Wingenfeld blickt auf Hessentag: Mehr als eine große Party

Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (links) mit Osthessen-Zeitung-Chefredakteur Ralph Görlich und Redakteur Jasha Günther. Foto: Christine Görlich

Fulda – Von Jasha Günther – Große Konzerte, Gemeinschaftsgefühl, ehrenamtliches Engagement und Werbung für die Stadt – Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld hofft, dass der vom 12. bis 21. Juni 2026 in Fulda stattfindende Hessentag den Menschen wieder lange in guter Erinnerung bleiben wird. Die Vorfreude auf das Fest der Hessen ist schon groß – bei ihm und auch bei vielen anderen, wie unter anderem die Ticket-Verkaufszahlen für die großen Konzerte sowie das Interesse der Aussteller und freiwilligen Helfer zeigen. Auch für die folgenden Jahre plant die Stadt weitere große Veranstaltungen.

„Ich bin wirklich sehr zuversichtlich, dass der Hessentag 2026 mindestens genauso lange in Erinnerung bleiben wird, wie der Hessentag 1990 und auch spürbar die Stadtentwicklung und die Lebensqualität fördern wird“, sagt Wingenfeld. Die großen Konzerte sind alle bekannt. Die Preview der Musical-Gala am Tag vor der Hessentagseröffnung und das Zusatzkonzert von Peter Maffay am Montag nach dem Hessentag hinzugenommen, gibt es sogar an zwölf Abenden Programm auf dem Domplatz. „Für alle Konzerte muss man sagen, dass die Resonanz sehr, sehr gut ist“, berichtet Wingenfeld. Vier Abende – die Spotlight-Gala, Roland Kaiser und beide Peter-Maffay-Konzerte – sind schon ausverkauft, für Sarah Connor sind nicht mehr viele Tickets erhältlich, für die FFH-Just-White-Party sind (Stand Mitte Dezember) schon 8000 Tickets weg, und auch für Avantasia, Roxette und Montez wurde jeweils schon die Hälfte der Karten verkauft. „Peter Maffay hat alle Rekorde für Fulda gebrochen, das hatten wir in der Tat noch nie, dass ein Konzert so schnell ausverkauft war und das zweite dann noch schneller“, so der Oberbürgermeister, der sich sehr freut, dass Peter Maffay nach mehreren Anläufen nun im Jahr des Hessentags nach Fulda kommt. Denn der Musiker stehe mit seiner Biografie – er wurde in Rumänien geboren und kam als Teenager mit seinen Eltern nach Deutschland – für den Gedanken des Hessentags, auch wenn er selber kein Hesse ist. Der damalige Ministerpräsident Georg-August Zinn hatte bei der Initiierung des Landesfests 1961 den Gedanken „Hesse ist, wer Hesse sein will“ formuliert. „Das klingt zunächst einmal trivial, ist aber eine starke Botschaft, denn es ging ja darum, überhaupt eine Identität zu schaffen und dazu gehören eben alle Menschen, die neu nach Hessen gekommen sind“, blickt Wingenfeld auf die Anfänge des Hessenstags zurück.

Besonders freut sich der Oberbürgermeister, den allgemein die Vielfalt, die für jeden etwas biete begeistert, auch auf Avantasia und die Musical-Gala: „Ich finde es fantastisch, dass wir beim Hessentag ein echtes regionales Kulturangebot bieten können, das hier entstanden ist, weil die Macher wirklich aus der Stadt, aus der Region sind. Das ist nicht selbstverständlich.“ Die spotlight-Geschäftsführer Dennis Martin und Peter Scholz sowie Avantasia-Gründer von Tobias Sammet stammen alle aus der Region, spielten hier schon in Schülerbands und bespielen nun den Domplatz. Mit dem Thema Schülerband sind auch Wingenfelds Erinnerungen an den letzten Hessentag in Fulda verbunden: 1990 musizierte er als 16-Jähriger auf dem Uniplatz. „Das war damals für uns als Bandmitglieder ein tolles Erlebnis.“

 

Großes Interesse auf allen Ebenen

Dass das Interesse der Menschen am Hessentag groß ist, spürt die Stadt unter anderem an der Resonanz auf ihren Social-Media-Kanälen. Aber auch auf Ausstellerseite wollen viele dabei sein. „Wir spüren, dass das Interesse der verschiedenen Organisationen sehr, sehr groß ist“, sagt Wingenfeld. Das zeigen beispielsweise die vielen Bewerbungen für den Bereich Natur auf der Spur. Zu den Ausstellern werden in einem eigenen Bereich auch wieder Polizei und Bundeswehr gehören. „Ich will an dieser Stelle auch ein klares Bekenntnis zur Präsenz der Bundeswehr formulieren“, sagt der Oberbürgermeister. Gerade in dem Jahr, in dem das 80-jährige Jubiläum der Hessischen Landesverfassung gefeiert werden könne, zeige sich eines wieder: „Der Hessentag ist mehr als eine große Party, sondern ein wichtiges Landesfest, das Identität und Gemeinschaft stiften soll und auch unser Wertebewusstsein schärfen möge“, so Wingenfeld: „Dazu gehört, sich auf wirklich kurzen Wegen, die wir bieten, einen Überblick zu verschaffen über die Institutionen, die für unsere freiheitliche Gesellschaft stehen. Dazu gehören die Hilfsorganisationen und dazu gehört auch die Bundeswehr.“ Auch die katholische und die evangelische Kirche werden sich mit einem gemeinsamen Programm einbringen. Auch das sei etwas Besonderes, was Fulda auszeichne.

Besonders freut die Verantwortlichen der Stadt auch, dass bereits über 520 Bewerbungen für ehrenamtliches Engagement während des Hessentags eingegangen sind. „Das ist fantastisch, wie so eine Veranstaltung auch motiviert, sich für die Gemeinschaft einzubringen und für eine Stadt ganz besonders wertvoll“, sagt Wingenfeld. Heutzutage natürlich immer auch im Blick ist das Thema Sicherheit mit entsprechenden Konzepten. „Eine absolute Sicherheit gibt es nicht“, sagt Wingenfeld, wenn man die wolle, gäbe es Großveranstaltungen, wie den Hessentag, den Weihnachtsmarkt und den Rosenmontagsumzug nicht mehr. „Aber all das sind ja Gemeinschaftserlebnisse, die unsere freiheitliche Gesellschaft ausmachen“, macht Wingenfeld deutlich: „Und es wird aus meiner Sicht immer wichtiger, auch Gemeinschaftserlebnisse möglich zu machen, weil wir in einer Gesellschaft leben, in der Individualisierung immer weiter voranschreitet und wo es immer wichtiger wird, auch Anlässe zu schaffen, bei denen die Menschen zueinander kommen können.“ Das gelte auch für Fulda, wo Menschen aus 140 Nationen zusammenleben.

 

Events wichtig für die Innenstadt – Weitere geplant

„Natürlich geht es bei allem, was wir als Stadt tun, um die Lebensqualität für die Bürgerinnen und Bürger, die hier leben“, sagt Wingenfeld: „Aber es gibt viele Angebote, gerade im Handel und in der Gastronomie, die sind darauf angewiesen, dass auch Menschen von außen nach Fulda kommen.“ Daher sehe er es als eine städtische Aufgabe an, dafür zu sorgen, dass es Anlässe gibt für Menschen aus nah und fern nach Fulda zu kommen. Dies gelinge beispielsweise mit der Landesgartenschau, dem Hessentag, den Domplatzkonzerten, dem Musicalsommer, dem Weihnachtsmarkt und dem Winter Varieté. Auch die Neue Messe Fulda trage mit der Rettmobil dazu bei, Fulda international noch bekannter zu machen. „Ohne diese Anlässe hätten wir eine Innenstadt, die bei weitem nicht so lebendig wäre, wie sie es trotz aller Herausforderungen aktuell ist“, ist Wingenfeld überzeugt: „Deswegen ist es tatsächlich eine längerfristige Strategie, Fulda als Gastgeberstadt für verschiedene Formate bekannt zu machen, weil wir auf diese Weise überhaupt von vielen erst wahrgenommen werden.“ Die wiederkehrenden Angebote, zum Beispiel auch Kultur.findet.Stadt, hätten sich in den vergangenen Jahren gut entwickelt, und bei wechselnden Großveranstaltungen profitiere die Stadt von Erfahrungen, die sie 2019 beim Stadtjubiläum machen konnte. „Ich habe den Eindruck, dass das jahrelange Arbeiten an unseren Konzepten und Angeboten jetzt Früchte trägt“, sagt Wingenfeld: „Und daraus folgt auch, dass man jetzt nicht sagen kann, 2026 haben wir den Hessentag, das war‘s. Wir haben wirklich gute Chancen, mit unseren Großveranstaltungen dazu beizutragen, Fulda attraktiv zu gestalten.“ Welche Events aus dem Bereich Kultur und Sport derzeit im Gespräch sind, dazu kann der Oberbürgermeister aber noch nichts verraten.

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