Fulda bereit für den Hessentag: Programm vorgestellt

Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld, das Hessentagspaar Max und Vera Dudyka und der Chef der Hessischen Staatskanzlei, Staatssekretär Benedikt Kuhn. Foto: Janosch Hensel

Fulda – Von Janosch Hensel – Der Countdown läuft: In nur knapp einem Monat wird Fulda zum Mittelpunkt Hessens. Beim 63. Hessentag vom 12. bis 21. Juni erwartet die Besucher ein riesiges Programm mit fast 1200 Veranstaltungen – von großen Konzerten über Sport- und Kulturangebote bis hin zu Mitmachaktionen für Familien. Bei der offiziellen Programmvorstellung im künftigen „Treffpunkt Hessen“ im Konzeptkaufhaus Karl stellten Vertreter des Landes, der Stadt und des Organisationsteams nun weitere Details zum Fuldaer Jahreshighlight vor.

 

Zur Vorstellung des Programms hatten sich unter anderem Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld, der Chef der Hessischen Staatskanzlei, Staatssekretär Benedikt Kuhn, die Hessentagsbeauftragten der Stadt sowie das Hessentagspaar versammelt. Im ehemaligen Kaufhaus Karl, das während des Hessentags als „Treffpunkt Hessen“ dienen wird, laufen die Vorbereitungen bereits sichtbar auf Hochtouren. Viele Höhepunkte des Hessentags waren bereits bekannt – darunter die teils schon ausverkauften Abendveranstaltungen in der Domplatz-Arena oder der große Festzug zum Abschluss am 21. Juni. Bei der Programmvorstellung wurden nun aber auch zahlreiche weitere Angebote präsentiert: Von Hochseilakrobatik über Comedy und Lesungen bis hin zu Sport-Workshops, Tanzprojekten, Street-Art, Familienaktionen und Mitmachangeboten.

Staatssekretär Benedikt Kuhn bezeichnete den Hessentag als „Fest der Gastfreundschaft, der Begegnungen und der Verbindung von Heimatverbundenheit und Innovationsfreude“. Fulda sei als traditionsbewusste und zugleich moderne Stadt genau der richtige Austragungsort für das Landesfest 2026. „Unter dem Motto ,FD – Foll hessisch‘ lädt Fulda 2026 zum Hessentag ein. Die Domstadt trifft damit den Ton eines besonderen Jahres: Wir feiern 80 Jahre Hessen. Fulda ist geprägt durch seine barocke Geschichte, seine historische Innenstadt, sein Naherholungsgebiet und seine Freude am Fortschritt“, sagte Kuhn. Gerade in einer Zeit, „in der unser gesellschaftlicher Zusammenhalt unter Druck steht, in der Orte für offene Begegnungen und Gespräche weniger werden“, sei der Hessentag von unschätzbarem Wert. „Fulda statt Filterblasen – das erwartet uns beim Hessentag 2026“, erklärte Kuhn weiter. Als Jubiläums-Highlights nannte er unter anderem die Premiere eines Hessen-Musicals im Rahmen der Musical-Gala sowie eine besondere Weinprobe der Hessischen Staatsweingüter Kloster Eberbach mit der Jubiläums-Cuvée „80 Jahre Hessen“.

Fester Bestandteil des Hessentags sei zudem erneut die Sonderschau „Der Natur auf der Spur“, bei der Besucher mehr über regionale Produkte, Umwelt und natürliche Lebensgrundlagen erfahren können. Den Abschluss bilde traditionell der große Festumzug am 21. Juni. Kuhn hob außerdem die nachhaltigen Effekte des Landesfestes hervor: „Der Hessentag ist ein Investitionsprogramm für die gesamte Region. Mit unseren Fördermitteln sorgen wir für einen nachhaltigen Modernisierungsschub.“ Besonders dankte der Chef der Staatskanzlei den zahlreichen Helfern und Ehrenamtlichen: „Ohne die unzähligen haupt- und ehrenamtlich aktiven Menschen wäre der Hessentag gar nicht denkbar. Mein großer Dank gilt deshalb dem Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld, dem Magistrat, dem Hessentagspaar, dem engagierten Hessentagsteam der Stadt Fulda sowie den vielen Ehrenamtlichen und Einsatzkräften. Mit viel Herzblut und beeindruckender Leidenschaft machen sie dieses Fest überhaupt erst möglich.“

Auch Wingenfeld sprach von einer deutlich spürbaren Vorfreude in der Stadt. „Überall in der Stadt wird mit hoher Intensität für den Hessentag gearbeitet, und die Vorfreude steigt spürbar. Der Wille zum Mitarbeiten und Mitgestalten ist überall riesengroß. Wir möchten den Menschen aus ganz Hessen ein wirklich unvergessliches Landesfest bieten“, blickte Wingenfeld voraus. Die Besucher könnten aus „fast 1200 kostenfreien Programmpunkten auswählen, zusätzlich zu zehn hochkarätigen Musik-Events in der Hessentagsarena auf dem Domplatz“. Fulda punkte dabei nicht nur mit seiner zentralen Lage, sondern auch mit einem durchdachten Flächenkonzept. Die fast drei Kilometer lange Hessentagsstraße führt quer durch die Innenstadt bis in die Fulda-Aue. Lokale Gewerbetreibende und Gastronomen seien eng eingebunden. „Unser Landesfest ist eine Veranstaltung mit langer Tradition, aber Fulda setzt auch gerne eigene Akzente“, betonte Wingenfeld. Als Beispiele nannte er das Thema Nachhaltigkeit sowie die neue Platzierung der Arena mitten im Veranstaltungsgelände. Zum ersten Mal werde zudem der „Treffpunkt Hessen“ in einer bereits bestehenden Immobilie – dem ehemaligen Kaufhof-Gebäude – eingerichtet.

Während die politischen Vertreter vor allem den gesellschaftlichen Charakter des Landesfestes betonten, gaben Hessentagsbeauftragter Dominik Höhl und Veranstaltungskoordinatorin Tina Bier detaillierte Einblicke in das Programm und die organisatorischen Herausforderungen. „Wir haben rund 97.000 Quadratmeter Veranstaltungsfläche, die wir in den nächsten Tagen bespielen müssen“, erläuterte Höhl. Für den Aufbau müssten rund 500.000 Lkw-Ladungen bewältigt werden. Trotz der Größe des Projekts sei die Stimmung im Organisationsteam positiv. „Wir schlafen ruhig, aber es bleibt spannend“, sagte Höhl zu Beginn mit einem Schmunzeln. Besonders beeindruckt zeigten sich die Organisatoren von der Resonanz aus der Bevölkerung. Über 700 Programmbewerbungen von Vereinen, Initiativen und Institutionen seien eingegangen. „Es ist überwältigend zu sehen, wie viele Menschen sich mit Ideen eingebracht haben. Genau das macht den Hessentag aus – Gemeinschaft, Begegnung und Engagement“, erklärten Höhl und Bier unisono.

Das Programm sei schließlich zu einem großen Gesamtbild zusammengefügt worden. Besucher sollen dabei von einer „Stadt der kurzen Wege“ profitieren. Insgesamt 23 Erlebnis- und Themenwelten prägen den Hessentag – von der Polizei über den hr-Treff bis hin zur Sonderschau „Der Natur auf der Spur“. „Man taucht beim Laufen durch die Stadt ständig in eine andere Welt ein“, betonte Höhl. Auch die Infrastruktur spiele dabei eine wichtige Rolle. Mehr als 10.000 zusätzliche Parkplätze, Shuttlebusse und verlängerte Nachtbusverbindungen sollen eine entspannte Anreise ermöglichen. „Man kann den Hessentag absolut entspannt genießen“, sagte Höhl.

Musikalisch reicht das Programm weit über die großen Arena-Konzerte hinaus. So wurde bekanntgegeben, dass Sänger Kamrad bei der großen FFH Just-White-Party am 20. Juni auftreten wird. Die Veranstalter rechnen dort mit einer besonderen Festivalatmosphäre mitten in der Innenstadt. Bereits in den ersten Verkaufswochen seien Veranstaltungen nahezu ausverkauft gewesen. Hinzu kommen zahlreiche kleinere Bühnenformate, Tanzveranstaltungen und Vereinsprogramme. Mehr als 40 Vereine beteiligen sich allein am „Tag der Musik“. Außerdem stehen ein Landesposaunentag, regionale Konzertabende und Tanzprojekte auf dem Programm. Auf mehreren Bühnen sollen dabei Menschen aller Generationen auftreten – von Kindergartenkindern bis zu Senioren.

Ein großer Schwerpunkt liegt außerdem auf Sport- und Mitmachangeboten. Beim „Festival des Sports“ warten unter anderem Biathlon-Lichtgewehrschießen, Ninja-Parcours und verschiedene Workshops auf die Besucher. Auch Breakdance – seit kurzem olympische Sportart – wird beim Hessentag vertreten sein. Für Jugendliche entsteht zusätzlich ein eigener Treffpunkt mit Musik, Tanz und Aktionen „von Jugendlichen für Jugendliche“.

Großen Raum nimmt zudem das Familienprogramm ein. In der Sonderschau „Der Natur auf der Spur“ gibt es unter anderem einen Kinder- und Jugendparcours mit rund 15 Stationen rund um Natur, Landwirtschaft und Umwelt. Ergänzt wird das Angebot durch Mitmachaktionen, Klanginstallationen und ein historisches Karussell. Besonders spektakulär dürfte auch die Hochseilakrobatik werden: Mehrmals täglich sollen Artisten in bis zu 45 Metern Höhe zwischen Gebäuden auftreten. Geplant sind unter anderem Menschenpyramiden und artistische Vorführungen über den Köpfen der Besucher. Auch kulturell wird einiges geboten. So entsteht während des Hessentags ein großformatiges Street-Art-Kunstwerk mitten in der Stadt. Im Vonderau Museum wiederum wird das Thema „80 Jahre Kriegsende“ mit Fokus auf Hessen und Fulda aufgegriffen. Hinzu kommen Jazzprojekte, Theater, Lesungen und zahlreiche regionale Kulturangebote. Neu ist außerdem eine große KI- und Digitalwelt. Dort sollen Besucher erleben können, wie Künstliche Intelligenz bereits heute eingesetzt wird – unter anderem mit Robotern, interaktiven Stationen und digitalen Anwendungen. „Wir wollen nicht nur Tradition zeigen, sondern auch den Blick in die Zukunft öffnen“, erklärte Höhl.

Der Hessische Rundfunk wird ebenfalls mit einem umfangreichen Programm vertreten sein. Geplant sind unter anderem Live-Sendungen, Konzerte, Comedy-Formate, Dialogveranstaltungen sowie ein Public Viewing für zwei Deutschlandspiele im Zuge der Weltmeisterschaft gegen Curaçao am 14. Juni (19 Uhr) und gegen die Elfenbeinküste am 20. Juni (22 Uhr). Auch die Kirchen setzen beim Hessentag eigene Akzente. Vorgesehen sind ein großer ökumenischer Gottesdienst auf der „Himmelbühne“, Mitsingaktionen mit rund 1700 Grundschulkindern sowie zahlreiche spirituelle Angebote und Begegnungsformate.

Das komplette Programm gibt es unter https://hessentag-fulda.de/veranstaltungskalender/veranstaltungen

Vorstellung des Hessentags-Programm. Fotos: Janosch Hensel

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