Rose-Lore Scholz, Kulturbeauftragte und stellvertretende Vorsitzende des BdV-Landesverbandes Hessen, führte als Moderatorin durch die gut besuchte Veranstaltung. Den Gästen wurden lebendige Einblicke in die kulturelle Vielfalt mit traditionellen Tänzen und prächtigen Trachten geboten. Die Darbietungen des Egerländer Volkstanzkreises Hessen und der Siebenbürgischen Tanzgruppe Neu-Isenburg und Pfungstadt sowie der Gesang des russland-deutschen Chors „Melodia“ und des Chors „Kalyna“ ließen das kulturelle Erbe spürbar werden. Die Siebenbürger Musikanten Rüsselsheim rundeten das Programm musikalisch ab.
Das große Highlight des Tages war die Festrede von Ministerpräsident Boris Rhein. „Dieses Kulturfest ist ein Herzstück eines jeden Hessentages und auch dieses Hessentages. Das zeigt, was unser Land stark macht – und das ist dieser kulturelle Reichtum, den wir haben, das ist eine enorme Vielfalt“, betonte Rhein. „Hier ist unsere Heimat, und es ist völlig egal, ob jemand Altbürger oder Neubürger ist. Bei uns ist jeder willkommen.“ Das Hessen von heute sei ohne die immense Leistung der Vertriebenen und Spätaussiedler überhaupt nicht denkbar. „Gerade in Fulda wird diese Geschichte an einem ganz besonderen Ort sichtbar“, schlug Rhein die Brücke zur Barockstadt und verwies auf die Bronzetafel am Stadtschloss, die an das schwere Schicksal der Flüchtlinge aus dem Sudetenland erinnert.
Unterstützung für den Verband und 350.000 Euro Förderung
Das Thema Heimat sei aktueller denn je, weshalb dieser Tag ein unglaubliches Zeichen setze. Rhein blickte in diesem Zusammenhang auch auf die Ukraine, deren Bevölkerung nicht nur sich selbst verteidige, sondern auch die Demokratie in ganz Europa. Als großes Dankeschön übergab der Ministerpräsident einen Förderbescheid über 350.000 Euro an den Verband. „Jeder Euro, den wir hier investieren, ist ein gut angelegter Euro“, so Rhein, für den diese Unterstützung eine echte Herzensangelegenheit darstellt.
Innenminister Roman Poseck erklärte in seinem Grußwort: „Gerade Veranstaltungen wie das Kulturfest des BdV Hessen zeigen eindrucksvoll, was Hessen kennzeichnet und unser Land so lebens- und liebenswert macht: die Menschen, ihre Geschichten, ihre Kultur und ihre Traditionen. Unsere Heimatvertriebenen, Aussiedler und Spätaussiedler sind dabei wertvolle Kulturträger. Sie bewahren wertvolle Bräuche, geben Erinnerungen weiter und leisten einen wichtigen Beitrag zu unserer gemeinsamen Identität.“
In seinen Abschlussworten dankte der Landesbeauftragte Andreas Hofmeister allen Beteiligten für den gelungenen Nachmittag, der verdeutlicht habe, wie lebendig Verbände und Landsmannschaften die Erinnerungskultur pflegen und zukunftsgerichtet arbeiten. „Das Schicksal und die Leistungen der deutschen Heimatvertriebenen und Spätaussiedler sind Teil der deutschen und hessischen Geschichte. Das Bewusstsein für das, was war und wie es dazu kam, ist ein wichtiges Fundament für unser friedliches Zusammenleben. Gerade im 80. Jubiläumsjahr unseres Bundeslandes gilt es, auch den Blick auf die Ankunft der Vertriebenentransporte vor 80 Jahren zu richten, nicht zuletzt in Fulda und der Region. Bei allen Herausforderungen und Verlusten ist am Ende vieles gut geworden, was schlussendlich auch als hoffnungsgebendes Motiv für heute und die Zukunft bleibt“, betonte Hofmeister abschließend.
Transatlantische Partnerschaft mit Wisconsin
Auch außerhalb dieser Veranstaltung wird im Rahmen des Hessentages die gelebte Vielfalt zelebriert. So wurde die tiefe Verbundenheit mit den USA durch Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus gewürdigt. „Wir feiern 80 Jahre Hessen und wir feiern 50 Jahre Hessen-Wisconsin als transatlantische Erfolgsgeschichte“, betonte Sinemus. Es handle sich hierbei um die älteste offizielle Partnerschaft eines deutschen Bundeslandes mit einem US-Bundesstaat. Das Fundament dieses Erfolgs liege seit fünf Jahrzehnten im enormen Engagement und dem großen Herzblut der beteiligten Personen.
