Die Präsidentin des Landfrauenverbandes Hessen, Ursula Pöhlig, leitete den Aktionstag feierlich ein. Jahr für Jahr werde diese Plattform genutzt, um den Anliegen der Frauen im ländlichen Raum eine starke Stimme zu verleihen. „Gemeinsam müssen wir in demokratischen Strukturen an Lösungen arbeiten, sachlich und faktenbasiert diskutieren und auf Augenhöhe fair miteinander streiten“, forderte die Präsidentin. „Heimat entsteht nicht von allein, Heimat lebt von den Menschen, die sie gestalten“, so Pöhlig weiter. Zudem forderte sie mehr Forschung und finanzielle Unterstützung im Bereich der Gendermedizin: „Für Sparziele gibt es hier keinen Spielraum.“ Frauengesundheit sei kein Nischenthema, sondern gesellschaftlich hochgradig relevant. Zudem sei eine echte Chancengleichheit in allen Bereichen des Lebens zwingend notwendig.
Ministerpräsident Boris Rhein würdigte in seiner Ansprache die historisch bedeutende Rolle der Landfrauen für die Entwicklung des Bundeslandes und für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Mit Blick auf den 80. Geburtstag Hessens erklärte der Regierungschef: „Die Geschichte Hessens wäre nicht denkbar ohne die Frauen im ländlichen Raum. Nach dem Krieg waren sie es oft, die Höfe weitergeführt, Familien versorgt und Gemeinschaften neu aufgebaut haben. Sie haben ihre Frau gestanden, als es darauf ankam – selbstverständlich, tatkräftig und oft ohne großes Aufheben. Genau diese Haltung prägt Hessen und das Engagement der Landfrauen bis heute: Nicht warten, bis etwas geschieht, sondern selbst anpacken.“
Rhein dankte dem Verband ausdrücklich für die geleistete Arbeit und den unermüdlichen Einsatz. „Die Landfrauen sorgen dafür, dass Themen die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdienen. Die Landfrauen beziehen auch klar Stellung gegen rechtsextremes Gedankengut, Ungerechtigkeit und gesellschaftliche Spaltung. Das ist wichtig in einer Gesellschaft, in der der Ton immer rauer wird. Demokratie braucht Menschen wie die Frauen im ländlichen Raum, die sich einmischen“, sagte der Ministerpräsident. Zugleich hob er die enorme Integrationskraft hervor: „Die Landfrauen halten den ländlichen Raum zusammen. Sie geben unserer Heimat ein Gesicht.“ Als greifbares Zeichen der Anerkennung gab es vom Ministerpräsidenten zudem die feste Zusage für eine Förderung des Verbandes in Höhe von 100.000 Euro.
