dankte Bescheiden für acht Millionen Euro, die aus dem KulturInvest-Programm des Bundes einfließen: „Ohne diese Mittel wäre das alles nicht möglich“, so Brand, der auch dem Land Hessen und der Stadt Fulda für die Unterstützung dankte und die hohe Attraktivität des neuen Konzeptes herausstellte – für die Besucher, aber auch für seine Heimatregion und die Stadt Fulda.
Wingenfeld begrüßte Staatsminister Weimer ebenso wie Brand in der „Heimat“, schließlich stammt er aus Gelnhausen und damit aus dem Bistum Fulda. Der Oberbürgermeister hob die „maßgebliche Unterstützung für dieses historische Projekt“ hervor und kündigte an, dass ein Ort geschaffen werden soll, der nicht nur das Ehrenamt, sondern auch die Demokratie stärke. Eine beträchtliche Wegstrecke sei bereits geschafft, nun sei das große Ziel im Blick. Wingenfeld ging noch auf die historische Entwicklung des Deutschen Feuerwehrverbandes ein, der 1852 in Plochingen bei Stuttgart gegründet und nach den Kriegsjahren 1952 in Fulda neugegründet wurde. Die Gründe lagen auf der Hand: „Die zentrale Lage sowie engagierte Persönlichkeiten“, so Wingenfeld, der die damaligen Obs Cuno Raabe und Alfred Dregger sowie den damaligen Innenminister Hans-Dietrich Genscher als Wegbereiter aufzählte, dass das Feuerwehrmuseum heute hier seinen Standort habe.
2019 seien dann die ersten Gedanken entstanden, eine Vergrößerung anzustreben. Michael Brand hätte direkt Kontakte zum THW geknüpft, die Wingenfeld als „prägende Institution und global einzigartig“ betitelte. Die Hilfe am Mitmenschen und der Schutz der Bevölkerung sei unverzichtbarer Bestandteil der Gesellschaft, lobte er.
Mit Blick auf die Ehrengäste – unter anderem Dierk Hansen (Vizepräsident THW), Norbert Fischer (Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Hessen) Markus Jaugitz (Vizepräsident der THW-Bundesregierung) – waren zugegen, während sich Dr. Christoph Weltecke (Vizepräsident Deutscher Feuerwehrverband) entschuldigen ließ – betonte Wingenfeld: „Es ist eine große Familie, die hier am Werk ist, und die die Pläne in die Tat umsetzen möchte“.
Mit dem Atelier Brückner aus Stuttgart habe die Stadt einen „starken Partner“, der die ersten Pläne und Bilder vorstellte: Prof. Eberhard Schlag ging auf die Geschichte des Gebäudes in der Weimarer Straße 22/24 ein, das im Kern aus dem 19. Jahrhundert stammt und sukzessive erweitert wurde. Die Lage sei hervorragend – näher an der Stadt, als das Feuerwehrmuseum bisher – und in 20 Minuten sei der Bahnhof fußläufig zu erreichen. Durch bestehende Parkplätze und einen Radfernweg sei auch die Infrastruktur vorhanden, während das Gebäude selbst „klassische Industriearchitektur“ mit zwischengespannten Hallen aufweist. Durch vier bis sechs Meter hohe Decken bieten sich viele Möglichkeiten der räumlichen Nutzung, nur sei natürlich Sanierungsbedarf vorhanden, um die Qualtäten aus dem Gebäude herauszuholen. Dabei solle denkmalgeschützt saniert werden, sodass die historische Bedeutung erkennbar bleibe, aber das Museum technisch den heutigen Anforderungen entspreche.
Entstehen soll schließlich ein „lebendiger Ort für alle“, so Schlag, der sowohl als Museum als auch als Treffpunkt und Tagungsort genutzt werden kann. Die lebendige Gemeinschaft aus Feuerwehr und THW soll dort ihr Zuhause finden, dafür sorgen sollen unter anderem auch Seminarräume. Für die Besucher solle ein Erlebnis geboten werden, das die Arbeit der Rettungskräfte in den historischen Kontext stelle, aber auch hervorhebt, was diese für die Zukunft bedeuten würde. OB Dr. Heiko Wingenfeld zitierte passend Odo Marquard: „Zukunft braucht Herkunft“. Und Fulda darf sich freuen, bald eine noch wichtigere Rolle in der öffentlichen Wahrnehmung des Ehrenamtes einzunehmen – und dazu alle, die Feuerwehr und THW angehören. Immerhin über 1,5 Millionen Menschen.
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