Festlicher Akt: Schlitz erstrahlt unter größtem Kerzenlicht

Das Licht der "Kerze" erstrahlt. Foto: Silas Messing

Schlitz – Von Silas Messing – Mit warmem Lichterglanz, dem Duft von Glühwein und gebratenen Würstchen und den liebevoll geschmückten Fachwerkhäusern hat sich Schlitz am Samstag erneut in ein stimmungsvolles Adventsdorf verwandelt. Höhepunkt des Abends war traditionsgemäß das feierliche Einschalten der größten „Kerze“ der Welt – dem in Rot gehüllten Hinterturm, der weithin sichtbar den Beginn der Adventszeit markiert.

Pünktlich um 17 Uhr eröffnete Nadja Hartung aus dem Fachbereich Stadtmarketing und Tourismus die „Burgenweihnacht“ und hieß die zahlreichen Gäste herzlich willkommen. „Ich darf Sie im Namen der Stadt Schlitz, im Namen von Bürgermeister Heiko Siemon und im Namen des Fachbereichs Tourismus und Stadtmarketing ganz herzlich bei uns begrüßen“, sagte sie zu Beginn. Das Orchester der Tonica Mackenzell sorgte im Anschluss mit zwei Liedern für den musikalischen Auftakt. Zum Schluss wünschte Hartung allen „einen ganz tollen Abend in Schlitz“ und bedankte sich für das Kommen.

Danach übernahm Bürgermeister Heiko Siemon das Mikrofon. In seiner Ansprache hob er die besondere Atmosphäre des Schlitzer Weihnachtsmarkts hervor: die historische Kulisse, die Begegnungen, die Heimatverbundenheit und die kleine Pause vom hektischen Alltag, die gerade zu Beginn der Adventszeit so wohltuend sei. Ein besonderes Symbol sei dabei die große Kerze selbst – sie spende nicht nur Helligkeit, sondern stehe auch für Gemeinschaft, Wärme und die kleinen Gesten im Alltag: „Die große Flamme spendet Licht. Viel wichtiger sind vielleicht auch kleine Flammen. Und kleine Flammen können auch ein kleines Lächeln sein, sie können auch kleine helfende Hände sein.“ Siemon dankte außerdem dem Stadtmarketing – insbesondere Nadja Hartung – für die umfangreiche Vorbereitung. Mit Blick auf das letzte Jahr, als der Kerzenmantel nicht richtig passte, scherzte er: „Ich hoffe jetzt, dass schon das Licht angeht. Nicht, dass wir wieder was haben, wo wir dann in der Presse stehen.“

 

 

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Dann folgte der traditionelle Spruch, der jedes Jahr die Zeremonie einleitet: „Schlitzer Weihnacht, ein Gedicht, jetzt unter dem größten Kerzenlicht.“ Und tatsächlich: Im selben Moment gingen die LED-Flamme der Kerze und die gesamte Beleuchtung des Weihnachtsmarktes an. Lichterketten, Tannenbäume und Häuschen erstrahlten – und die Erleichterung des Bürgermeisters war hörbar: „Licht ist an. Sehr gut. Ich bin beruhigt.“

Zum Abschluss der Zeremonie trat Udo Keilwerth, der singende Turm- und Stadtführer sowie Turmwächter, vor das Publikum. Er präsentierte ein neues Gedicht, das vom Ausblick auf die „größte Kerze der Welt“ inspiriert ist. Darin beschreibt er die Adventszeit in Schlitz, den Hinterturm im roten Weihnachtskleid und den besonderen Blick, den Gäste von oben über die vielen Weihnachtsmärkte Deutschlands genießen können. Mit humorvollen und zugleich nachdenklichen Zeilen fängt er den Zauber der Schlitzer Weihnacht ein.

Danach spielte die Tonica Mackenzell weitere Lieder, und die Besucher strömten zu den zahlreichen Buden. Vom Feuermeister mit seinen Bratwürstchen über die Kräuter-Feen bis hin zum Stand der Schlitzer Destillerie war für jeden Geschmack etwas dabei.

Die große „Kerze“ von Schlitz ist in Wahrheit der rund 42 Meter hohe Bergfried der Hinterburg, der seit 1991 jedes Jahr im Advent mit roten Stoffbahnen verkleidet wird. Die aufwendige Verhüllung durch die Feuerwehr ist längst zu einer regionalen Tradition geworden und begeistert Besucher aus nah und fern. Mit dem feierlichen Einschalten der Kerze fällt für viele Schlitzer – und viele Gäste – der inoffizielle Startschuss in die Weihnachtszeit.

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