Während in der Innenstadt bereits sichtbare Veränderungen entstehen, laufen hinter den Kulissen die Vorbereitungen auf das Landesfest schon lange auf Hochtouren. Für den Hessentagsbeauftragten Dominik Höhl und sein Team beginnt nun die wohl intensivste Phase der vergangenen eineinhalb Jahre.
„Wir sind jetzt ganz klar in der heißen Vorbereitungsphase angekommen“, sagt Höhl im Gespräch mit Osthessen-Zeitung. „Aktuell sind wir komplett im Aufbaumodus.“ Täglich treffen aktuell neue Lieferungen mit Material in Fulda ein und werden verteilt, disponiert und direkt weiter in den Aufbau gegeben. Schritt für Schritt wird dadurch sichtbar, wie sich die Stadt verändert. „Gerade bei ‚Natur auf der Spur‘ sieht man die Entwicklung inzwischen deutlich. Und in den kommenden Tagen wird das immer mehr sichtbar werden: Der Hessentag kommt in Fulda an.“
Auch an anderen Stellen nehme das Großereignis bereits konkrete Formen an. „Allein beim Kaufhaus Karl wurde das Branding schon umgesetzt, die ersten Stände werden aufgebaut“, berichtet Höhl. In der kommenden Woche folgen dann weitere große Bausteine wie die Aufbauten von Bundeswehr und Hessischem Rundfunk. „Es ist gerade wie ein riesiges Puzzlespiel, das sich Stück für Stück zusammensetzt.“
Hinter den sichtbaren Kulissen sei in den vergangenen Monaten allerdings vor allem eines gefragt gewesen: Organisation. „Die Phase der Bürokratie haben wir inzwischen überwunden“, schmunzelt Höhl. Gerade das Vertragswesen, Abstimmungen mit Partnern und Behörden sowie die Erstellung zahlreicher Dokumente hätten enorm viel Zeit gekostet. „Das sieht im Vordergrund kaum jemand, aber im Hintergrund wird unglaublich viel Arbeit in Form gegossen – oft schlicht auf Papier.“
Einen klassischen Arbeitstag gebe es aktuell kaum noch. „Drei oder vier feste Termine hat man meistens am Tag, alles andere ergibt sich spontan“, beschreibt Höhl den Alltag. Trotz minutiöser Bauzeitenpläne müsse ständig auf neue Situationen reagiert werden. „Es ist einfach der normale Wahnsinn.“ Schließlich umfasst der Hessentag mehr als 1200 – kostenfreie – Programmpunkte. Selbst für den Hessentagsbeauftragten sei das beeindruckend. „Wenn ich abends unterwegs bin und sehe, was überall passiert, dann merkt man einfach: Die Begeisterung in der Region ist da.“
Besonders spürbar wurde diese Begeisterung unter anderem im Bereich „Mitmachen“. Dort seien die Erwartungen deutlich übertroffen worden. „Wir haben über 700 Bewerbungen von Musikern und Bands bekommen“, erzählt Höhl. Jede einzelne Bewerbung habe mehr als zehn Minuten Bearbeitungszeit benötigt. „Das war deutlich mehr Arbeit als ursprünglich einkalkuliert – aber natürlich im positiven Sinne.“ Die enorme Resonanz zeige, wie sehr sich die Region auf den Hessentag freue.
Ähnlich groß sei das Interesse auch am Festumzug gewesen. „Das ist ein schönes Beispiel“, erläutert Höhl. „Nur durch die Fuldaer hätten wir einen eigenen Festzug auf die Beine stellen können.“ Viele Gruppen hätten sich beteiligen wollen. „Da ging es dann oft darum, Dinge miteinander zu verbinden und zu verknüpfen, damit möglichst viele irgendwo eine Chance bekommen.“
Ein einzelnes persönliches Highlight könne er vor Beginn des Hessentags kaum benennen. „Ein absolutes Highlight gibt es für mich nicht“, sagt Höhl. „Ich freue mich eigentlich auf alles.“ Besonders glücklich wäre er allerdings bei gutem Wetter. „Wenn das Wetter mitspielt, dann bin ich vermutlich der glücklichste Mensch überhaupt in dieser Zeit.“ Trotz des engen Terminplans wolle er versuchen, möglichst viele Programmpunkte selbst mitzunehmen – vielleicht sogar das ein oder andere Konzert in der Hessentagsarena auf dem Domplatz.
Wenn Höhl darüber spricht, was nach den zehn Tagen Hessentag bleiben soll, wird schnell deutlich, dass für ihn nicht allein Besucherzahlen oder Programmpunkte entscheidend sind. „Es heißt immer, der Hessentag wirkt über diese zehn Tage hinaus – und genau das würde ich sofort unterschreiben“, betont der Hessentagsbeauftragte. Für Fulda sei schon jetzt etwas entstanden, das weit über das eigentliche Fest hinausreiche. „Wir haben es geschafft, die Region zusammenzubringen und ein echtes Gemeinschaftsgefühl zu schaffen.“ Durch die aktive Beteiligung vieler Vereine, Gruppen und Ehrenamtlicher sei dieses Ziel bereits erreicht worden – noch bevor der Hessentag überhaupt begonnen hat. Am Ende wünscht sich Dominik Höhl vor allem eines: „Dass die Menschen eine schöne Zeit haben.“ Natürlich spiele auch das Thema Sicherheit eine große Rolle. „Der Hessentag muss schön, harmonisch und sicher sein.“ Gleichzeitig hofft er, dass viele Gäste Fulda neu entdecken. „Wenn Besucher sehen, wie schön Fulda ist, und später wiederkommen, dann wäre das für mich ein riesiger Erfolg.“
Und obwohl der Fokus aktuell voll auf den letzten Vorbereitungen liegt, gibt es zwischendurch auch kleine besondere Momente. Einen davon erlebte Höhl erst kürzlich. „Wir haben vor kurzem die finalen Druckdaten für die Beschilderung verschickt“, erzählt er: „Das klingt vielleicht nicht nach dem schönsten Moment, aber es war schon etwas Besonderes, weil damit eine wichtige Deadline geschafft wurde.“ Noch wichtiger seien jedoch die gemeinsamen Momente im Team. „Ab und zu sitzen wir nach Feierabend noch zusammen“, berichtet Höhl. Gerade dabei entstünden besondere Begegnungen. „Da lernt man Kolleginnen und Kollegen von Polizei, Feuerwehr und allen Beteiligten noch einmal auf eine ganz andere Art kennen.“ Genau dieses Miteinander sei es letztlich auch, das den Hessentag in Fulda schon jetzt besonders mache.
