Fußball 13.10.2026

Kreispokal – Flutlichtderby ums Viertelfinale: Helvetia fordert Viktoria

Kerzell (jah) – Fünf Viertelfinalisten im Fuldaer Fußball-Kreispokal sind bereits gefunden, am Mittwochabend kommt der sechste Teilnehmer dazu: Auf dem Kerzeller Sportgelände kommt es um 19 Uhr zum Duell zwischen der heimischen Helvetia und dem kriselnden Verbandsligisten Viktoria Bronnzell. Beide Teams wollen in die Runde der letzten Acht, die Vorzeichen könnten unterschiedlicher jedoch kaum sein.

Mikael Avanesjan und die SG Kerzell wollen den Favoriten stürzen. Foto: Laurenz Schuster

Die Gäste aus der Heppeau gehen als klassenhöheres Team naturgemäß als klarer Favorit ins Spiel . die Gefühlslage bei beiden Vereinen unterscheidet sich jedoch deutlich: Während die Bronnzeller auch nach dem Trainerwechsel von Zlatko Radic hin zu Johannes Ihrig in der Verbandsliga noch nicht in die Spur gekommen sind und unter dem neuen Übungsleiter noch auf das erste Erfolgserlebnis warten, spielt die SG Kerzell um Coach Florian Günther in der Kreisoberliga Süd bislang eine fabelhafte Saison. Nach dem Abstieg aus der Gruppenliga 2025 und Platz vier in der Vorsaison führt die Helvetia die Liga nach 13 Spielen mit fünf Punkten Vorsprung an – Bronnzell steht in der Verbandsliga dagegen auf dem vorletzten Tabellenplatz und wartet bereits seit vier Spielen auf einen Sieg. 

„Wir sind wirklich froh darüber, dass wir jetzt das Pokalspiel haben“, betont Johannes Ihrig daher: „Wir wollen die Liga für einen Abend mal komplett ausblenden und natürlich eine Runde weiterkommen, ohne Wenn und Aber.“ Die Favoritenrolle nimmt die Viktoria gegen die zwei Klassen tiefer spielende Helvetia gerne an, dennoch nimmt in der Heppeau den Gegner niemand auf die leichte Schulter: „Wir nehmen das komplett ernst. Es ist ein Derby, Flutlicht und die Underdogs sind immer heiß. Wir bereiten uns bestmöglich darauf vor.“ Personell muss Ihrig in den kommenden Wochen berufsbedingt auf Unterschiedsspieler Marek Weber verzichten, der auch in Kerzell nicht zur Verfügung stehen wird. „Natürlich wollen wir jeden Spieler dabei haben, aber dann müssen da eben andere in die Bresche springen“, betont der 33-Jährige. Ansonsten werde sein Team mit dem kompletten Kader anreisen, große Experimente hinsichtlich der Aufstellung will Ihrig nicht machen: „Vielleicht wird es ein oder zwei Umstellungen geben.“


Dass Kerzell dem Duell entgegenfiebert, kann Florian Günther bestätigen: „Die Vorfreude ist riesig. Pokalabend, Flutlicht, Derby – was will man mehr? Die Mannschaft ist extrem heiß auf das Duell“, blickt der Helvetia-Coach voraus – ohne jedoch den Fokus auf den Ligaalltag komplett aus den Augen zu verlieren: „Man darf es nicht überbewerten. Die Liga genießt Priorität. Aber es ist ein Spiel, dass wir sehr gerne mitnehmen. Wir wollen Bronnzell solange es geht Paroli bieten.“ Dass die Kerzeller klassenhöhere Teams ausschalten kann, stellten Günther und Co. bereits in der zweiten Runde unter Beweis, als Gruppenligist Borussia Fulda eliminiert wurde. „Das Selbstbewusstsein im Team stimmt, generell funktioniert gerade fast alles. Wir sind physisch optimal drauf, strahlen Spielfreude aus und werden uns nicht anpassen. Wir wollen unser Spiel durchziehen und dann schauen wir mal, was dabei herauskommt“, kündigt Günther an, der auch gegen den Verbandsligisten wieder von seinem großen Kader Gebrauch machen will. „Wir haben in den Runden zuvor ja schon etwas rotiert und werden sicherlich auch diesmal wieder auf ein paar Positionen umstellen. Es ist gut für die Jungs, wenn sie Spielpraxis sammeln. Jeder wird gebraucht.“

Dass die Bronnzeller Viktoria überhaupt in Kerzell zum Achtelfinalduell antreten kann, wurde übrigens nicht auf dem Platz entschieden: In der zweiten Runde unterlag der Verbandsligist sensationell mit 0:1 beim TSV Langenbieber. Weil die Gastgeber allerdings einen Spieler ohne hinterlegtes Foto im DFB-Net einsetzen, der sich obendrein nicht ausweisen konnte, wertete das Kreissportgericht die Partie zugunsten der Viktoria.