Echtes Schmuckstück: Rekonstruierter Schlossgarten eröffnet

Voller Einsatz: OB Dr. Heiko Wingenfeld interagierte mit den Künstlern des Rahmenprogramms. Fotos: Paul Kukula

Fulda (pk) – Das große Warten hat ein Ende: In einem festlichen Akt wurde am Donnerstag und pünktlich während des Hessentags der rekonstruierte Schlossgarten in Fulda eingeweiht. Bei einer großen Zeremonie und den Grußworten von Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld sowie Stadtbaurat Daniel Schreiner erhielt das historische Areal einen würdigen Rahmen für seine Wiedereröffnung.

 

Die Fuldaer Bürgerinnen und Bürger mussten lange Geduld beweisen. Seit November 2021 glich der vordere Teil des Schlossgartens einer Wanderbaustelle. Abschnitt für Abschnitt wurde die Anlage in den vergangenen Jahren re-barockisiert. Ziel der aufwendigen Maßnahmen war es, den Garten in einen Zustand zurückzuversetzen, wie er ursprünglich im 18. Jahrhundert das Stadtbild prägte.

Nun folgte die offizielle Übergabe des fertigen Bereiches. Oberbürgermeister Wingenfeld fand zu diesem besonderen Ereignis anerkennende Worte. „Ich glaube, es ist eine Fügung, dass uns heute ein so prachtvolles Wetter passend zu diesem Anlass beschert ist“, betonte Wingenfeld zu Beginn seiner Rede bei strahlendem Sonnenschein und sprach von einem historischen Moment für die Barockstadt. Im Anschluss begrüßte der OB zahlreiche geladene Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft. Unter den Gästen auf der Kaisersaalterrasse befanden sich die Stadtverordnetenvorsteherin Margarete Hartmann, die hessische Staatssekretärin Manuela Strube, Kassels Regierungspräsident Mark Weinmeister sowie der Bundestagsabgeordnete Michael Brand.

Bezugnehmend auf die historische Bedeutung des Projekts erklärte Wingenfeld mit einem kleinen Augenzwinkern: „Wir in Fulda neigen ja zur Demut und Bescheidenheit, aber dennoch glaube ich sagen zu dürfen: Bundesweit wird dieser re-barockisierte Schlossgarten die Menschen begeistern, vielleicht auch europaweit.“ Was die Menschen gerade erleben dürften, spreche für die so reiche Kultur Fuldas. „Unser Auftrag als Stadt ist es, dieses kulturelle Erbe und diese Vielfalt erlebbar zu machen“, betonte der Oberbürgermeister.

 

Passendes Rahmenprogramm und Worte des Stadtbaurats

Ein auf das Ambiente abgestimmtes Rahmenprogramm begleitete den Festakt. Das Menuett-Ensemble des Weinhistorischen Konvents Fulda, die „Artistokraten“ sowie das renommierte „Theater Anu“ sorgten für historische und künstlerische Glanzpunkte im neu gestalteten Grün.

Auch Stadtbaurat Daniel Schreiner ergriff das Wort und erläuterte den anwesenden Gästen die technischen und planerischen Details der umfassenden Baumaßnahmen. „Es handelte sich um eine lange Etappe, die reich war an äußerst unerwarteten Wendungen“, so Schreiner. Die Bedingungen seien teils widrig gewesen, wofür die Corona-Pandemie und die Energiekrise zwei Faktoren darstellten.

Den Anfang nahmen die Bauarbeiten an der Terrasse der Orangerie. Im Nachgang folgte das Schlossgartenparterre rund um die große Fontäne und zum Schluss die Kaisersaalterrassen vor der Gartenfront des Stadtschlosses. Die letzten Baumaßnahmen seien die schwierigsten gewesen. „Wir finden hier jetzt zwei Brunnen, verspielte Geometrien sowie einen freien Blick von der Kastanienallee“, so Schreiner. Spätbarocke Gärten seien sehr selten, daher habe dieser Schritt eine überregionale Bedeutung. „Ich sehe hier keinen Ausdruck arroganter Baupolitik – sondern eine Teamleistung, die zum Wohle aller erfolgreich zum Abschluss gebracht wurde“, betonte der Stadtbaurat abschließend.

WERBUNG