Eingeladen hatten erneut die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) und der Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) – und hunderte Menschen waren der Einladung gefolgt, darunter auch Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld, der das Friedenslicht ebenfalls unter die Leute brachte. Dabei wurde deutlich: Das Friedenslicht verbindet – über Grenzen, Unterschiede und Entfernungen hinweg.
Das Licht, das seinen Ursprung in Betlehem hat, wurde in diesem Jahr im Rahmen eines ökumenischen Gemeinschaftsprojekts von Fabian Storck in Linz abgeholt und nach Fulda gebracht. In der feierlichen Andacht im Dom stand die Kraft kleiner Zeichen im Mittelpunkt. In einer Welt, in der Dunkelheit und Unsicherheit vielerorts spürbar sind, erinnerten die Texte, Gebete und Impulse daran, dass Mut oft leise beginnt: in einer kleinen Geste, einem offenen Blick, einer Entscheidung für Menschlichkeit. „Friede fängt da an, wo Menschen aufeinander zu gehen. Friede braucht Freunde“, betonte Fabian Storck, als er von seiner Reise nach Österreich berichtete.
„Ein Funke genügt, um ein Feuer zu entfachen“ – dieser Gedanke zog sich wie ein roter Faden durch die Feier. Das Friedenslicht wurde so zum Symbol gelebter Zivilcourage und Hoffnung. Es steht für das Hinschauen statt Wegsehen, für das Eintreten füreinander und für den Glauben daran, dass Veränderung im Kleinen beginnt.
Im Anschluss an die Aussendung machten sich die Pfadfinderinnen und Pfadfinder auf den Weg, um das Licht weiterzugeben: entlang der Bahnstrecken in alle Richtungen des Bistums Fulda und der Landeskirche Kurhessen-Waldeck, in die Justizvollzugsanstalten Fulda und Hünfeld, ins Generalvikariat und ins Bischofshaus. So spannt sich auch in diesem Jahr ein wachsendes Netz des Friedens, das Mauern überwindet und Menschen miteinander verbindet – besonders in Gedanken an jene, die am Rand stehen oder in Kriegs- und Krisengebieten unter Gewalt und Hoffnungslosigkeit leiden.
Nach der Weitergabe des Friedenslichtes klang die Aussendungsfeier bei heißen Getränken und persönlichen Gesprächen aus. Viele nahmen das Friedenslicht – und mit ihm einen Funken Mut – mit nach Hause, verbunden mit dem Versprechen, diesen weiterzugeben. Die Feier im Fuldaer Dom machte eindrucksvoll deutlich: Jeder weitergereichte Funke zählt. Gemeinsam kann aus vielen kleinen Lichtern ein starkes Zeichen für Frieden, Demokratie und Hoffnung entstehen.
