Lokales FD 29.09.2026

Von Eichenzell nach Phuket: Osthesse erfüllt sich Traum vom Business

Eichenzell/Phuket (sim) – Palmen statt Rhön, 30 Grad statt osthessischer Winter und mehr als 8000 Kilometer zwischen Arbeitsplatz und Heimat: Thomas Gärtner hat einen großen Schritt gewagt. Der 35-Jährige ist in Eichenzell aufgewachsen, hat viele Jahre im Raum Fulda gelebt und zuletzt in Künzell gewohnt. Heute verbringt er den Großteil seiner Zeit auf Phuket. Dort hat er sich mit „Phuket Premium Services“ ein eigenes Unternehmen aufgebaut – und sich damit einen Traum erfüllt.

Foto: privat.

„Das ist ein großer Schritt“, sagt Gärtner. Einer, der lange gereift ist. Denn Thailand war für den Eichenzeller schon Jahre zuvor mehr als nur ein Urlaubsziel. 2017 reiste er erstmals nach Phuket. Es folgten viele weitere Aufenthalte, immer mehr Kontakte und schließlich die Idee, sich in dem Land ein eigenes Standbein aufzubauen.

„Ich habe viel in großen Unternehmen in der Region Fulda gearbeitet. Irgendwann will man sein eigenes Ding machen“, erzählt Gärtner. Genau dieser Gedanke wurde irgendwann konkreter. Bei einem seiner Aufenthalte entdeckte er eine freie Geschäftsfläche am OTOP Market in Patong. Gegenüber einer Bar lag das leer stehende Geschäft. Gärtner schaute sich die Möglichkeiten an, informierte sich über die rechtlichen Voraussetzungen und begann, die Idee weiterzuentwickeln. Dann ging es plötzlich schnell. Ausgerechnet an seinem Geburtstag unterschrieb er den Mietvertrag.

Von der ersten Idee bis zur Eröffnung dauerte es nur wenige Monate. Am 20. August 2026 öffnete „Phuket Premium Services“ schließlich seine Türen. Heute gibt es dort nicht nur Informationen zu Ausflügen und Touren, sondern einen festen Ansprechpartner für deutschsprachige Urlauber.

Denn genau das ist Gärtners Idee: Er möchte nicht einfach nur Touren verkaufen. Sein Unternehmen bietet Transfers, Ausflüge und individuell zusammengestellte Erlebnisse an. Gleichzeitig unterstützt das Team Urlauber auch dann, wenn der Urlaub einmal nicht nach Plan läuft – etwa bei einem Unfall, einem Krankenhausaufenthalt oder bei organisatorischen Fragen vor Ort. „Wir wollen nicht einfach Touren verkaufen“, sagt Gärtner. Für ihn geht es darum, Menschen einen Ansprechpartner zu geben, der ihre Sprache spricht, die Region kennt und im Notfall helfen kann. Gerade für deutschsprachige Urlauber sieht er darin ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal.

Dafür braucht es in Thailand vor allem eines: gute Kontakte. Gärtner hat sich in den vergangenen Jahren ein Netzwerk aufgebaut, auf das er heute zurückgreifen kann. Inzwischen arbeiten sechs thailändische Angestellte für sein Unternehmen. Auch die notwendigen Lizenzen und eine Arbeitserlaubnis sind vorhanden. Der Weg dorthin war allerdings alles andere als selbstverständlich. Wer als Ausländer in Thailand ein Unternehmen gründen möchte, muss zahlreiche rechtliche Vorgaben erfüllen. „Die rechtlichen Bestimmungen in Thailand sind sehr streng“, sagt Gärtner. Gleichzeitig funktioniere vieles anders als in Deutschland. Er selbst kann kein Thai lesen und ist deshalb bei vielen offiziellen Angelegenheiten auf Menschen angewiesen, denen er vertraut.

Auch im Geschäftsleben erlebt er deutliche Unterschiede. Während in Deutschland vieles über feste Abläufe, Verträge und Strukturen geregelt werde, seien in Thailand persönliche Beziehungen und Vertrauen besonders wichtig. „Hier geht viel über Beziehung“, beschreibt Gärtner seine Erfahrungen. Das sei nicht immer leicht zu verstehen. Gleichzeitig habe ihn gerade diese Erfahrung geprägt. „Der Rückhalt, wie man hier aufgenommen wird, ist schon sehr stark“, erzählt er. Ohne sein aufgebautes Netzwerk wäre die Firmengründung für ihn deutlich schwieriger gewesen.

Und mitten in diesem neuen beruflichen Leben gibt es noch eine weitere Idee: den Mamuang Smoothie Club. Direkt am Standort können Besucher nicht nur eine Tour buchen, sondern auch einen Smoothie trinken. Mango, Erdbeere, Kokos, Avocado oder Beeren – dazu kommen verschiedene Toppings und ausgefallene Kombinationen. Der Smoothie-Club ist damit ein weiterer Baustein des Konzepts und soll zugleich ein Treffpunkt sein. „Man kann bei uns eine normale Tour buchen, aber auch eine VIP-Tour oder einfach einen Smoothie trinken“, erklärt Gärtner.

Dabei möchte er sich bewusst von klassischen Angeboten abheben. Phuket ist eine der bekanntesten Urlaubsregionen Thailands und entsprechend groß ist das Angebot. Gärtner setzt deshalb auf die Kombination aus Tourismus, persönlicher Betreuung und einem Ansprechpartner vor Ort.

Seit November 2025 verbringt der Eichenzeller mehr Zeit auf Phuket als in Fulda. Trotzdem ist die Verbindung zur Heimat geblieben. Seine Familie lebt weiterhin in der Region, regelmäßig kommt Gärtner zurück. Von einer endgültigen Auswanderung möchte er deshalb auch nicht sprechen. „Thailand ist mein zweites Zuhause geworden. Trotzdem ist Fulda mein Zuhause“, sagt er.

Das klingt nach einem Spagat zwischen zwei Welten. Auf der einen Seite das tropische Phuket mit Palmen, Touristen und einem völlig anderen Alltag. Auf der anderen Seite Eichenzell, Fulda und Künzell – die Orte, an denen Gärtner aufgewachsen ist und zu denen er weiterhin eine enge Verbindung hat. Auch an die Unterschiede im täglichen Leben musste er sich erst gewöhnen. Das Klima, die Mentalität und die Art, wie Geschäfte abgewickelt werden, unterscheiden sich deutlich von Deutschland. „Das ist ein komplett anderes System“, sagt er. Gleichzeitig gewöhne man sich schnell an vieles.

Mit manchen Klischees über Thailand kann Gärtner dagegen wenig anfangen. Sein Alltag habe mit den bekannten Vorstellungen vom Sextourismus nichts zu tun. Er erlebt Thailand vor allem als ein Land mit unterschiedlichen Menschen, Kulturen und Lebensweisen – und als einen Ort, an dem er sich inzwischen zu Hause fühlt. Für die Zukunft hat der Eichenzeller bereits weitere Pläne. Zunächst soll der Standort in Patong wachsen und sich etablieren. Langfristig kann er sich vorstellen, „Phuket Premium Services“ auch in anderen Regionen Thailands anzubieten. Kontakte nach Bangkok, Chiang Mai und Pattaya gibt es bereits.

Doch Gärtner will nichts überstürzen. Erst soll die Basis stimmen, dann kann der nächste Schritt folgen. So liegen zwischen seiner alten und seiner neuen Heimat inzwischen tausende Kilometer. Für Thomas Gärtner sind es trotzdem keine Gegensätze. Eichenzell bleibt der Ort, an dem er aufgewachsen ist und seine Familie lebt. Phuket ist der Ort, an dem er sich inzwischen seinen eigenen Traum aufgebaut hat. Zwei Welten, zwei Zuhause – und ein Osthesse, der dazwischen seinen ganz eigenen Weg gefunden hat.

Thomas Gärtner erfüllt sich Traum in Phuket. Fotos: Privat.