„Im Herzen eins“: Startschuss für die Hessentagskirche

Foto: Paul Kukula

Fulda (pm/pk) – Zum Hessentag setzen das Bistum Fulda, die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) und die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) ein starkes ökumenisches Zeichen. Unter dem Motto „Im Herzen eins“ gestalten sie vom 12. bis 21. Juni in Fulda ein gemeinsames Programm, das Glaube, Begegnung und Gemeinschaft verbindet. Am Donnerstag wurde das Angebot in der Stadtpfarrkirche offiziell vorgestellt.

Die Stadtpfarrkirche bildet das zentrale Zentrum für dieses Programm. Am Freitagabend fällt dort um 18 Uhr der offizielle Startschuss, zu dem auch Ministerpräsident Boris Rhein erwartet wird. An insgesamt vier Standorten machen die Kirchen mit rund 110 Veranstaltungen sichtbar, wofür sie gemeinsam stehen: Gastfreundschaft, kulturelle Vielfalt und spirituelle Tiefe. Unterstützt werden die Aktivitäten von der Diakonie Hessen, dem Caritasverband für die Diözese Fulda sowie von mehr als 170 Ehrenamtlichen.

Bei der Vorstellung übernahmen Matthias Reger, Pressesprecher des Bistums Fulda, und Anja Berens, Pressesprecherin der EKKW, die Begrüßung. Anschließend übergaben sie das Wort an Dieter Dersch und Elena Otto, die für die detaillierte Gestaltung des Programms zuständig sind. „Das möchte ich am Anfang ganz deutlich sagen: Es ist ein riesiges Team an Ehrenamtlichen, das sind nicht nur wir zwei“, betonte Dersch.

Das Herz als Symbol des Austauschs

Die Verantwortlichen sprachen über das eigens für das Projekt entwickelte Logo, das zwei zu einem Herz verschmelzende Sprechblasen zeigt. „Wir sehen in der Mitte: Dort wird es rot, dort passiert etwas ganz Besonderes. Da kommen wir zusammen, dort sind wir im Austausch, da wachsen wir miteinander und teilen Erfahrungen“, erläuterte Otto. Dies bedeute, dass dieses Zusammenkommen zusammenschweiße, ohne dass alles gleich sein müsse. „Das ist im Herzen eins“, so Otto weiter.

Während des Hessentages wird in der Stadtpfarrkirche, der sogenannten „Herzmitte“, eine stündlich wechselnde, multimediale Inszenierung biblischer Herzensgeschichten dargestellt. Neben der Videoinstallation „Herzkönig“ gibt es eine Live-Aufführung, bei der Musicaldarstellerin Debora Ochoa als „Herzdame“ in verschiedene Rollen schlüpft. Einen ersten Einblick in diese Performance gab sie bereits am Donnerstag. Multi-Screen-Video-Installationen, eigens entwickelte Musik sowie Licht- und Klangräume verbinden sich zu einer emotionalen Erlebniswelt, wie der verantwortliche Frankfurter Künstler Parviz Mir-Ali erläuterte. Darüber hinaus erklingt täglich um 13.15 Uhr in der Stadtpfarrkirche Orgelmusik; um 17.15 Uhr folgen Posaunenserenaden, und ab 22.15 Uhr stärkt ein „Impuls zur Nacht“.

Himmelsbühne, Severikirche und Segensgondel

Weitere Akzente setzt die Kirche an drei zusätzlichen Standorten in den Fulda-Auen, an der Severikirche und in der Innenstadt. Auf der Himmelsbühne in den Fulda-Auen, auch „Herzklang“ genannt, wird ein buntes Familienprogramm mit Konzerten und Beiträgen geboten, das von Gemeinden, Chören, Bands sowie Jugend- und Seniorenteams mitgestaltet wird.

Ruhigere Momente verspricht die Severikirche in der Innenstadt unter dem Motto „Herzzeit“. „Die Herzzeit ist eine Zeit der Ruhe. Es gibt kleine Impulse und Anlehnungen, die in die Ruhe führen sollen, zudem gibt es Chillout-Möglichkeiten“, erklärte Otto. Dort ist Platz für Meditation durch Musik, Gesang und Wortkunst. In der Segensgondel des Riesenrads („Herzblick“) können Besucher den Hessentag zudem aus einer neuen Perspektive erleben und einen Segensmoment genießen.

Höhepunkt: Ökumenischer Hessentags-Gottesdienst am 14. Juni

Der absolute Höhepunkt der gemeinsamen Tage wird der ökumenische Hessentags-Gottesdienst am kommenden Sonntag um 10 Uhr sein. Dabei verwandelt sich die Domplatz-Arena in eine große Open-Air-Kirche. In dem von Bischöfin Dr. Beate Hofmann und Bischof Dr. Michael Gerber gestalteten Gottesdienst soll spürbar werden, was gelebte Ökumene bedeutet. Die „Mambo Kingx“, der ökumenische Hessentagschor mit rund 120 Sängerinnen und Sängern sowie ein 160-köpfiger Posaunenchor gestalten den Vormittag mit. Zudem bringen Dennis Martin und Ethan Freeman musikalische Elemente aus dem Musical „Bonifatius“ auf die Bühne. Geplant ist ferner ein Auftritt von Kindern aus Grundschulen, Kitas und Kinderchören, die das eigens für den Hessentag komponierte Lied „Im Herzen eins“ anstimmen werden. „Da wollen die Verantwortlichen, ähnlich wie am vergangenen Sonntag beim Bonifatiusfest, den Domplatz gut füllen und einen ganz besonderen Hessentags-Gottesdienst feiern“, blickte Dersch voller Vorfreude auf das Großereignis.

Bläsermusik zum Landesposaunentag am 20. Juni

In ein großes Fest der Bläsermusik verwandelt sich der Hessentag zudem am Samstag, 20. Juni, wenn der erste ökumenische Landesposaunentag Musikerinnen und Musiker aus der EKKW, der EKHN und dem Bistum Fulda zusammenbringt. Zu hören sind festliche Choräle und moderne Arrangements. Musik und Gemeinschaft verspricht auch der Festgottesdienst „Gott gab uns Atem“. Ab 18 Uhr sorgt das Ensemble „Genesis Brass“ auf der Himmelsbühne für echte Festivalatmosphäre.

Abschlussgottesdienst auf der Hessenbühne am 21. Juni

Den feierlichen Abschluss bildet der Gottesdienst „Vom Kopf zum Herz“ am Sonntag, 21. Juni, um 10 Uhr auf der Hessen-Bühne am Universitätsplatz, gestaltet von Dekan Dr. Thorsten Waap und Dechant Stefan Buß. Für die musikalische Untermalung sorgen Domkapellmeister Franz-Peter Huber und Bezirkskantor Tobias Wirth. Im Anschluss ziehen die Kirchen mit einem kreativen Wagen beim großen Hessentags-Festzug mit, um zu zeigen: Kirche ist mitten im Leben – bunt, fröhlich und nah bei den Menschen.

„Im Herzen eins“: Programm für die Hessentagskirche. Fotos: Paul Kukula.

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