Pool-Billard 21.09.2026

Zwischen konzentrierter Stille und Jubel: SGJ-Teams gestartet

Johannesberg (pm/pf) – Während nur wenige Meter entfernt die Footballer der Fulda Saints unter lautstarkem Jubel ihren Aufstieg in die zweite Liga feierten, herrschte in der Billard-Arena nebenan eine völlig andere Atmosphäre. Hier ging es ruhig und konzentriert zu, sportlich aber nicht weniger intensiv. Nach dem Traumstart der Bundesliga-Mannschaft eine Woche zuvor griffen nun auch die weiteren Teams der SG Johannesberg ins Geschehen der Pool-Billard-Ligen ein. Besonders die Oberliga Premiere der zweiten Mannschaft machte Lust auf mehr.

Das Oberliga-Team der SG Johannesberg. Fotos: Verein

Der Nachwuchs ist ebenfalls in die neue Runde gestartet.

Es hätte an diesem Wochenende kaum einen größeren Kontrast geben können. Draußen American Football: harte Tackles, Anfeuerungsrufe, Emotionen und ordentlich Rambazamba. Drinnen Poolbillard: Ruhe, höchste Konzentration und möglichst kein Geräusch im entscheidenden Moment.

Und doch ging es an beiden Orten um dasselbe: Sport, Mannschaftsgeist und Erfolg für die SG Johannesberg.

Während die Fulda Saints nur wenige Meter von der Billard Arena entfernt ihren Aufstieg in die 2. Bundesliga perfekt machten, kämpften in der Arena die Pool-Billarder um die ersten Punkte der neuen Saison. Nach dem erfolgreichen Bundesliga Auftakt mit zwei 7:1 Siegen eine Woche zuvor waren nun die Mannschaften in Oberliga, Verbandsliga und Landesliga gefordert.

Traumstart für die Zweite in Hessens höchster Spielklasse

Mit besonderer Spannung war der erste Auftritt der SG Johannesberg II in der Oberliga erwartet worden. Nach dem Aufstieg aus der Verbandsliga wartete zum Saisonauftakt mit TuS Makkabi Frankfurt II direkt die erste Standortbestimmung.

Die Antwort der Johannesberger fiel deutlich aus: 6:2. Bereits nach der Hinrunde stand es 4:0. Rüdiger Barth eröffnete den Spieltag mit einem überzeugenden Auftritt im 14.1 endlos. Nach nur zwölf Aufnahmen hatte er das Ausspielziel von 125 Punkten erreicht und setzte sich mit 125:33 gegen Shervin Rahimi durch. Mit einer Höchstserie von 28 sorgte er gleich zu Beginn für einen starken Auftritt.

Auch Osman Aykul ließ beim 7:3 im 8 Ball wenig anbrennen. Pius Baier gewann sein erstes Oberliga Match im 9 Ball mit 9:4, ehe Daniel Dimitrov mit einem 7:4 im 10 Ball die perfekte erste Hälfte komplett machte.

4:0 zur Halbzeit. Besser hätte die Oberliga Premiere kaum beginnen können.

Nach der Pause kamen die Frankfurter allerdings noch einmal zurück. Aykul musste sich im 14.1 geschlagen geben, auch Barth verlor seine zweite Partie.

Doch ausgerechnet die beiden jüngeren Spieler im Johannesberger Quartett ließen anschließend nichts mehr anbrennen. Baier setzte sich in einem engen 10 Ball mit 7:6 durch und sicherte damit bereits den Gesamtsieg. Dimitrov legte nach und sorgte mit einem deutlichen 9:4 im 9 Ball für den 6:2 Endstand.

Mit jeweils zwei Siegen avancierten Pius Baier und Daniel Dimitrov zu den erfolgreichsten Johannesbergern des Tages.

Für den Aufsteiger ist das 6:2 ein Auftakt nach Maß und gleichzeitig ein erstes Signal, dass sich die Zweite auch in Hessens höchster Spielklasse keineswegs verstecken muss.

Dritte kämpft bis nach Mitternacht

Bereits am Freitagabend hatte die dritte Mannschaft ihren Saisonauftakt in der Verbandsliga bestritten. Gegen den 1. PBC Gießen entwickelte sich ein echter Billard Marathon.

Erst nach Mitternacht war der Spieltag beendet. Am Ende stand ein 4:4 Unentschieden.

Nach zwei Niederlagen zum Auftakt sorgte Kacper Maslowski mit seinem 7:5 im 9 Ball für den ersten Johannesberger Punkt. Andreas Wildner stellte anschließend mit einem 6:3 im 10 Ball den 2:2 Halbzeitstand her.

In der Rückrunde holte Daniel Nunez Gonzalez mit einem 100:90 im 14.1 einen weiteren Punkt für die SGJ.

Besonders stark präsentierte sich erneut Wildner. Mit einem 6:2 im 8 Ball gewann er auch seine zweite Partie des Abends.

Zwei Spiele, zwei Siege. Damit war Andreas Wildner der erfolgreichste Johannesberger in einer langen Billardnacht.

Die beiden abschließenden Partien gingen anschließend an Gießen, sodass sich beide Mannschaften nach mehr als fünf Stunden Spielzeit die Punkte teilten.

Ingo König führt die Vierte an

Auch für die vierte Mannschaft begann am Wochenende die neue Saison. In der Landesliga traf die SGJ auf die Billard Wölfe Gießen II und musste sich am Ende knapp mit 3:5 geschlagen geben.

Nach der Hinrunde lagen die Johannesberger zunächst mit 1:3 zurück. Den einzigen SGJ Punkt der ersten Hälfte holte Ingo König, der sein 8 Ball knapp mit 5:4 für sich entschied.

Doch die Mannschaft gab sich nicht geschlagen.

In der Rückrunde brachte Marco Laminski mit einem 5:3 im 8 Ball die SGJ wieder näher heran. Anschließend war erneut König zur Stelle und entschied auch sein 10 Ball mit 5:3 für sich.

Damit blieb Ingo König an diesem Spieltag ungeschlagen und setzte mit zwei Siegen aus zwei Partien das sportliche Ausrufezeichen der vierten Mannschaft.

Beim Zwischenstand von 3:4 war sogar das Unentschieden noch möglich. Die Entscheidung fiel erst in der letzten Partie des Tages. Im abschließenden 9 Ball musste sich Johannesberg denkbar knapp mit 5:6 geschlagen geben. Damit stand die 3:5 Niederlage fest.

Trotz des verpassten Punktgewinns zeigte die Vierte, dass sie auch nach einem schwierigen Start zurückkommen und einen Spieltag bis zur letzten Partie offenhalten kann.

Qualität nicht nur in der Bundesliga

Unter dem Strich kann die Poolbillard Abteilung mit dem ersten großen Ligawochenende zufrieden sein: ein Sieg in der Oberliga, ein Unentschieden in der Verbandsliga und eine knappe Niederlage in der Landesliga.

Vor allem der 6:2 Erfolg der zweiten Mannschaft bei ihrer Oberliga Premiere zeigt, welche sportliche Qualität inzwischen auch in der Breite der Poolbillard Abteilung steckt.

Die erste Mannschaft spielt in der 1. Bundesliga um die Spitzenplätze im deutschen Poolbillard. Dahinter ist die SG Johannesberg in dieser Saison mit sieben weiteren Mannschaften vertreten, von der Oberliga bis in die Bezirksliga.

Dabei geht es längst nicht nur um Ergebnisse. Erfahrene Spieler stehen gemeinsam mit jungen Talenten am Tisch, ambitionierte Mannschaften verfolgen ihre sportlichen Ziele und in der SGJ Academy werden die nächsten Spieler an den Ligabetrieb herangeführt.

Unterschiedliche Lautstärke, dieselbe Leidenschaft

Und dann war da noch diese besondere Kulisse dieses Wochenendes.

Während in der Billard Arena konzentriert über Winkel, Laufwege und den nächsten Stoß nachgedacht wurde, war wenige Meter weiter der Jubel der Fulda Saints kaum zu überhören.

Hier die beinahe völlige Stille vor dem entscheidenden Stoß. Dort Football, Emotionen und Rambazamba.

Zwei Sportarten, die unterschiedlicher kaum sein könnten.

Und trotzdem verbindet sie viel mehr als nur die wenigen Meter zwischen ihren Sportstätten. Menschen trainieren gemeinsam, setzen sich Ziele, übernehmen Verantwortung und kämpfen als Mannschaft für ihren Verein.

An diesem Wochenende mit unterschiedlichen Mitteln und bei völlig unterschiedlicher Lautstärke. Aber mit derselben Leidenschaft und der SG Johannesberg auf der Brust.