Das Spektakel rund um den „Goldenen Melkschemel“ lockte zahlreiche Besucher an. Am künstlichen Euter der Holzkuh „Hessica“ ging es um Sekunden: Jeder Teilnehmer hatte exakt eine halbe Minute Zeit, um so viel Flüssigkeit wie möglich zu melken. Das Hessentagspaar legte stark vor: Während Vera Dudyka 170 Milliliter erreichte, wurde sie von ihrem Ehemann Max mit 220 Millilitern übertroffen. An den Start gingen außerdem Bürgermeister Dag Wehner, Michael Ruhl als Staatssekretär im Hessischen Landwirtschaftsministerium, Wiebke Knell als Vorsitzende des Landwirtschaftsausschusses im Hessischen Landtag, die Präsidentin des Landfrauenverbands Hessen Ursula Pöhlig sowie Kreislandwirt Winfried Schäfer und Stefan Schneider vom Kreisbauernverband Fulda-Hünfeld. Den Gesamtsieg und damit die begehrte Trophäe sicherte sich schließlich Johannes Hamenstädt, Landesvorsitzender der Hessischen Landjugend, mit starken 260 Millilitern.
Empfang des Hessischen Bauernverbandes
Im Vorfeld hatte der Hessische Bauernverband zu seinem traditionellen Empfang eingeladen. Vertreterinnen und Vertreter aus Landwirtschaft, Politik und Gesellschaft kamen zusammen, um aktuelle Themen zu diskutieren und direkt ins Gespräch zu kommen. Vor dem Hintergrund aktueller politischer Entwicklungen machte HBV-Präsident Karsten Schmal deutlich: „Viele landwirtschaftliche Betriebe stehen wirtschaftlich stark unter Druck. Steigende Kosten, unsichere Rahmenbedingungen und hohe Anforderungen prägen den Alltag auf den Höfen.”
Besonders arbeitsintensive Bereiche wie Obst-, Gemüse- und Weinbau sind von steigenden Lohnkosten betroffen. Gleichzeitig belasten hohe Ausgaben für Betriebsmittel wie Dünger und Diesel die Betriebe zusätzlich. „Gerade die Region Fulda ist geprägt von einer vielfältigen Landwirtschaft mit einem großen Anteil tierhaltender Betriebe. Viele Landwirtinnen und Landwirte stehen vor der Herausforderung, ihre Ställe an gestiegene gesellschaftliche Erwartungen und neue gesetzliche Vorgaben anzupassen und gleichzeitig wirtschaftlich tragfähig zu bleiben”, betonte der HBV-Präsident.
Minister verspricht Unterstützung bei Versicherungen
Hessens Landwirtschaftsminister Ingmar Jung dankte dem Kreisbauernverband Fulda für den gelungenen Auftritt auf dem Hessentag und lobte auch die Zusammenarbeit mit dem HBV. Beide Seiten sind nicht immer einer Meinung, aber verfolgen das gleiche Ziel und ziehen oft an einem Strang: „Gerade gestern bei unserem Dialog-Format ‚Landwirtschaft im Gespräch‘ haben wir wieder gemerkt, wie ein konstruktiver Austausch aussieht.“ Und der Landwirtschaftsminister hatte gute Nachrichten dabei: „Wir werden das Thema Mehrgefahrenversicherung in den nächsten Haushaltsverhandlungen so aufstellen, dass wir Ihnen da ein vernünftiges Angebot machen können. Wir müssen es hinbekommen, dass wir Ihnen als Staat die Möglichkeit geben, eine wirtschaftlich sinnvolle Entscheidung zu treffen, ob Sie sich versichern oder nicht. Der Aufwand lohnt sich auf Dauer.“ Auch Dag Wehner fand passende Worte: „In der Tat ist es die Landwirtschaft, die Fulda immer noch prägt. Auch wenn die Anzahl der Betriebe deutlich rückläufig ist, ist sie ein prägendes Element für die Stadt Fulda, für die Region Osthessen und natürlich insbesondere für die Rhön.“ Die Landwirtschaft sei zudem ein wichtiger Wirtschafts-, Landschafts- und Kulturfaktor.
