„Ich freue mich sehr, die alten Weggefährten wiederzusehen“, blickt Radic dem Duell am mythischen Fliedener Weiher entgegen – wo er sich selbst nur allzu gut auskennt: Von November 2018 bis Januar 2021 war der 56-Jährige selbst Trainer im Königreich und führte den Verein nach dem Abstieg aus der Hessenliga 2019 im Folgejahr direkt wieder zurück in Hessens Beletage. „Natürlich sind viele mittlerweile woanders untergekommen, aber einige Verbindungen gibt es immer noch. Mit Familie Kullmann, Daniel Reith oder Winfried Happ beispielsweise, man tauscht sich gerne aus. Der Kontakt ist noch da.“ Und auch auf der Fliedener Trainerbank sitzt mit Christian Kreß ein guter Bekannter Radics: Der frühere Innenverteidiger zählte unter Radic zum Stammpersonal – entsprechend gut kennen sich beide. „Er hat lange unter mir gespielt, mal schauen, was das am Samstag wird“, schmunzelt Radic, der bei aller Nostalgie natürlich die drei Punkte mit nach Hause nehmen will: „Ich erwarte ein kampfbetontes Spiel, typisch für die Verbandsliga. Da wird Widerstandsfähigkeit gefragt sein, gerade auf dem kleinen Platz am Weiher. Aber wir wollen diese Intensität mitgehen.“
Personell muss der Viktoria-Coach jedoch auf einige Spieler verzichten: Franz Ruppel und Maximilian Balzer fehlen genauso wie Jan-Niklas Jordan. „Schon gegen Weidenhausen haben mir acht Spieler gefehlt“, hadert Radic: „Das ist nicht gut, aber wir versuchen immer wieder das Beste herauszuholen.“ Sein Debüt nach der Rückkehr aus Steinbach könnte immerhin Can Ay feiern, der beim Trainerteam bereits einen bleibenden Eindruck hinterließ: „Das hat schon sehr gut ausgesehen bis jetzt. Er wird noch sehr, sehr wichtig werden für uns“, betont Radic.
Auch für Fliedens Trainer Christian Kreß ist die Partie ein Wiedersehen mit einem ehemaligen Coach. Kreß spielte einst unter Zlatko Radic und kennt seinen Gegenüber daher bestens. „Ich habe unter Zlatko gespielt, man kennt sich. Das war damals eine doofe Zeit mit Corona. Wir sind mit Zlatko auf- und abgestiegen. Man kennt und schätzt sich“, erinnert sich Kreß. Radic sei zudem bei den ersten Spielen immer wieder am Fliedener Sportplatz gewesen.
Für Kreß ist das Aufeinandertreffen vor allem eines: ein echtes Derby. „Im Derby ist alles möglich. Drei Punkte sind natürlich angepeilt. Ich will das Heimspiel gewinnen.“ Der Rahmen könnte dabei kaum besser sein: In Flieden steht an diesem Wochenende das Weinfest an. „Wir haben Weinfest in Flieden, der Rahmen passt. Wir wollen unseren Teil dazu beitragen, dass es ein positives Fest wird.“ Gleichzeitig hofft Kreß auf einen Befreiungsschlag: „Wir wollen einen Knotenlöser haben und die drei Punkte anpeilen. Mit den bisherigen Unentschieden trittst du auf der Stelle.“
Mit dem bisherigen Saisonverlauf ist der Trainer trotz der noch ausbaufähigen Punktausbeute nicht grundsätzlich unzufrieden. „Wir waren bisher mit jedem Gegner auf Augenhöhe – Weidenhausen vielleicht etwas ausgeklammert. Da hätten wir auch mehr Punkte holen können.“ Am Selbstvertrauen seiner Mannschaft fehle es deshalb nicht: „Selbstbewusstsein ist bei den Jungs eigentlich genug da.“ Gerade Derbys hätten ohnehin ihren besonderen Reiz. „Man kennt sich und schätzt sich. Was gibt es Schöneres, als ein Derby zu gewinnen?“
Personell dürfte sich bei der Buchonia gegenüber den vergangenen Spielen nicht allzu viel verändern. „Es wird sich nicht viel ändern im Kader zu den letzten Spielen. Die alten Lasten sind dabei, sonst passt es aber.“
Für die SG Bad Soden steht am kommenden Samstag (15 Uhr) das dritte Heimspiel in der Fußball-Verbandsliga an, wenn Aufsteiger Tuspo Rengershausen an der Bornwiese gastiert. Die Sprudelkicker um Trainer Sead Mehic wollen an die bisherigen Auftritte vor heimischem Publikum anknüpfen und warten nach dem Sieg beim vormaligen Tabellenführer Vellmar mit Selbstvertrauen auf.
„Beide Teams können und wollen Fußball spielen, gleichzeitig haben aber beide Mannschaften im Sommer ein neues Gesicht bekommen“, betont Mehic. Die Nordhessen haben sich nach dem Aufstieg unter anderem mit Malte Bandowski und dem ehemaligen SGB-Akteur Hüseyin Cakmak verstärkt. Beide stehen bereits bei drei Saisontoren, Cakmak legte zudem drei Treffer auf. Mehic erwartet Rengershausen ähnlich wie Vellmar: „Ein Team, das spielerisch überzeugen will. Aber Tatsache ist: Wir haben Heimspiel und wollen genau da weitermachen, wo wir aufgehört haben.“
Auf der Bornwiese absolvierte Bad Soden bislang zwei Saisonspiele und gewann gegen Schwalmstadt 4:1 sowie gegen den FSV Dörnberg 5:0. Dazu stellt das Mehic-Team gemeinsam mit Tabellenführer Wolfhagen die beste Defensive. „Natürlich funktioniert es bislang gut zuhause, aber wir sind trotz der besten Abwehr noch nicht so sattelfest. Da müssen sich einige Dinge noch einspielen, deswegen ist Vorsicht geboten“, warnt Mehic. Auch Rengershausen sei laut dem Trainer noch nicht ganz im Rhythmus: „Da wird es auf Kleinigkeiten ankommen. Dennoch schauen wir nur auf uns, wir wollen das Spiel gestalten, vollkommen unabhängig davon, auf wen wir treffen.“
Personell könnten die Vorzeichen allerdings besser sein: Keeper Daniel Duschner hat sich einen Meniskusriss zugezogen und wird länger fehlen, Admir Ljutic musste am Dienstag das Training abbrechen und Daniel Molina hat muskuläre Probleme. „Bei Admir und Daniel müssen wir abwarten, aber der Ausfall von ‚Duschi‘ trifft uns ganz schön. Im Tor müssen wir uns etwas einfallen lassen“, sagt Mehic. Gute Nachrichten gibt es dagegen von Mirza Kovac, der zuletzt in Vellmar fehlte und nun zurückerwartet wird. „Aber ich bin mir sicher, dass die, die da sind, alles abrufen werden“, betont Mehic abschließend.
Verbandsliga Nord
Samstag
15 Uhr
SV Steinbach – OSC Vellmar
SG Bad Soden – Tuspo Rengershausen
FC Britannia Eichenzell – FSV Wolfhagen
SV Buchonia Flieden – SG Bronzell
SV Weidenhausen – Tuspo Grebenstein
SG Klei./Hun./Doh. – 1. FC Schwalmstadt
Sonntag
15 Uhr
SG Barockstadt Fulda-Lehnerz II – SG Calden/Meimbressen
TSV 1900 Wabern – Lichtenauer FV
