Mit einem abwechslungsreichen Programm aus Musik, Artistik und zahlreichen emotionalen Momenten begann für Fulda das, worauf die Stadt seit Jahren hingearbeitet hatte. Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld blickte in seiner Ansprache auf den langen Weg zum Hessentag zurück. „Seit 2017 haben wir auf diesen Tag hingearbeitet – und jetzt ist er da. Das ist fantastisch“, sagte Wingenfeld unter großem Applaus. Gleichzeitig dankte er den zahlreichen Gästen, die dem wechselhaften Wetter trotzten: „Sie teilen die große Freude. Wir sind glücklich, in Fulda wieder Gastgeber sein zu dürfen.“ Dabei erinnerte der Oberbürgermeister auch an den ersten Hessentag in Fulda im Jahr 1990. Damals habe eine besondere Aufbruchsstimmung geherrscht. An diese Tradition wolle die Stadt nun anknüpfen. Mit einem Augenzwinkern sagte Wingenfeld in Richtung der Landesregierung um den hessischen Ministerpräsidenten Boris Rhein: „Die nächsten zehn Tage ist Fulda zumindest die heimliche Hauptstadt Hessens.“
Das zeigte sich auch an der Prominenz, die der Eröffnung beiwohnte: Vor Ort waren unter anderem Bischof Dr. Michael Gerber, Stadtpfarrer Stefan Buß, Dekan des Kirchenkreises Fulda Thorsten Waap, Generalvikar Dr. Martin Stanke, Regierungspräsident Mark Weinmeister, der Fuldaer Landrat Bernd Woide, Fuldas Bürgermeister Dag Wehner, die ehemaligen OB‘s Gerhard Möller und Dr. Alois Riel, Polizeipräsident Michael Tegethoff, der hessische Finanzminister R. Alexander Lorz, Hochschulpräsident Karim Khakzar, der Vogelsberger Landrat Jens Mischak und viele, viele mehr.
Zeichen für Zusammenhalt und Zuversicht
Der Hessentag sei weit mehr als ein Volksfest, betonte der Fuldaer Rathauschef. Gerade in einer Zeit, in der vieles auseinanderzudriften scheine, stehe das Landesfest für Gemeinschaft und Zusammenhalt. „Der Hessentag steht für Vielfalt“, betonte Wingenfeld. Mehr als 1.200 kostenlose Veranstaltungen würden in den kommenden zehn Tagen Besucher aus ganz Hessen und darüber hinaus nach Fulda locken. Besonders hob der OB das Engagement der rund 700 ehrenamtlichen Helfer hervor. „Das steht für den starken Zusammenhalt, den der Hessentag ausmacht“, erklärte der Oberbürgermeister.
Boris Rhein: „Lebensfreude pur“
Auch Hessens Ministerpräsident Boris Rhein zeigte sich beeindruckt von der Atmosphäre um das Stadtschloss. Trotz des Regens herrsche bereits zum Auftakt eine außergewöhnliche Stimmung. „Es ist jetzt schon eine super Stimmung hier. Das merkt man, das spürt man“, sagte Rhein. Der Hessentag sei zwar auch ein Volksfest, vor allem aber ein Symbol für das Land Hessen und seine Menschen. „Er steht für das, was wir in Hessen sind“, betonte der Ministerpräsident. Der diesjährige Slogan „Foll Hessisch“ bringe dies auf den Punkt. „Wir sind eine offene, vielfältige hessische Gesellschaft. Das ist Lebensfreude pur“, so der Ministerpräsident. Besonders würdigte er die vielen Ehrenamtlichen, Vereine und Helfer, die den Hessentag erst möglich machen. Großes Lob richtete der Regierungschef auch an die Gastgeberstadt. „Wenn eine Bürgerschaft das kann, wenn ein Oberbürgermeister mit seinem Team das kann, Hessentag, dann ist es Heiko Wingenfeld und dann sind das die Fuldaer Bürgerinnen und Bürger“, sagte Rhein. „Sie machen diesen Hessentag aus.“
Sechs Jahre Hessentagspaar
Für einen besonders emotionalen Moment sorgten Vera und Max Dudyka. Das Hessentagspaar begleitet Fulda bereits seit sechs Jahren – ein in der Geschichte des Landesfestes einmaliger Zeitraum. „Seit sechs Jahren sind wir jetzt im Amt und es war eine lange und besondere Reise“, sagte Vera Dudyka. Ursprünglich hätten sie bereits 2020 als Hessentagspaar auftreten sollen, ehe die Corona-Pandemie den Plänen einen Strich durch die Rechnung machte. Trotzdem seien sie der Rolle treu geblieben. „Einmal Hessentagspaar, immer Hessentagspaar“, schmunzelte Max Dudyka. Die beiden bedankten sich bei allen Helfern und zeigten sich sichtlich bewegt vom Erscheinungsbild der Stadt. „Seit heute Morgen bin ich total geflasht. Das ist so ein emotionaler Tag“, sagte Vera Dudyka. „Wir freuen uns jetzt einfach, dass wir zehn Tage lang gemeinsam feiern können.“
Musik, Artistik und „Foll Hesse“
Für die passenden Emotionen sorgte auch das Rahmenprogramm. Der Bonichor Fulda begeisterte gemeinsam mit den Mambo Kingx die Besucher im Stadtschlosshof. Die Band präsentierte neben ihrem bekannten Lied „Heimat“ auch die eigens für den Hessentag komponierte Hymne „Foll Hesse“, die zahlreiche Gäste zum Mitsingen und Mitklatschen animierte. Auch die renommierte Artistikgruppe Funtastix aus Welkers setzte mit ihren spektakulären Darbietungen eindrucksvolle Akzente. Spätestens in diesen Momenten geriet das trübe Wetter zur Nebensache. Stattdessen überwog die Vorfreude auf die kommenden zehn Tage.
„Der 63. Hessentag ist hiermit eröffnet“
Um 13.55 Uhr war schließlich der offizielle Moment gekommen. Nach den Grußworten und musikalischen Beiträgen sprach Ministerpräsident Boris Rhein die entscheidenden Worte: „Der 63. Hessentag in Fulda ist hiermit eröffnet!“ Mit langanhaltendem Applaus, jubelnden Besuchern und viel Vorfreude begann damit offiziell das größte Fest Hessens – und für Fulda ein Ereignis, das die Stadt noch lange über die kommenden zehn Tage hinaus prägen dürfte.
