Zwei Tage früher als in den vergangenen Jahren startete der beliebte Weihnachtsmarkt in der Fuldaer Innenstadt. Für den Tourismus könne dies auch in Zukunft so bleiben, wünsche sich Josef Hahner, Geschäftsführer des Weinhandels Jupp Hahner am Borgiasplatz. „In anderen Städten ist es üblich“. Auch für den Einzelhandel sei es profitabel: „Da ist es sehr gut und notwendig“, so Hahner weiter. Auch wenn der Betrieb in den ersten Tagen etwas langsamer Fahrt aufnahm, zeigt sich der Standbetreiber mit der ersten „Halbzeit“ durchweg zufrieden. „Ab dem 1. Advent ging es richtig los“, berichtet er. In diesem Jahr seien besonders viele Touristengruppen unterwegs, die für deutlich mehr Leben in der Innenstadt sorgen.
Die Crunchtime des täglichen Weihnachtsmarkttreibens sei allerdings der Abend, wenn die Besucher mit Familien und Freunden auf Einkaufstour gehen. In diesem Jahr schlug der Weinhandel Hahner einen etwas anderen Weg ein, wie der Geschäftsführer beschreibt. „Die Getränke sind in diesem Jahr nicht zu süß. Wir haben auch etwas Trockenes im Angebot, was sehr gut ankommt“. Besonderes der Apfelstrudel und die Feuerzangenbowle erfreuen sich an großer Beliebtheit. Für die restlichen Wochen erwartetet Hahner nochmal Höchstbetrieb, besonders durch die Fuldaer Heimkehrer, die mit ihren Familien und Freunden den Weihnachtsmarkt besuchen. Auch sein Sohn Josef Hahner Junior sei mit seinem ersten Stand auf dem Weihnachtsmarkt zufrieden: Die skandinavischen Köstlichkeiten aus der „Gløgg-Hütte“ kommen sehr gut bei den Besuchern an. „Er wird außerordentlich gelobt. Als Neueinsteiger hat er sich schon sehr gut etabliert und sich ein Stammpublikum erarbeitet“.
Ebenfalls zufrieden zeigt sich Michael Maasz, Inhaber der „Extra Wurst“. An seinem Stand auf dem Uniplatz sei einiges los, solange das Wetter mitspiele. „Wir leben viel von Stammkundschaft. An Regentagen ist es aber etwas verhaltener“, sagt Maasz. Während am ersten Wochenende nicht besonders viel los war und der Inhaber daher nicht viel von dem frühen Start profitierte – auch weil der Markt am Totensonntag geschlossen hatte – steigerte es sich bis zum ersten Adventswochenende umso mehr. Und das, obwohl die Erfahrung zeige, dass an den Wochenenden nicht so viel betrieb sei. Daher zeigt er sich umso erfreuter, dass er zuletzt eines Besseren belehrt wurde: „Dieses Wochenende war echt sehr viel los“. Besonders beliebt sei der Klassiker – die Bratwurst. „Wie bereits vor 40 Jahren“, schmunzelt Maasz. Auch der Chrismas Griller mit festlichen Gewürzen ziehe viele Gäste zum Probieren an. „Es kommen aber auch viele deswegen wieder“, so der Inhaber, der positiv auf die restlichen Wochen blickt: „Erfahrungsgemäß wird es hintenraus stärker“. Besonders der Start der Ferien spiele da eine nicht zu unterschätzende Rolle.
Auch wenn der Weihnachtsmarkt immer etwas verhaltend startet, ist auch Joachim Senf von der Rhöner Crêpes-Hütte bislang zufrieden. Auch die ersten beiden zusätzlichen Tage sei einiges los gewesen. Neben dem klassischen Nutella-Crêpes komme auch ein beliebter Rückkehrer sehr gut bei den Besuchern an: Der schnarchende Weihnachtsmann hat sich direkt vor dem Stand am Jesuitenplatz niedergelassen und zauberte bereits Klein und Groß ein Lächeln ins Gesicht. „Er begeistert die Älteren fast mehr als die Kinder“, schmunzelt Senf. Dabei kommen viele Familien vorbei, nur um den Weihnachtsmann anzuschauen. Mit Ausblick auf die restlichen Wochen erwartet Senf noch „stressige“ Wochenenden – für die Betreiber ist das aber ein gutes Zeichen.
Bei Gabriela Croon von den Rhöner Fellstuben, direkt neben der Rhöner Crêpes-Hütte, läuft das Weihnachtsgeschäft bislang noch nicht besonders. „Es hätte besser sein können“, sagt sie im Vergleich zum Vorjahr. Aufgrund der angenehmen Temperaturen und des trockenen Wetters kaufen die Besucher weniger Fell-Produkte. Zudem sitze bei vielen das Geld nicht mehr so locker. „Wenn es trocken und kalt ist, läuft es etwas besser“, erklärt sie. Dennoch habe sie einige Besucher, die sich die große Auswahl am Stand ansehen. Besonders beliebt seien Hausschuhe und Handschuhe. Aber auch echte Lammfelle kommen sehr gut an. Für die restlichen Wochen sei Croon zumindest positiv gestimmt, gerade, da einige auf den letzten Drücker Geschenke für ihre Liebsten kaufen wollen. „Da tut sich noch einiges“, erwartet sie.
Ebenfalls eher durchwachsen läuft es beim Stand „Magic Wotan“ Unterm Heilig Kreuz. Und das, obwohl der Stand der hellste Stern auf dem Weihnachtsmarkt ist. Viele Besucher bleiben stehen und bestaunen die bunten Sternchen, die die Umgebung erleuchten. Doch gekauft werden die wenigsten. „Die Leute suchen eher nach Entertainment und weniger nach Geschenken“, erklärt Betreiber Jasper Löffler. In erster Linie würden die Besucher aufgrund der großen kulinarischen Auswahl auf den Weihnachtsmarkt gehen. „Bei Geschenkartikeln schauen sie zweimal hin, ob sie etwas kaufen oder nicht“, erläutert er und fügt an. „Und das, obwohl sich die Leute beschweren, dass es zu viel auf dem Weihnachtsmarkt zu essen gibt“. Besonders der frühe Start habe der Gastronomie stark unter die Arme gegriffen, anders als den Händlern. „Ich weiß nicht wieso, aber die Leute fangen erst an, ab dem 1. Advent einzukaufen“, so Löffler. Dennoch zaubern die bunten Weihnachtssterne einigen Gästen ein Lächeln ins Gesicht und vermitteln Weihnachtsfreude. „Ich bin positiv gestimmt – es kann nur besser werden“, beschreibt er seine Erwartungen an die restlichen zwei Wochen.
