Polizei bereitet sich auf Marathon-Einsatz beim Hessentag vor

Foto: Janosch Hensel

Fulda – Von Janosch Hensel – Noch zwei Wochen, dann wird Fulda für zehn Tage zum Mittelpunkt Hessens: Mit einem umfangreichen Sicherheits- und Einsatzkonzept bereitet sich das Polizeipräsidium Osthessen auf den 63. Hessentag vor. Bei einer Pressekonferenz am Freitagmorgen im Polizeipräsidium gaben Polizeipräsident Michael Tegethoff und Polizeidirektor Torsten Englert detaillierte Einblicke in die Planungen für das Landesfest, zu dem bis zu 700.000 Besucherinnen und Besucher erwartet werden. „Wir wollen ein Höchstmaß an Sicherheit bieten“, betonte Tegethoff.


Von Freitag, 12. Juni, bis Sonntag, 21. Juni, wird Fulda zum Treffpunkt für hunderttausende Menschen. Konzerte, Ausstellungen, Begegnungen und die Hessentagsstraße sollen zahlreiche Möglichkeiten bieten, gemeinsam zu feiern und unbeschwerte Stunden zu verbringen. Für die Polizei bedeutet das zugleich einen der größten Einsätze der vergangenen Jahre. „Der Hessentag ist für unsere Region ein außergewöhnliches Ereignis und zugleich Anlass für einen komplexen und anspruchsvollen Polizeieinsatz. Für uns ist es eine besondere Verantwortung, gemeinsam mit der Stadt Fulda und weiteren Partnern zu einem sicheren und friedlichen Verlauf beizutragen. Wir wollen ein Höchstmaß an Sicherheit bieten“, erklärte Polizeipräsident Michael Tegethoff.

Polizeidirektor Torsten Englert, der gemeinsam mit Kriminaldirektor Tobias Murch als Polizeiführer im Führungsstab eingesetzt sein wird, sprach von einem „Marathon“ für die Einsatzkräfte. Die Polizei bereite sich bereits seit dem vergangenen Jahr intensiv auf den Hessentag vor. „Wir haben uns gründlich und lange darauf vorbereitet“, betonte Englert. Dabei habe die Polizei eng mit der Stadt Fulda als Veranstalterin sowie weiteren Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben zusammengearbeitet.

Der Hessentag der „kurzen Wege“ werde sich über eine 2,7 Kilometer lange Hessentagsstraße erstrecken, der Festzug am letzten Veranstaltungstag verlaufe über knapp zwei Kilometer. Täglich werde das Festgelände von 10 bis 24 Uhr geöffnet sein. Anhand der bisherigen Verkaufszahlen für Veranstaltungen rechne die Polizei damit, dass sich die Gesamtbesucherzahl über die zehn Tage hinweg im Bereich von rund 700.000 Menschen bewegen könnte. „Wir haben versucht, den Einsatz vom Ende, vom Erfolg her zu denken“, sagte Englert. Erfolgreich sei der Einsatz dann, „wenn wir einen friedlichen, sicheren und möglichst unbeschwerten Hessentag gewährleisten“.

Hessentagswache im Stadtschloss

Für die Dauer des Hessentags richtet die Polizei im Stadtschloss Fulda eine zentrale Hessentagswache ein. Sie befindet sich direkt gegenüber dem Busbahnhof und dient rund um die Uhr als zentrale Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger. Die Wache ist unter der Rufnummer 0661/102-1360 erreichbar. Zusätzlich werden zahlreiche Polizeibeamtinnen und -beamte im gesamten Veranstaltungsbereich unterwegs und jederzeit ansprechbar sein. Nach Angaben von Englert werden täglich Einsatzkräfte „im dreistelligen Bereich“ im Dienst sein – zusätzlich zu den regulären Kräften in Fulda. Unterstützung komme dabei aus ganz Hessen. „Da kommen zur Unterstützung Polizistinnen und Polizisten aus dem ganzen Hessenland zusammen“, erläuterte der Polizeidirektor. Vor allem das Hessische Polizeipräsidium für Einsatz sowie weitere Polizeipräsidien würden personell, logistisch und technisch unterstützen. Die Polizei werde sowohl uniformiert als auch zivil präsent sein. „Wir wollen eine bestmögliche Sicherheit mit Augenmaß herstellen“, hob Englert hervor. Der Hessentag solle trotz hoher Sicherheitsanforderungen „ein offenes Volksfest bleiben“.

Sicherheitslage: Keine konkreten Hinweise auf Störungen

Die Hessentage der vergangenen Jahre seien grundsätzlich störungsfrei und friedlich verlaufen. Auch mit Blick auf Fulda gebe es derzeit keine konkreten Hinweise auf mögliche Störungen oder Gefährdungen. „Momentan liegen keine konkreten gefährdungsrelevanten Erkenntnisse oder Hinweise auf mögliche Störaktionen in Bezug auf den diesjährigen Hessentag in Fulda vor“, teilte die Polizei mit. Gleichwohl beobachteten Polizei und Sicherheitsbehörden die allgemeine Sicherheitslage kontinuierlich und stünden in engem Austausch mit Bundes- sowie Landesbehörden.

Ein wichtiger Bestandteil des Sicherheitskonzeptes ist das umfangreiche Sperrkonzept. Laut Englert werde es im Stadtgebiet insgesamt 77 Sperrstellen geben, die verhindern sollen, dass Fahrzeuge in den Bereich der Hessentagsstraße einfahren können. „Es wird also auf der Hessentagsstraße keinen Fahrzeugverkehr geben“, sagte Englert. Ausnahmen seien lediglich Einsatzfahrzeuge von Polizei und Rettungsdiensten.

Videoschutzanlagen und Polizeidrohnen im Einsatz

Ergänzend setzt die Polizei auf moderne Technik. Auf dem Veranstaltungsgelände kommen Videoschutzanlagen zum Einsatz. Diese sollen helfen, die Sicherheitslage kontinuierlich zu bewerten und bei möglichen Störungen schnell reagieren zu können. „Die Videoschutzanlagen geben uns die Möglichkeit, die Sicherheitslage eng zu begleiten und auf vermutete Sicherheitsstörungen so schnell als möglich reagieren zu können“, erläuterte Englert. Darüber hinaus wird die Polizei eigene Drohnen einsetzen. Diese sind an einem blauen Blinklicht erkennbar und dienen unter anderem der Lageübersicht sowie der Unterstützung der Einsatzkräfte bei größeren Menschenansammlungen oder Gefahrenlagen. Gleichzeitig gilt für den gesamten Veranstaltungsbereich ein grundsätzliches Drohnenverbot. Das Hessentagsgelände wird während der Veranstaltung als polizeilicher Einsatzraum ausgewiesen. Nicht autorisierte Drohnenflüge sollen konsequent unterbunden werden. „Uns ist es wichtig, dass über dem Veranstaltungsgelände nur erlaubte Drohnenflüge stattfinden“, sagte Englert. Verboten sei dabei nicht nur das Fliegen selbst, sondern auch das Mitführen entsprechender Steuerungseinrichtungen. „Auch die Fernbedienungen, die dazu dienen können, eine Drohne irgendwo aufsteigen zu lassen, sind etwas, was man auf dem Hessentag nicht mitführen darf.“ Speziell geschulte Kräfte des Hessischen Polizeipräsidiums für Einsatz sollen mögliche unerlaubte Drohnenflüge erkennen und abwehren können. „Die bringen auch ihr Equipment mit, was es uns ermöglicht, Drohnen, die bei uns in den Luftraum eindringen sollten, über dem Hessentag entsprechend abzuwehren“, erklärte Englert.

Verkehrsmaßnahmen und Empfehlungen

Während des Hessentags rechnen Polizei und Stadt Fulda mit einem deutlich erhöhten Verkehrsaufkommen. Besonders an Tagen mit großen Konzertveranstaltungen könne es zu Verzögerungen bei An- und Abreise kommen.

Die Polizei empfiehlt daher:

• nach Möglichkeit öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen
• zusätzliche An- und Abfahrtszeiten einzuplanen
• Beschilderungen und Verkehrshinweise vor Ort zu beachten

Gemeinsam mit der Stadt Fulda und weiteren Partnern werde die Polizei Maßnahmen treffen, um den Verkehr möglichst sicher und reibungslos zu gestalten. Englert kündigte zudem an, dass die Polizei bei Bedarf kurzfristig verkehrslenkende Maßnahmen umsetzen werde. Unter anderem sollen Motorradstreifen eingesetzt werden, um Störungen möglichst schnell aufzulösen.

Aktuelle Informationen zu Verkehrsmaßnahmen, Sperrungen und Verkehrsstörungen veröffentlicht die Polizei Hessen fortlaufend auf ihrer Internetseite unter:
https://www.polizei.hessen.de/service/verkehrsmeldungen

Verbote auf dem Festgelände

Neben dem Drohnenverbot gelten auf dem Hessentag weitere Einschränkungen. Gemeinsam mit der Stadt Fulda werde ein teilweises Glasverbot umgesetzt. Zudem gilt aufgrund der bestehenden Waffenverbotszone ein umfassendes Mitführverbot für Waffen und Messer. Darüber hinaus wird es laut Englert eine Allgemeinverfügung der Stadt Fulda geben, die auch Cannabisprodukte auf dem Veranstaltungsgelände untersagt. Die Polizei kündigte an, die Einhaltung dieser Regelungen konsequent zu überwachen und bei Verstößen einzuschreiten. Zugleich seien auch präventive Kontrollen vorgesehen.

Moderne Technik für Einsatzkräfte und Besucher

Die Polizei setzt während des Hessentags zudem auf moderne mobile Technik. Über dienstliche Smartphones erhalten die Einsatzkräfte aktuelle einsatzrelevante Informationen wie digitale Lagepläne, Hinweise zu Veranstaltungen oder aktuelle Verkehrsmaßnahmen. „Wir wollen auch den Funkverkehr reduzieren“, erläuterte Englert. Die mobilen Endgeräte ermöglichten es den Kräften, sich jederzeit einen aktuellen Überblick über die Lage zu verschaffen. Auch Besucherinnen und Besucher sollen von den technischen Möglichkeiten profitieren. Einsatzkräfte können vor Ort mit digitalen Karten, QR-Codes und Hinweisen zu Veranstaltungsorten unterstützen.

Polizei setzt auf enge Zusammenarbeit mit Besuchern

Neben der hohen Polizeipräsenz setzt die Polizei besonders auf die Mithilfe der Besucherinnen und Besucher. „Sicherheit ist eine gemeinsame Aufgabe. Wenn Bürgerinnen und Bürger etwas Verdächtiges oder Ungewöhnliches bemerken, bitten wir darum, unsere Einsatzkräfte anzusprechen oder den Notruf zu wählen. Frühzeitige Hinweise helfen uns, schnell reagieren und mögliche Gefahren verhindern zu können“, betonte Englert. Auch mit Blick auf Taschendiebstähle gibt die Polizei Präventionstipps. So sollten Besucher nur so viel Bargeld mitnehmen wie nötig, Wertsachen nah am Körper tragen und besonders in Menschenmengen auf persönliche Gegenstände achten. Smartphones sollten nicht unbeaufsichtigt bleiben und Bankkarten im Verlustfall sofort über den Sperr-Notruf 116116 gesperrt werden.

Polizei Bistro und Blaulichttag

Im Polizei Bistro auf dem „Platz der Polizei“ werden während des Hessentags erneut verschiedene Informations- und Präventionsangebote präsentiert. Zudem wird dort die Einstellungsberatung der Polizei vertreten sein. Am 14. Juni findet außerdem der „Tag des Blaulichts“ statt, bei dem auch junge Polizeikräfte vereidigt werden sollen.

Informationen über Social Media und gemeinsame Pressestelle

Während des Hessentags informiert die Polizei fortlaufend über aktuelle Entwicklungen, Hinweise und Verkehrsmaßnahmen über ihre Social-Media-Kanäle:

• Instagram: polizei_oh
• WhatsApp: Polizei Osthessen
• X: Polizei_OH

„Wir wünschen allen Gästen eine schöne Zeit auf dem Hessentag in Fulda. Unsere Einsatzkräfte werden alles daransetzen, dass Sie sicher feiern können. Daher gilt mein besonderer Dank bereits jetzt meinen Kolleginnen und Kollegen, aber auch unseren Partnern, die täglich zur Sicherheit auf dem Hessentag beitragen“, sagte Polizeipräsident Tegethoff abschließend.

Polizeipräsidium Osthessen informiert zum Hessentag. Fotos: Janosch Hensel

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