Die diesjährige Klosterkrippe ist eng mit der Geschichte des Hauses verbunden. Anlass der aufwendig gestalteten Krippenlandschaft ist in diesem Jahr ein doppeltes Jubiläum: Das Bonifatiuskloster besteht seit 130 Jahren, die Klosterkirche seit 125 Jahren. „Beides ist ein sichtbares Zeichen dafür, dass Gott auch heute unter uns Wohnung nimmt – so wie wir es an Weihnachten feiern“, erklärt Pater Superior Pater Felix, der die Krippe geplant und gemeinsam mit weiteren Mitwirkenden aufgebaut hat: „Die Menschwerdung Gottes ist nicht nur ein Ereignis der Vergangenheit. Sie wird konkret an Orten, an denen Menschen glauben, dienen und beten. Die Krippe erzählt davon, dass Hoffnung, Nähe, Engagement und die Nähe Gottes nicht abstrakt sind. Einer dieser Orte ist unser Kloster.“
Bereits im Sommer begannen die Vorbereitungen. Der ehrenamtliche Helfer und Künstler Michael Brass malte auf einer über sechs Meter langen Leinwand das Klostergebäude, während Bernhard aus der Klosterschreinerei die Klosterkirche als Modell nachbaute und M. Brass diese wiederum bemalte. Noch vor dem ersten Advent wurde die gesamte Krippenlandschaft aufgebaut.
Die Klosterkrippe ist bewusst nicht alltäglich gestaltet. Neben klassischen Darstellungen finden sich außergewöhnliche Figuren und Szenen, die man in einer Krippe sonst kaum erwartet und überraschen und zum Nachdenken anregen sollen. Sie erzählen von der Geschichte und dem Auftrag der Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria, die das Kloster im Jahr 1895 gründeten. „Unsere Mitbrüder folgten damals einem inneren Ruf“, so Pater Felix: „Sie wollten dem Evangelium in dieser Region ein Gesicht geben – lebensnah und mitten unter den Menschen – mit Bildungsarbeit, Seelsorge und internationalem Engagement. Viele Oblaten wurden in die Mission gesandt, um die Botschaft von Weihnachten in die Welt zu tragen: Gott ist den Menschen nahe.“
Die Klosterkrippe kann täglich von 7 bis 18 Uhr besichtigt werden. Am zweiten Weihnachtsfeiertag sind Familien und Kinder herzlich zu einer Kinder- und Familiensegnung eingeladen. Im Anschluss gibt es eine kurze Erklärung der Krippe. Mit einem Augenzwinkern fügt Pater Felix hinzu: „Unsere Klosterkirche mit ihren 2,60 Meter hohen Türmen hat natürlich auch ein Glockengeläut – und lädt alle ein, hereinzukommen.“ Die Gemeinschaft des Bonifatiusklosters freut sich auf zahlreiche Besucherinnen und Besucher. Vorbeizukommen, innehalten und diese besondere Weihnachtsinszenierung auf sich wirken zu lassen.
