Wie wichtig ein passgenauer Arbeitsplatz ist, zeigt die Entwicklung von Lukas Nikolaus Dietz. Wer den 20-Jährigen heute in der antonius Gärtnerei beobachtet, sieht einen jungen Mann, der in sich ruht: Konzentriert sammelt er Heckenschnitt ein, schichtet ihn in eine Schubkarre und bringt ihn zum Lagerplatz. Jeder Handgriff sitzt, jeder Schritt folgt einem festen Rhythmus. Der junge Mann ist hier sichtlich in seinem Element. Doch dieser Weg war alles andere als selbstverständlich. Lukas Nikolaus Dietz blickt auf schwierige erste Praktika zurück. Enge Räume, laute Geräusche und unübersichtliche Situationen überforderten ihn oft. Er wusste nicht, wohin mit seiner Energie. Erst in der Natur, zwischen Pflanzen und an der frischen Luft, fand er die Klarheit, die er brauchte, um sein volles Potential entfalten zu können.
Fördermittel für barrierefreie Bio-Gemüsegärtnerei
„Was Lukas Nikolaus Dietz heute gelingt, ist das Ergebnis von passendem Raum und echter Teilhabe“, erklärt Dr. Wolfram Geiger, Vorsitzender der St. Antonius-Stiftung. „Genau hier setzt die neue Bio-Gemüsegärtnerei in Haimbach an, die wir als Stiftung unterstützen: Sie schafft Arbeitsplätze für Menschen, die auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt oft keinen Platz finden.“ Der Bau in Haimbach nimmt bereits sichtbare Formen an, doch es bedarf noch finanzieller Unterstützung. Hier kommen die gelben Rennenten ins Spiel. „Die Spende für eine Ente fließt direkt ins Projekt. Jede kleine Ente bringt uns einen Schritt näher, Menschen mit Behinderungen ein selbstbestimmtes und erfülltes Arbeitsleben zu ermöglichen“, sagt Dr. Wolfram Geiger.
Familienevent zum Hessentag
Nach dem Erfolg von 2023 geht das Entenrennen nun zum Hessentag in die zweite Runde. Der Startschuss fällt am Samstag, 20. Juni 2026, um 15 Uhr an der Hornungsbrücke. Ab 14 Uhr werden die Gäste begrüßt. Von der Brücke aus kämpfen sich die Enten über die 750 Meter lange Strecke bis zur Fußgängerbrücke am Rosenbad. Eingebettet in das bunte Programm des Hessentags erwartet die Zuschauer eine spannende Atmosphäre für die ganze Familie – natürlich mit Verpflegung und Mitmach-Aktionen.
Ab sofort können „Rennscheine“ für die gelben Enten gegen eine Spende von 5 Euro erworben werden. Alle Interessenten können eine Patenschaft für eine oder mehrere Enten übernehmen, man muss am Renntag selbst nicht vor Ort sein. Erwerben kann man die Rennscheine zum Beispiel auf dem Pflanzen- und Gemüsemarkt am 18. April 2026 am antonius Hof, im Hofcafé (Saturnstraße 14, Fulda-Haimbach), im antonius Laden (An St. Kathrin 4, Fulda) oder im antonius LadenCafé (Severiberg 1, Fulda). Jeder Rennschein hat eine individuelle Nummer, die einer Ente zugeordnet ist. Die Besitzerinnen und Besitzer der 25 schnellsten Enten gewinnen einen Preis – darunter als Hauptgewinn ein E-Bike.
After-Work-Event für das schnellste Unternehmen
Für Unternehmen, Vereine oder andere Organisationen gibt es extragroße Rennenten, die für eine Startgebühr von 500 Euro ins Rennen geschickt werden können. Anders als bei den kleinen „Speedys“ können die Riesenenten kreativ gestaltet werden. Der Firmenlauf findet separat vor dem Hauptentenlauf statt, und auch der Gewinn ist besonders: Wem die schnellste Riesenente gehört, der gewinnt für sein Team ein After-Work-Event in einer selbstgewählten Gastronomie von antonius – entweder im FLORA Klostercafé, im antonius Café, im Hofcafé in Haimbach oder im antonius LadenCafé. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben die Möglichkeit, das Startgeld in Form von Getränken zu verzehren. Für musikalische Unterhaltung sorgt exklusiv ein DJ-Team aus Stiftungsmitgliedern.
www.entenrennen-fulda.de
Die Leuchtturmprojekte der St. Antonius-Stiftung
Dank des großen bürgerschaftlichen Engagements konnte die St. Antonius-Stiftung in den vergangenen 25 Jahren bereits neun Projekte initiieren – und damit wichtige Impulse für bessere Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderungen geben. Die ersten drei Projekte förderten den Bau des „Kinderhauses“ im antonius Quartier, den Neubau für das „Goretti-Haus“ mit eigenständigen Wohnmöglichkeiten für zwölf Jugendliche und den „Zitronenfalter“, das Zentrum für Beratung, Frühförderung und Therapie von antonius. Nach dem Einsatz für den Umbau des Haupthauses unter dem Projekttitel „LebensBaum“ widmete sich die Stiftung 2009 bis 2014 dem Aufbau der Arbeitsschule „Startbahn“ und dem schulnahen Wohnangebot „Startbahn… und weiter geht’s“. Viel Aufmerksamkeit zog auch das generationenübergreifende Projekt „ambinius“ auf sich, das eine Kita und eine Tagesstätte für Seniorinnen und Senioren unter einem Dach umfasst, sowie das Stiftungsprojekt „Zukunft Frauenberg“ zum Erhalt des Fuldaer Klosters. Seit 2021 dreht sich alles um „gemeinsam er:wachsen“, für das die Stiftung mit dem Entenrennen weitere Spenden sammelt. Insgesamt hat die St. Antonius-Stiftung in 28 Jahren rund zwei Millionen Euro Spenden zusammengetragen – etwa durch Privat- und Firmenspenden, Veranstaltungen oder Spendenaktionen wie dem Verkauf des Frohnatur-Bieres und -Radlers.
