Schon während der Auszählung zeichnete sich ab, wie eng das Rennen zwischen den beiden parteiunabhängigen Bewerbern werden würde. Mit nahezu jedem Teilergebnis wechselte die Führung, wobei die Anspannung im Bürgerhaus Mittelkalbach bei allen Beteiligten sichtlich spürbar gewesen war. Am Ende machten bei den 3203 gültigen Stimmen nur neun Stimmen den entscheidenden Unterschied. Auf Kister entfielen 1606 Stimmen, auf Bagus 1597.
Marcel Kister, der seit 2024 das Amt des Kämmerers der Gemeinde in hat, zeigte sich nach der Bekanntgabe des Ergebnisses sichtlich bewegt: „Dass das Ergebnis dann doch so knapp wird, hätte keiner gedacht.“ Er dankte Bagus für einen „tollen Wahlkampf“, der stets fair gewesen sei. Zugleich dankte der 35-Jährige den Wählerinnen und Wählern für ihr Vertrauen sowie allen Unterstützerinnen und Unterstützern, die ihn durch den Wahlkampf begleitet hatten, darunter auch die CDU-Fraktion: „Der Sieg gebührt auch ein bisschen euch.“ Besonders hob Kister seine Familie hervor, die ihm in der vergangenen Zeit den Rücken gestärkt habe. Auch die Agentur Bensing & Reith, die ihm im Wahlkampf begleitet hatte, bedachte Kister mit seinem Dank: Die Zusammenarbeit sei hervorragend gewesen und habe viel Spaß gemacht. Das Ziel sei es nun, weiterhin viel zu bewegen, eine gute Zusammenarbeit in der Gemeindevertretung und den Gremien zu fördern und dabei alle Fraktionen mitzunehmen.
Für Amtsinhaber Mark Bagus endete damit am 31. Dezember nach sechs Jahren die Zeit als Bürgermeister. Er wirkte gefasst und sagte: „Eine knappe Kiste ist es geworden, das ist Demokratie.“ Besonders freue ihn jedoch die hohe Wahlbeteiligung, welche für eine Bürgermeister-Direktwahl keinesfalls selbstverständlich sei. Bagus dankte allen, die ihm ihre Stimme gegeben und ihn während seiner Amtszeit unterstütz hatten. Auch seiner Familie sprach er einen besonderen Dank aus. Zudem gratulierte er Kister offiziell zum Wahlsieg: „Auf weiterhin gute Zusammenarbeit, wir werden das auch in Zukunft professionell hinbekommen.“
Auch aus der Kommunalpolitik und der Region gab es zahlreiche Glückwünsche an den neuen Bürgermeister und Worte des Dankes an Bagus. Landrat Bernd Woide sprach von einem „Wimpernschlagfinale“ und erklärte: „Das ist Demokratie.“ Er gratulierte Kister herzlich und betonte zugleich die Bedeutung Kalbachs für die Region. Den scheidenden Amtsinhaber würdigte Woide dafür, sich erneut der Wahl der Bürger gestellt zu haben. Frank Röhrig, Vorsitzender der Kalbacher Gemeindevertretung, verwies ebenfalls auf die Bedeutung der Wahlmöglichkeit und hoffte, dass die verbleibende Amtszeit von Bagus gut zu Ende gebracht werde. Auch Landtagsabgeordneter Sebastian Müller dankte dem Amtsinhaber für die „vertraute Zusammenarbeit“ der vergangenen Jahre, freue sich aber gleichzeitig auf das, was für Kalbach mit seiner „Schlüsselrolle in der Region“ komme.
„Es war uns eine Ehre, mit dir sechs Jahre zusammenzuarbeiten“, betonte Heiko Stolz im Namen der Bürgermeisterkreisversammlung. Gleichzeitig wünschte er sich vom zukünftigen Rathauschef „jugendliche Impulse“ als jüngster der Bürgermeister. Auch Eichenzells Bürgermeister Johannes Rothmund gratulierte in seiner Funktion als Vorsitzender des Regionalforums Südwest: „Ihr hattet die letzten sechs Jahre einen guten Bürgermeister und ihr werdet es auch die nächsten sechs Jahre haben.“ Erster Kreisbeigeordneter Frederik Schmitt würdigte die „besondere Leistung für die Demokratie“, welche die beiden Bewerber erbracht hätten. Die hervorragende Wahlbeteiligung stehe dabei positiv für die Auswahl. Jonathan Strott dankte Bagus im Namen der CDU-Fraktion für die Errungenschaft, „Harmonie und Gemeinschaft in die Gemeindevertretung zu bringen“ und freute sich auf gute Zusammenarbeit mit Kister.
