„Während des Hessentages werden in der Stadtregion Fulda die täglichen Bedienzeiten des Stadtbus-Linienverkehrs auf die Zeiten von 9 Uhr bis 1 Uhr nachts ausgeweitet“, erläutert Wingenfeld, dadurch sei nach aktuellem Planungsstand – am konkreten Konzept für die Führung des Linienverkehrs werde noch gearbeitet – mit Mehrkosten in Höhe von circa 195.000 Euro zu rechnen. Eine kostenfreie Nutzung Stadtbusverkehrs sei aus diversen Gründen nicht vorgesehen. „Eine unentgeltliche Nutzung des ÖPNV nur im Tarifgebiet 2001 Stadt Fulda würde in der Praxis voraussichtlich zu erheblichen Problemen führen, da Fahrten von weiter außerhalb liegenden Fuldaer Stadtteilen (zum Beispiel Bernhards, Istergiesel, Edelzell) unentgeltlich wären, während deutlich kürzere Fahrten kostenpflichtig wären, wenn die Fahrt über die Tarifgrenze (zum Beispiel Kernorte Petersberg oder Künzell) hinausginge“, erklärt Wingenfeld und nennt weitere Beispiele für die Komplexität des Themas: „Darüber hinaus führen die meisten Buslinien mehrfach über die Stadtgrenzen, so dass Fahrgäste dann bei einem Zustieg an einer Haltestelle außerhalb des Stadtgebietes ein Fahrtentgelt entrichten müssten und Fahrgäste mit Zustieg an der nächsten Haltestelle im Stadtgebiet nicht mehr. Bei der Rückfahrt wäre die Fahrt bis an die Stadtgrenze kostenfrei, für die Weiterfahrt in die benachbarte Kommune müsste dann ein Fahrpreis entrichtet werden. Eine solche Konstellation würden bei vielen Nutzerinnen und Nutzern nachvollziehbar auf Unverständnis stoßen und wäre hinsichtlich der notwendigen detaillierten Kommunikation praktisch nicht umzusetzen.“
Eine unentgeltliche Nutzung des ÖPNV müsste folglich sinnvollerweise das Bediengebiet der Stadtbusse insgesamt umfassen. „Die diesbezüglich geführten Gespräche mit dem Landkreis Fulda bzw. der LNG haben jedoch zu keinem positiven Ergebnis geführt, da sich der Landkreis an den zusätzlichen Kosten für die ÖPNV-Andienung der Landkreis-Kommunen während des Hessentages nicht beteiligen möchte“, erklärt der Oberbürgermeister. Für einen kostenfreien ÖPNV-Buslinienverkehr während des Hessentags müssten Erlösausfälle von 40.000 bis 50.000 Euro einkalkuliert werden. „Darüber hinaus müsste die RhönEnergie dem RMV Erlösausfälle in der gleichen Höhe erstatten, wobei hier aufgrund der erforderlichen Einnahmeaufteilung beim RMW wieder mit einem Rückfluss an die RhönEnergie in Höhe von 80 bis 90 Prozent gerechnet werden kann, sodass die Gesamtkosten mit circa 45.000 bis 60.000 Euro zu veranschlagen wären“, so Wingenfeld. Mit der deutlichen Ausweitung des Buslinienverkehrs in Kombination mit der guten Zuganbindung und einem kostenfreien Shuttle-Busverkehrs stelle die Stadt Fulda zum Hessentag aber auch so ein attraktives ÖPNV-Angebot zur Verfügung.
Kostenfreier Shuttle zwischen Parkplätzen, Bahnhof und Veranstaltungsflächen
Zum Hessentag werden fünf große Pkw-Besucher-Parkplätze eingerichtet: P1 auf der Segelflug-Landebahn, P2 auf der Wiesenfläche zwischen Radweg und Kleingartenanlage Johannisau, P3 auf der Wiesenfläche nördlich des Wertstoffhofs, P4 auf einer Wiesenfläche im Bereich Mackenrodtstraße / Gerloser Weg und P5 auf einer Wiesenfläche im Gewerbegebiet Lehnerz. „Die kostenfreien Shuttle-Busse verkehren zwischen den zusätzlich eingerichteten Pkw-Besucher-Parkplätzen, den Veranstaltungsflächen sowie den Busbahnhöfen am Bahnhof und am Heertorplatz“, erläutert Wingenfeld: „Für die nach derzeitigen Planungsstand vorgesehenen 18 zusätzlichen Busse wird mit Kosten in Höhe von circa 395.000 Euro gerechnet.“ Durch die geplante Linienführung für die Shuttle-Busse würden auch die unterschiedlichen Veranstaltungsflächen miteinander verknüpft und attraktiv an das ÖPNV-Netz mit Bus und Zug angebunden
