„Einfach mal was Neues wagen“ – Talkrunde am Biomobil

Foto: Bioland Hessen

Fulda (pm/jah) – Die hessische Bioland-Vorstandsvorsitzende Gita Sandrock begrüßte am Donnerstag, den 18. Juni, ihre Podiumsgäste zu dem Bio-Talk „Alltagsjob Bauer – zwischen Herausforderung und Alltag“. Das EU-Projekt „Grenzenlos Bio - Vielfalt für Europa“ macht mit der Bio-Mobil Roadshow 2026 halt in Fulda am Hessentag und bietet ein vielfältiges Programm zum Mitmachen und Bio erleben. Im Rahmen des EU-Projektes bot das Bio-Mobil wieder einmal eine Plattform für tolle Gäste aus der Ökolandwirtschaft: Gita Sandrock und ihre drei Gäste diskutierten Herausforderungen und Zukunftschancen der Landwirtschaft.

Als Gäste waren die hessische Landfrauengeschäftsführerin Carola Biaesch, die Bioland-Bäuerin und Vorsitzende der hessischen Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft Claudia Smolka und die Agrarstudentin Sophie Schrank aus Bad Sooden-Allendorf ans Bio-Mobil auf dem Hessentag gekommen, um mit Gita Sandrock beim Bio-Mobil über ihren Alltag, Herausforderungen für Frauen in der Landwirtschaft und die bäuerliche Zukunft zu sprechen. Moderatorin Gita Sandrock führt selbst einen Bioland-Betrieb in Wehretal-Reichensachsen mit Ackerbau und Legehennen. Nach der Vorstellungsrunde entwickelte sich rasch eine lebhafte Diskussion, bei allen vier Frauen ist der Alltag stark von einer hohen Vielfältigkeit geprägt, die alle als wertvoll erachten. Die vier waren sich einig, dass ihr Beruf bei allen Herausforderungen auch Berufung ist, es leider in der Landwirtschaft jedoch immer noch vielen Frauen an Selbstbewusstsein fehlt – nur elf Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe werden von einer Frau geführt, obwohl zum Beispiel laut Umfragen rund 60 Prozent der Buchhaltung auf den Höfen von den Frauen erledigt wird. „Mehr Selbstbewusstsein!“ forderte die Runde und Gita Sandrock fasste den Wunsch der Frauen zusammen, dass es normal werden muss, dass Frauen Betriebe führen. Carola Biaesch riet allen, sich zu trauen und Dinge einfach mal anders zu machen. Selbstbewusst neue Dinge wagen! War der Konsens der Gesprächsrunde. Ebenso einig war man sich, dass zukünftig landwirtschaftliche Themen und Ernährung wieder mehr in den gesellschaftlichen Kontext gehören, denn wie es Sophie Schrank zusammenfasste: „Es lohnt sich, die Arbeit in der Landwirtschaft zu machen und das muss auch gezeigt werden!“

Das „Bio-Mobil“ ist das Herzstück des EU-Projektes „Grenzenlos Bio | Vielfalt für Europa. Die Kernpunkte von „Grenzenlos Bio | Vielfalt für Europa“ sind die Steigerung des Bekanntheitsgrades des EU-Bio-Siegels sowie die Vermittlung von Wissen über dessen Bedeutung und die Vorgaben aus der EU-Öko-Verordnung, die jeder Bio-Betrieb einhalten muss. Mit dem Fokusthema „Biodiversität“ trägt das EU-Projekt zur Aufklärung zum Thema Artenvielfalt in der ökologischen Landwirtschaft, aber auch im Bezug zum Alltagsleben der Verbraucher: innen, bei. Das alles wird am Bio-Mobil erlebbar – durch Live-Kochshows wie die Aktion des Pizzabäckers oder die am kommenden Samstag stattfindende Grillshow mit regionalem Bioland-Fleisch, Aktionen für Kinder, Erklärfilme und virtuellen 3D-Ausflügen zu Bio-Höfen und -Betrieben. Die Zielgruppen sind Kinder, junge Erwachsene und Familien, deren Alltag wir mit der Wissensvermittlung komfortabler, vielfältiger und zukunftstauglicher gestalten wollen. Die Bio-Mobil-Roadshow bietet dazu analog und digital eine „Bio-Plattform“ für Austausch und Wissensvermittlung und stärkt die bio-regionale Infrastruktur mit Bio-Landwirten, Bio-Herstellern und Bio-Vertretern.

In den Grundschulen der Region ist das EU-Projekt „Grenzenlos Bio | Vielfalt für Europa mit seinen Partnern den Ackerhelden unterwegs. Das Bio-Mobil hat für zwei Grundschulen das pädagogische Schulprojekt „Buntes Klassenzimmer“- Bildung für biologische Vielfalt in Grundschulen unter dem Motto „Insekten würden Bio kaufen – es beginnt bei den Kleinen“ im Gepäck. Mit den Projektpartnern Ackerhelden legt man einen starken Fokus auf kindgerechte Bildungsangebote zur Biodiversität in Verbindung mit ökologischer Landwirtschaft. Über die nächsten 3 Projektjahre werden die Schulklassen begleitet und dürfen ihr eigenes Hochbeet hegen und pflegen.

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