Krippenbauer Vogler: Im Januar ist für uns vor Weihnachten

Fotos: Heribert Vogler.

Uttrichshausen (gü) – Krippen schmücken in der Advents- und Weihnachtszeit viele Wohnzimmer und Fenster. Groß oder klein, mit klassischem Stall oder in eine Baumwurzel gearbeitet – die Vielfalt ist groß, Trends und Materialien ändern sich. Einer, der schon seit Jahrzehnten Krippen baut, ist Heribert Vogler aus Uttrichshausen. Das ganze Jahr über bastelt er an Krippen in unterschiedlichen Ausführungen und freut sich dann immer schon drauf, auf den Weihnachtsmärkten mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.

Ein bisschen gebastelt hat er schon vorher, richtig los mit dem Krippenbau ging es für Vogler dann rund um das Jubiläum 1175 Jahre Uttrichshausen, in den 80er Jahren. Über Freundschaften mit Krippenbauern in Bayern stieg er immer tiefer ins Thema ein. „Wir unterhalten uns über Baustil und Techniken“, berichtet der 70-Jährige. Früher waren die Krippen fast ausschließlich aus Holz. Wurde Mauerwerk gewünscht, musste das mühsam Stein für Stein aufgeklebt und ausgefugt werden. „Heute ist das einfacher“, sagt Vogler. Wände können zum Beispiel aus Styrodur gebaut werden. In das auch beim Hausbau eingesetzte Material können mit einem Messer oder Lötkolben Strukturen eingearbeitet werden. Ein besonderes Handwerk ist der Lehmkrippenbau, den Vogler auch schon im Freilichtmuseum Fladungen den Besuchern vorgeführt hat. Dabei entstehen kleine Kulissen mit echtem Fachwerk, die anschließend sechs bis acht Wochen trocknen müssen, ehe weiter daran gearbeitet werden kann.

Der Krippenbau läuft das ganze Jahr über. „Im Januar ist für uns vor Weihnachten“, sagt der Uttrichshausener. Ein fester Termin ist für ihn die Messe Christmasworld, die immer schon im Winter in Frankfurt stattfindet. Dort schaut Vogler nach neuen Figuren, denn die fertigt er nicht selbst. Er hat sich auf den Bau der Kulissen spezialisiert, verkauft die Krippen aber natürlich auch komplett mit Figuren. „Das ist wie bei einem Fertighaus, das fertig mit allem übergeben wird“, zieht der 70-Jährige den Vergleich. Auch bei seinen Krippen ist die Elektrik dann schon installiert und alles fertig aufgebaut. Damit alles die passende Größe hat, bedient er sich dem sogenannten Krippenmeter – einem Maßstab mit dem sich von den Krippenfiguren ausgehend berechnen lässt, wie hoch beispielweise ein Stuhl oder eine Tür sein sollte, damit alles stimmig erscheint.

In seiner Werkstatt setzt Vogler verschiedene Ideen um und führt auch viele Auftragsarbeiten aus, zum Beispiel für Menschen, die Figuren geerbt oder gekauft haben und nun einen Stall suchen, um sie auch richtig zur Geltung zu bringen. „Kleine Krippenbauer, die nach Kundenwunsch bauen, gibt es kaum noch“, sagt Vogler, der gerne auf die individuellen Vorstellungen eingeht, zum Beispiel, die Krippe so zu bauen, dass sie den Rest des Jahres als Bauernhof das Zuhause schmücken kann. Er ist mit seinen über das Jahr gebastelten Krippen aber auch auf Weihnachtsmärkten in Osthessen und Unterfranken unterwegs, zum Beispiel auf Burg Schwarzenfels oder am vierten Advent beim Rhöniversum in Oberelsbach. „Das schöne an den Märkten sind die Gespräche“, sagt Vogler. Immer wieder träfe er dort auch nach Jahren Menschen, die ihm erzählen, dass sie sich immer noch jedes Jahr an seiner Krippe erfreuen. Auch wenn die Krippen zeitlos sind, gibt es immer wieder Trends. Derzeit seien Baumkrippen gefragt. Größere Modelle bestehen aus hohlen Ästen und Baumstämmen, die nur sauber gemacht und so bearbeitet werden, dass das schöne Holz sichtbar wird und die Figuren einen guten Stand haben. Das ganze Jahr über ist Vogler dafür auf der Suche nach passendem Holz, denn nicht jede Sorte eignet sich. Für kleine Modelle höhlt der Rentner, der sich freut, noch eine Aufgabe zu haben, Astholz selbst aus, um dann teils nur zweieinhalb Zentimeter große Figuren darin zu platzieren.

Krippen aus Uttrichshausen. Fotos: Heribert Vogler.

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