Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling ist auf das Zusammenspiel zweier Partner angewiesen: den Großen Wiesenknopf und die Rote Knotenameise. Seine Eier legt das Weibchen an den Blüten des Großen Wiesenknopfs ab, der auf feuchten Wiesen wächst. Nach dem Schlüpfen fressen die Raupen zunächst an den Blüten. Anschließend nutzen sie eine besondere Strategie: Sie imitieren den Geruch von Ameisenlarven und werden von Roten Knotenameisen in deren Bau getragen. Dort verbringen sie den Winter und entwickeln sich geschützt weiter, bevor sie im folgenden Jahr als Falter schlüpfen.
Diese hochspezialisierte Lebensweise macht die Art zugleich besonders anfällig. Nur wenn Wiesenknopf, Wirtsameisen und passende Lebensraumbedingungen zusammenkommen, kann sich der Falter erfolgreich entwickeln. Zu häufige Mahd, Überweidung, Pestizideinsatz und zunehmende Trockenheit gefährden daher seine Bestände. Die Art wird auf der Roten Liste als gefährdet geführt und ist europaweit geschützt.
Bei der Exkursion der Rhöner Insekten-AG wurden Feuchtwiesen zwischen Unterelsbach und Simonshof untersucht. Aufgrund der anhaltenden Hitze und Trockenheit konnte dabei lediglich ein Exemplar des Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings nachgewiesen werden. Der Fund liefert dennoch wichtige Hinweise zur Entwicklung der Art im außergewöhnlich warmen Jahr 2026.
Neben der Zielart entdeckten die Teilnehmenden weitere bemerkenswerte Insekten, darunter den Trauer-Rosenkäfer (Oxythyrea funesta) und die Sumpfschrecke (Stethophyma grossum). Die gesammelten Daten sollen helfen, die Verbreitung gefährdeter Insektenarten in der Rhön besser zu verstehen und geeignete Schutzmaßnahmen abzuleiten.
Da die Rhön mit ihren zahlreichen Feuchtwiesen einen wichtigen Lebensraum für den Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling bietet, sollen die Kartierungen im kommenden Jahr fortgeführt werden. Die ehrenamtliche Arbeit der Rhöner Insekten-AG leistet damit einen Beitrag zum Schutz der außergewöhnlichen Schmetterlingsart.
