Landesfest vorbei: Einzelhandel zieht gemischte Bilanz

Auf den Fuldaer Straßen war in während des Hessentages viel los - doch die Bilanz des Einzelhandels in der Innenstadt fällt nach dem Landesfest gemischt aus. Symbolfoto: Ralph Görlich

Fulda (st) – Mit dem großen Festzug am Sonntag ging der 63. Hessentag in Fulda zu Ende. Zwar lockte das Landesfest nach Angaben der Veranstalter rund 1,1 Millionen Besucher nach Fulda, für den Einzelhandel fiel die Bilanz jedoch unterschiedlich aus. Während einige Geschäfte zufrieden auf die vergangenen Tage zurückblicken, hätte es für andere besser laufen können.

Barbara Fritz, Inhaberin der Rathaus Buchhandlung, zeigte sich zufrieden. „Es kamen viele Besucher und waren zufrieden“, sagte sie gegenüber Osthessen-Zeitung. Vor allem Karten seien gefragt gewesen, weniger Bücher. Dennoch habe sich der Hessentag positiv auf den Umsatz ausgewirkt. „Es war ein schönes Event für Fulda“, betonte Fritz.

Weniger euphorisch fällt das Fazit bei einigen ihrer Kollegen aus. Carmen Kramm, Geschäftsleiterin des Modehauses Schneider, hatte sich mehr erhofft. „Wir hatten viele Neukunden, was positiv ist“, sagte sie. Gleichzeitig habe sie jedoch den Eindruck gewonnen, dass es viele Besucher eher in die Bereiche des Hessentags gezogen habe, in denen mehr Programm geboten wurde. Für die Kunden hatte das Modehaus ein Gewinnspiel organisiert, dessen Gewinner in Kürze ausgelost werden.

Auch Markus Schäfer, Mitinhaber von Feinsinn, zieht eine eher verhaltene Bilanz. Zwar habe das Stammpublikum den Besuch des Geschäfts mit einem Hessentagsbesuch verbunden, insgesamt seien die Erwartungen jedoch höher gewesen. Positiv bewertet er dennoch die Wirkung des Landesfestes für die Stadt. Wenn der Trubel vorbei sei, könnten viele Gäste noch einmal nach Fulda zurückkehren und die Stadt in Ruhe erkunden.

Ähnlich äußerte sich Reginald Bukel, Inhaber des Centhofs. Die Bilanz sei „durchwachsen“ ausgefallen. Die Bahnhofstraße sei zwar gut besucht gewesen, auch die Tiefgarage sei trotz der Sperrungen stark genutzt worden. Insgesamt habe man sich jedoch mehr erhofft. „Da hat vielleicht auch das Wetter mitgespielt. Bei so hohen Temperaturen gehen die Leute weniger raus“, sagte Bukel.

Ein positives Fazit zieht dagegen Nadja Moretti, die vor Kurzem ihren Pop-up-Store in der Friedrichstraße eröffnet hat. „Ich finde es sensationell, was die Stadt da auf die Beine gestellt hat“, sagte sie. Besonders die Organisation habe sie überzeugt. Die Abstimmung bei Versorgung und Lieferverkehr habe aus ihrer Sicht sehr gut funktioniert. Die Kritik einiger Einzelhändler könne sie dennoch nachvollziehen. Sie betreibt selbst ein weiteres Geschäft außerhalb der Hessentagsmeile, das während des Landesfestes deutlich weniger besucht worden sei. Für ihren Pop-up-Store falle die Bilanz dagegen positiv aus.

Auch Felix Wessling, Vorsitzender des Vereins City Marketing Fulda, blickt zufrieden auf die vergangenen Tage zurück. „Es war toll“, sagte er gegenüber Osthessen-Zeitung. Die Kritik aus Teilen des Handels könne er verstehen. Gleichzeitig sei er überzeugt, dass die langfristigen Effekte des Hessentags positiv ausfallen werden. Viele Besucher hätten ihm gesagt, wie schön Fulda sei und dass sie deshalb gerne wiederkommen möchten.

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