Der Weihbischof machte deutlich, dass die Steinigung des heiligen Stephanus kein fernes historisches Ereignis sei, sondern symbolisch für das Leiden vieler Christinnen und Christen in der Gegenwart steht. Wörtlich sagte er: „Die Steine auf Stephanus, liebe Schwestern und Brüder, sie fliegen immer noch.“
Verfolgte Religion
Weltweit sind Millionen Christen wegen ihres Glaubens Verfolgung, Diskriminierung und Gewalt ausgesetzt. Der Weihbischof erinnerte daran, dass „das Christentum ist die am stärksten verfolgte Religion weltweit“ sei. Anhand aktueller Beispiele aus Ländern wie Nordkorea, Nigeria, Indien, Syrien oder Mosambik zeigte er auf, wie konkret und brutal diese Verfolgung heute geschieht – bis hin zu Entführungen, Mord und der Zerstörung ganzer Dörfer und Gemeinden.
Gebet und Solidarität
Der Gedenktag des heiligen Stephanus sei daher nicht störend für das Weihnachtsfest, sondern gehöre innerlich dazu. Weihnachten dürfe nicht bei der rührenden Szene des Kindes in der Krippe stehen bleiben. Aus dem neugeborenen Christus werde der leidende Christus am Kreuz – und dieses Kreuz präge auch das Leben vieler seiner Nachfolger bis heute.
Der Weihbischof rief zum Gebet und zur solidarischen Verbundenheit mit den verfolgten Christen auf und stellte die Hoffnung des christlichen Glaubens in den Mittelpunkt. Gerade angesichts von Kreuz und Gewalt gelte die Zusage Gottes, dass Gewalt und Leid nicht das letzte Wort haben.
Weihnachten als Quelle der Hoffnung
Zum Abschluss erinnerte der Weihbischof daran, dass gerade dort, wo Christen um ihres Glaubens willen das Kreuz tragen, Weihnachten eine Quelle unzerstörbarer Hoffnung bleibe. Der Glaube wisse darum, dass Gewalt, Unrecht und Tod nicht das letzte Wort haben, sondern dass Gott selbst dem Leid eine Grenze setze.
In dieser Gewissheit gelte auch heute das Wort des Engels aus der Heiligen Nacht, das Christen weltweit miteinander verbindet: „Fürchtet euch nicht, ich verkünde euch eine große Freude.“ Diese Freude sei in der Hoffnung auf die Fülle der Herrlichkeit Gottes begründet, die Christus durch sein Kommen, sein Leiden und seine Auferstehung eröffnet hat, so der Weihbischof: eine Hoffnung, die trägt, tröstet und über Weihnachten hinaus Zuversicht und Kraft schenkt.
Musikalisch gestaltet wurde das Pontifikalamt vom JugendKathedralChor Fulda (A- und B-Chor) unter der Leitung von Domkapellmeister Franz-Peter Huber, an der Orgel spielte Domorganist Max Deisenroth.
