Fußball 12.09.2026

Verbandsliga – Drei Platzverweise: Eichenzell gewinnt ganz wilden Ritt

Calden (pf) – Der FC Eichenzell scheint sich in der Fremde wohlzufühlen – und holte in der Fußball-Verbandsliga auf beeindruckende Art und Weise den nächsten Dreier: Wie schon in Rengershausen gewann die Britannia am Ende mit 3:2 (0:0), doch wie schon im Heimspiel gegen Wolfhagen war Eichenzell nach wenigen Minuten in Unterzahl. Und mehr noch: Mit 2:0 führte die SG Calden/Meimbressen sogar im zweiten Durchgang, ehe die Grösch-Elf das Comeback startete und zum Auswärtssieg stürmte.

Eric Fröhlich machte den FC Eichenzell froh – 3:2 nach 0:2 siegte sein Team in Calden. Archivfoto: Christine Görlich

Es war nichts für schwache Nerven: Der FC Eichenzell nach knapp zehn Minuten schon in Unterzahl, es drohte ein Deja-Vu vom Wolfhagen-Spiel, als es schon nach sechs Minuten nur noch zehn Mann am Platz waren. Dann eine starke kämpferische Leistung, ein 0:0 zur Pause, ein Nackenschlag direkt nach dem Seitenwechsel. Mit dem 0:2 war es nicht genug: Calden legte das zweite Tor nach, und plötzlich waren die Fesseln gelöst beim Gast.

Spielertrainer Marius Grösch erlebte schon so manches wildes Spiel in seiner Karriere, doch das dürfte sicher weit vorne dabei gewesen sein: „Totale Freude“ verspürte er nach Abpfiff: „Montag haben wir wieder Training, und bis dahin muss man so einen Moment auch einfach mal genießen. Es gab wieder viele Hürden zu überwinden, doch so ein Sieg schweißt am meisten zusammen“.

Strittig war die Auslegung der Notbremse gegen Vadim Schlager, der seinen Gegner zwar am Trikot zupfte, dieser aber auch erst wenige Sekunden später fiel, wie Grösch es gesehen hatte: „Das Foul war klar, aber es stand noch ein Verteidiger auf der Höhe. Das hat natürlich dann das ganze Spiel verändert“. Vielleicht war es aber auch genau dieser Moment, der die Britannia erst so richtig ins Spiel holte. Grösch brachte schnell Marc Götze in die Partie, um die Unterzahl defensiv zu stemmen. Die Gäste agierten dann tieferstehend, verteidigten aber leidenschaftlich und hatten nach vorne ihre Kontermöglichkeiten, wo es schon hätte klingeln können. Auch Standards brachten immer wieder Gefahr für das Caldener Tor.

Nach der Pause folgte dann die kalte Dusche mit dem 0:1 durch Hannes Dittmar, zwölf Minuten später stand es dann 0:2 aus Eichenzeller Sicht und die Messe schien gelesen – für den neutralen Zuschauer. Nicht aber für die Britannia: „Jeder hatte seine Rolle in diesem Moment, jedem war es scheißegal, was vorher war. Und jeder hat Vollgas gegeben“, schwärmte Grösch: „Natürlich gehört dann auch Glück dazu, aber auch ganz viel Qualität. Wir haben die Tore zur richtigen Zeit geschossen und der Glaube war da. Es kam viel zusammen, aber die Stimmung auf dem Feld hat verraten: Wir können das drehen“. Dies wertete Grösch als wichtiges Zeichen, abgesehen von den drei eminent wichtigen Punkten in der unteren Tabellenhälfte. Erst belohnte sich Eric Fröhlich, der bei jedem Standard vorne mit dabei war, dann glich James Sawatzky aus, und letztlich war Fröhlich erneut per Kopf zur Stelle.

Ob die Partie mit elf gegen elf anders verlaufen wäre? Grösch wollte nicht mutmaßen, doch stellte zumindest fest, dass auch die Rote Karte gegen Calden in der Schlussphase dann „konsequent“ vom Schiri war – denn auch diese war strittig. Außerdem sah die SG kurz zuvor noch Gelb-Rot, sodass es am Ende sogar neun gegen zehn waren.

Calden/M.: Jo. Busch; B. Dittmar, Holst, H. Dittmar, Utsch, Weis, Mackewitz, Ja. Busch, Topalovic, Sorger, Peters (Gerdesmeier, Temesghen).

Eichenzell: Mohr; Nitz, Mulaj, Fuchs, Grösch, Sawatzky, Müller, Fröhlich, Heil, Bardhushi, Schlager (Götze, Ludwig, Badji Coly).

Schiedsrichter: Fabian Bechmann (Hebenshausen)

Tore: 1:0 Hannes Dittmar (53.), 2:0 Jason Busch (68.), 2:1 Eric Fröhlich (72.), 2:2 James Sawatzky (76.), 2:3 Eric Fröhlich (85.)

Zuschauer: 100

Rote Karten: Vadim Schlager (Eichenzell, 9.) - Notbremse; Jannis Weis (Calden/M., 87.) - Notbremse

Gelb-Rote Karte: Paolo Topalovic (Calden/M., 85.)