MIT-Forum: Zwischen Landesfest und Bürokratieabbau

Foto: Janosch Hensel

Fulda (jah) – Volles Haus im Marmorsaal des Stadtschlosses: Im Rahmen des 63. Hessentags hatte die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) Hessen gemeinsam mit der MIT Fulda am Freitagabend zum Mittelstandsforum eingeladen. Zahlreiche Unternehmer, Vertreter aus Politik und Wirtschaft sowie weitere Gäste nutzten die Gelegenheit zum Austausch. Im Mittelpunkt stand das Thema Bürokratieabbau – doch auch die besondere Atmosphäre des Hessentags spielte an diesem Abend eine wichtige Rolle.

Begrüßt wurden die Gäste von MIT-Landesvorsitzendem Marco Reuter und dem Fuldaer MIT-Kreisvorsitzenden Florian Wehner. Unter den Ehrengästen waren Hessens Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales und Entbürokratisierung, Manfred Pentz, der Präsident der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU), Wolf Matthias Mang, sowie die Bundesvorsitzende der MIT, Gitta Connemann. Auch zahlreiche Unternehmer aus der Region waren der Einladung gefolgt. Bereits zur Begrüßung zeigte sich Reuter erfreut über den großen Zuspruch. „Der Erfolg unseres Landes sitzt heute Abend hier in diesem Raum. Das sind die Unternehmerinnen und Unternehmer, die jeden Tag Verantwortung übernehmen“, sagte er. Zugleich betonte er die enge Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Politik und bezeichnete den Mittelstand als tragende Säule des Wohlstands.

Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld hieß die Gäste in der Hessentagsstadt willkommen und warf einen Blick auf die bisherigen Festtage. Die Erwartungen seien bereits deutlich übertroffen worden. „Wir hatten ursprünglich mit rund 700.000 Besucherinnen und Besuchern gerechnet. Bereits jetzt liegen wir bei etwa 850.000 Gästen“, erklärte Wingenfeld unter dem Applaus der Anwesenden. Außerdem überbrachte er Grüße des Hessentagspaares Vera und Max Dudyka. Mit einem Augenzwinkern verwies er darauf, dass Max Dudyka selbst Mitglied der MIT Hessen sei. Inhaltlich stand der Austausch über wirtschaftliche Rahmenbedingungen im Mittelpunkt. Wingenfeld unterstrich dabei die Bedeutung des Dialogs zwischen Politik und Unternehmen. „Wir brauchen eine Politik, die sich darauf konzentriert, wie das Geld in der Wirtschaft verdient wird – und nicht nur darauf, wie es verteilt werden kann“, sagte der Oberbürgermeister.

Als Ehrengast sprach anschließend Minister Manfred Pentz. Der Minister zeigte sich beeindruckt vom Hessentag in Fulda und lobte die Region als wichtigen Standort für Wirtschaft und Mittelstand. „Fulda ist eine tolle Stadt und eine tolle Region“, sagte Pentz. Beim Thema Bürokratieabbau plädierte er für konkrete Lösungen statt pauschaler Forderungen. „Lassen Sie uns ganz konkret identifizieren, welche Formulare und Vorschriften wir abschaffen können“, erklärte der Minister.

Auch MIT-Bundesvorsitzende Gitta Connemann richtete sich an die Gäste. Sie war eigens aus Paris nach Fulda gekommen und warb dafür, die Anliegen des Mittelstands konsequent in politische Entscheidungen einzubringen. Dabei verwies sie auf aktuelle Projekte zur Digitalisierung von Verwaltungsprozessen. „Wenn wir zukünftig den Mittelstand in Deutschland stärken wollen, müssen wir ermöglichen, dass die Menschen nicht monatelang auf Genehmigungen warten“, forderte Connemann. Zugleich machte sie deutlich, dass Veränderungen oftmals nur Schritt für Schritt umgesetzt werden könnten: „Das Schwierigste ist, die unterschiedlichen Ebenen zusammenzubringen und daraus ein funktionierendes System zu machen.“

Neben den Redebeiträgen nutzten viele Gäste die Gelegenheit zum persönlichen Austausch. Beim anschließenden Get-together wurde weiter diskutiert, Kontakte wurden geknüpft und bestehende Netzwerke gepflegt. Kreisvorsitzender Florian Wehner zog dabei ein positives Fazit der Veranstaltung, die zahlreiche Vertreter aus Wirtschaft und Politik zusammengeführt hatte. So verband das Mittelstandsforum im historischen Marmorsaal wirtschaftspolitische Themen mit dem besonderen Flair des Hessentags. Der große Zuspruch zeigte einmal mehr, dass der Mittelstand in der Region nicht nur wirtschaftlich, sondern auch gesellschaftlich eine wichtige Rolle spielt.

MIT-Forum im Marmorsaal. Fotos: Janosch Hensel

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