Die Stadt Fulda hatte sich vor einiger Zeit dazu entschlossen, die Cuno-Raabe-Schule zu erweitern, doch auf dem bisherigen Gelände war das nicht möglich. Daher wurde eine Neuerrichtung in unmittelbarer Nähe auf dem Areal rund um die Kirche St. Elisabeth geplant. Das Gelände liegt zwischen dem Germanen-Sportplatz und der Telekom. Da sich die Kirchengemeinde St. Elisabeth dazu entschlossen hatte, künftig eine andere Kirche als Hauptkirche nutzen zu wollen, war das Gelände inklusive Gebäude (Kirche, Pfarrhaus, Pfarrheim und Kindergarten) der Stadt zum Kauf angeboten worden. Erste Pläne für die künftige Entwicklung gibt es bereits. Wie die Stadt Fulda vor einiger Zeit bekannt gegeben hatte, könnte der Kirchenbau künftig in den Gebäudekomplex der Schule integriert werden – beispielsweise als Aula oder Mensa. Das gesamte Areal könnte ein „Kinder-Lern-Campus“ werden, wo alle Kinder des Quartiers Ziehers-Süd/Ostend von der Krippe bis zum Ende der Grundschulzeit einen Ort für Bildung bekommen.
Ein bedeutender Schritt in Richtung Zukunft erfolgte nun am Sonntag: Denn bevor, die Kirche, die im September 1963 geweiht wurde an die Stadt übergehen kann, musste sie noch profaniert werden. Das Ewige Licht wurde gelöscht und die Reliquien aus den Altären genommen. „Das ist das äußere Zeichen, durch das die Profanierung sichtbar wird“, erklärte Renze. Die Urkunde sei von Bischof Dr. Michael Gerber unterschrieben worden, von dem er allen seine Grüße ausrichten solle. „Er ist mit uns im Gebet verbunden“, sagte Renze. Es sei wichtig, dass ein Bischof auch in diesen schwierigen und herausfordernden Tagen mit den Menschen vor Ort verbunden sei.
Der Domkapitular blickte in seiner Predigt auch auf den Ökumenischen Kirchentag, der derzeit in Frankfurt unter dem Motto „Schaut hin“ digital stattfindet. „Schaut hin was sich in Eurer Umgebung, dem Stadtteil und in der Gesellschaft tut und verändert“, so Renze. Genau das hätten auch die Gremien in St. Elisabeth getan, die Veränderungen wahrgenommen und eine Entscheidung getroffen. „Es sind Entscheidungen, die den Kirchenvertretern sicherlich nicht leicht gefallen sind“, meinte der Domkapitular. Doch vor der Realität könnten die Augen nicht einfach verschlossen werden. Für die sonntäglichen Gottesdienste sei die Kirche in Vergangenheit zu groß gewesen. Die Heilige Messe werde nun in den beiden anderen Kirchen der Pfarrei gefeiert. Zur neuen Pfarrkirche der St. Elisabeth Kirche Fulda wurde die bisherige Filialkirche St. Sturmius bestimmt.
So sei beschlossen worden, die Kirche aufzugeben und sie samt Kindergarten in Trägerschaft an die Stadt zu übergeben. In die Kita gehen laut Renze Kinder aus über 100 verschiedenen Ländern. „Das macht auch noch einmal die Vielfalt und Veränderung dieses Stadtviertels rund um die Kirche deutlich“, so der Domkapitular. Zudem schaute er auf die vielen Momente, wie die Erstkommunion, die Trauungen und Beerdigungen, die in der Kirche stattgefunden haben. „Mit all diesen Gedanken sind wir mit mancher Demuth, aber auch viel Dankbarkeit an diesem Tag heute in dieser Kirche versammelt“, erwähnte Renze, der anfügte: „Die Heilige Elisabeth bleibt weiterhin die Patronin der Pfarrei.“
Pfarrer Msgr. Elmar Gurk erläuterte noch einmal die Gespräche und Diskussionen in den Gremien. Schwindende Mitgliederzahlen führten letztlich dazu, dass alle Gebäude aufgegeben werden müssen. Als er 1992 gekommen sei, seien bei 112 Kindern in der Kita etwa 80 Prozent katholisch oder evangelisch gewesen. 2017 seien es nur noch 20 Prozent Christen gewesen.
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Neubau der Cuno-Raabe-Schule rückt näher – Pläne auf Kirchenareal
