Das Zusammenkommen beider Seiten hat sich gut gefügt. Die Stadt prüfte mit der Aufnahme des Quartiers Ziehers-Süd/Ostend in das Städtebau-Förderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“ (früher: Soziale Stadt) sämtliche städtebaulichen Entwicklungspotenziale und entwickelte Szenarien, wie an bestimmten Orten wie beispielsweise am Gallasiniring, langfristig eine Aufwertung erfolgen kann. Zeitlich parallel entschied die Kirchengemeinde St. Elisabeth, künftig eine andere Kirche als Hauptkirche nutzen zu wollen. Hintergrund ist eine Neustrukturierung im Pastoralverbund. „Pfarrer und Verwaltungsrat setzten sich daraufhin mit der Stadt Fulda in Verbindung, um die Möglichkeit eines Verkaufs des Areals an die Stadt zu eruieren“, schildert Johannes Heller, Pressesprecher der Stadt Fulda: „Die Stadt Fulda begrüßte die Initiative der Pfarrei St. Elisabeth sehr und bat um etwas Zeit, damit die Gremien der Stadt informiert und eventuelle Fördermöglichkeiten geprüft werden können.“
Beide Seiten wurden sich einig und der Verkaufsprozess konnte gestartet werden. Mittlerweile liegt auch die Zustimmung der kirchlichen Aufsichtsbehörden vor und so kann das Eigentum am Kirchenareal mit Kirche, Pfarrhaus, Pfarrheim und Kindergarten im Sommer dieses Jahres an die Stadt Fulda übertragen werden. „Nach dem letzten Gottesdienst mit Entweihung des Kirchengebäudes steht der Stadt Fulda ein dann weltliches Gebäude zur Verfügung, das aufgrund seiner baulichen Qualität und geschichtlichen Bedeutung erhalten und umgenutzt werden soll“, schildert Heller. Die planerischen Vorlaufprozesse dafür seien bereits gestartet.
Nach interner Überprüfung und Variantenerstellung sind am Gallasiniring insgesamt mehrere größere Maßnahmen geplant. „Für das Kirchenareal ist hierbei die Neuerrichtung einer Grundschule unter Beibehalt des Kirchengebäudes und des Kindergartens angedacht“, sagt Heller: „Hintergrund ist die umfassende Erweiterungsnotwendigkeit der Cuno-Raabe-Schule, die am aktuellen Ort nicht ohne Schwierigkeiten umzusetzen wäre.“ Für die Neuerrichtung sollen im Zuge eines wettbewerblichen Vergabeverfahrens die besten Lösungen gesucht. „Dabei wird auch der Erhalt und die Umnutzung der Kirche als Teil der neuen Schule und als offener Baustein für das Quartier eine zentrale Rolle spielen“, erklärt Heller. Ausgehend von den Ergebnissen dieses Prozesses folgen dann weitere städtebauliche Planungen für das Gesamtquartier Gallasiniring/Ziehers, die die Schaffung von Wohnraum und gegebenenfalls kliniknahen Nutzungen zum Ziel haben.
Der Seelsorgebezirk St. Elisabeth war 1952 zur selbstständigen Pfarrkuratie und 1958 dann zur Pfarrei erhoben worden. Im August 1961 startete der Bau für die neue Pfarrkirche, im November des Folgejahrs konnte Richtfest gefeiert werden. 1963 wurde die Kirche dann durch Diözesanbischof Dr. Adolf Bolte geweiht. 1997 wurde dann noch eine neue Orgel eingebaut und geweiht.
