Lokales FD 02.09.2026

Wiedervernässung des Roten Moores macht Fortschritte

Rhön (pm/sim) - Das Rote Moor in der Rhön, eines der bedeutendsten Hochmoore Hessens, befindet sich mitten in der Renaturierung. Schritt für Schritt werden Entwässerungsmaßnahmen zurückgebaut, die das empfindliche Ökosystem seit Jahrzehnten beeinträchtigen. In bereits behandelten Bereichen zeigen sich erste Erfolge: Der Wasserhaushalt stabilisiert sich, und moortypische Pflanzengemeinschaften kehren zurück.

Gemeinsam für das Rote Moor: Vertreter*innen von Artenglück, Bergwaldprojekt e.V. und Brother International GmbH machen die Erfolge der Renaturierung vor Ort sichtbar. Foto: Brother International GmbH

Das Rote Moor wurde ab den 1960er Jahren durch ein weit verzweigtes Grabensystem für den Torfabbau entwässert. Erste Renaturierungsarbeiten zwischen 1981 und 1985 verhinderten eine vollständige Schädigung des Moores. Die damals errichteten Holzkonstruktionen zur Regulierung des Wasserstands sind nach rund 40 Jahren jedoch teilweise nicht mehr funktionsfähig und müssen erneuert werden.

Auch in diesem Sommer arbeiten Freiwillige deshalb im Moor. Sie verbringen jeweils eine Woche vor Ort und überarbeiten unter körperlich anspruchsvollen Bedingungen die alten Anlagen. Dabei werden die sogenannten Mönche, die zur Regulierung des Wasserstands dienen, entnommen und Wasserabläufe wieder verschlossen.

Ein stabiler Wasserstand ist für die Moorökologie von zentraler Bedeutung. Entwässerte Moore geben den langfristig im Torf gespeicherten Kohlenstoff als Treibhausgase frei. Durch die Wiedervernässung können diese Emissionen reduziert und die Voraussetzungen für eine erneute Kohlenstoffspeicherung geschaffen werden. Gleichzeitig bietet ein intaktes Moor Lebensraum für spezialisierte Arten wie den Rundblättrigen Sonnentau, den Hochmoor-Perlmuttfalter und die Arktische Smaragdlibelle.

Um sich ein Bild von den Arbeiten zu machen, besuchten im August mehrere Mitarbeitende der Brother International GmbH aus Bad Vilbel gemeinsam mit eingeladenen Handelspartnern das Rote Moor im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön. Brother International und die Naturschutzorganisation Artenglück setzen sich gemeinsam für den Schutz von Klima und Biodiversität ein und unterstützen verschiedene Naturschutzprojekte.

„Verantwortung für die Umwelt zu übernehmen, Ressourcen zu schonen und nachhaltiges Handeln sind fest in unserem Unternehmen verankert. Die Renaturierung des Roten Moores ist für uns weit mehr als ein Umweltprojekt. Die Aktion liegt uns wirklich am Herzen, weil wir hier direkt vor Ort einen Beitrag zum Schutz eines einzigartigen Lebensraums leisten können“, erklärt Veronika Holzbauer, Sustainability Development Manager bei Brother International.

Zu den unterstützten Maßnahmen gehört auch die Finanzierung einer Arbeitswoche zur Verschließung der Entwässerungswege im Roten Moor. Betreut wird diese vom Bergwaldprojekt. Lutz Rohland und Anna Buchmann vom Bergwaldprojekt führten die Gruppe bei einer rund dreistündigen Exkursion durch das Moor und erläuterten die laufenden Arbeiten sowie die Besonderheiten und die Bedeutung von Moorlandschaften.

„Es macht einen großen Unterschied, ob man über Moorschutz in einer Präsentation spricht oder selbst im Moor steht und sieht, wie aufwändig die Wiedervernässung tatsächlich ist. Solche Projektbesuche schaffen Transparenz und machen die Sinnhaftigkeit des eigenen Engagements unmittelbar erlebbar“, sagt Lara Boye, Mitgründerin von Artenglück.

In Bereichen, in denen Entwässerungsgräben bereits in den vergangenen Jahren verschlossen wurden, steigt der Wasserstand. Zudem beginnen sich dort wieder moortypische Pflanzengemeinschaften zu entwickeln. Auch in den kommenden Jahren sollen weitere Arbeitswochen stattfinden, um die Renaturierung des Roten Moores fortzusetzen und das empfindliche Ökosystem langfristig zu stabilisieren.