Mit Marius Grösch als Coach der Britannia und Sebastian Sonnenberger als Spielertrainer der Barockstadt-Reserve treffen zwei alte Bekannte aufeinander, die in ihrer Trainerlaufbahn einen ähnlichen Werdegang einschlugen: Sonnenberger wechselte 2021 von der SGB nach Eichenzell und trat dort seine erste Trainerstelle an, Grösch schloss sich im selben Jahr von Carl-Zeiss Jena kommend dem Regionalligisten an – und ging im Sommer den gleichen Weg wie sein Gegenüber fünf Jahre zuvor. Am Sonntag treffen beide im Derby nun erstmals aufeinander. „Natürlich ist das auch für mich etwas Besonderes, wieder auf viele bekannte Gesichter zu treffen – immerhin war ich zwei Jahre lang Trainer in Eichenzell“, betont Sebastian Sonnenberger: „Da gibt es einige Geschichten neben dem Platz.“ In die gleiche Kerbe schlägt auch Marius Grösch vor dem Aufeinandertreffen mit seinem ehemaligen Verein: „Es ist zweifellos eine schöne Sache und mit Sicherheit etwas Besonderes.“
Dennoch soll am Sonntag das Sportliche im Vordergrund stehen, wie sowohl Sonnenberger als auch Grösch betonen: „Es ist ein Derby, das ist gerade was das Prestige angeht nochmal eine andere Sache. Aber wir spielen zuhause und wollen die drei Punkte hier behalten“, kündigt der SGB-Coach an. Vor allem vor heimischem Publikum lief das für die U23 der SGB zuletzt außerordentlich gut: Die letzten drei Heimspiele wurden allesamt gewonnen, darüber hinaus erzielte die Barockstadt-Reserve in diesen drei Spielen sage und schreibe 21 Tore – zuletzt wurde der bemitleidenswerte Lichtenauer FV mit 10:2 nach Hause geschickt. „Wir wollen diese Serie natürlich fortsetzen, wissen aber auch, dass das eine Hausnummer und kein Selbstläufer wird“, betont Sonnenberger: „Die Liga ist sehr eng, und ich glaube wir sind an einem Punkt, wo jeder Sieg schon richtungsweisend sein kann. Deswegen wäre es sehr gut, wenn wir nochmal nachlegen könnten.“
Die letzten Ergebnisse der Fuldaer sind auch im Eichenzeller Lager niemandem verborgen geblieben, wie Marius Grösch sagt: „Das war schon beeindruckend, so ehrlich muss man sein. Es ist ein bisschen typisch für zweite Mannschaften: Wenn es läuft, dann läuft es, dann sind sie nur schwer aufzuhalten.“ Gerade deshalb fordert Grösch im Derby ein erwachsendes Auftreten seines Teams und vor allem gegen den Ball eine disziplinierte Leistung: „Wenn man sich die Ergebnisse anschaut, gilt es für uns erst einmal, ordentlich und kompakt zu stehen. Ansonsten müssen wir aber mit der nötigen Härte und Männlichkeit auftreten, die Grundtugenden auf den Platz bringen.“ Verstecken vor der Offensivpower der SGB-Reserve müsse sich sein Team keineswegs, wie Grösch betont: „Auch wir können Fußballspielen, wir sind stark nach Standards und haben gute Umschaltspieler – daraus gilt es, Kapital zu schlagen.“
Ebenfalls am Sonntag ist die SG Bad Soden im Einsatz: Die Elf von Trainer Sead Mehic reist zum TSV Wabern und will nach durchwachsenden Auftritten in der Fremde die drei Punkte aus Nordhessen entführen. „Ich würde mir wünschen, dass wir jetzt mal eine Serie in die richtige Richtung starten“, hofft Mehic vor der Partie und blickt dabei insbesondere auf den bisherigen Saisonverlauf. „Wir haben nach einem Sieg oft nur Remis gespielt oder verloren. Da müssen wir einfach mal ein bisschen Kontinuität reinbekommen.“ Eklatant ist dabei vor allem der Unterschied mit Blick auf die Heim- und Auswärtsbilanz der Sprudelkicker. Von den bisherigen 16 Punkten holte Bad Soden zwölf zuhause und ließ den Gegnern teilweise nicht den Hauch einer Chance: Am vergangenen Wochenende gelang ein 5:1 gegen Calden/Meimbressen, die Aufsteiger Dörnberg und Schwalmstadt wurden mit 5:0 respektive 4:1 nach Hause geschickt – und auch im Derby gegen den SV Flieden gelang Soden ein souveräner 4:0-Erfolg. Auf gegnerischem Geläuf sieht es dagegen anders aus: Nur einen Sieg konnten Mehic und Co. in der Fremde verbuchen, in der Auswärtstabelle stehen die Sprudelkicker gerade einmal auf dem zwölften Rang – was für den Trainer nur schwer erklärbar ist.
„Die Spielweise ist schon gut, es fehlen auswärts aber bislang einfach die Ergebnisse. Zuhause sind wir vor dem Tor lockerer und konzentrierter in der Defensive, auswärts geht uns das ein bisschen ab“, sucht Mehic nach Gründen für die große Diskrepanz und schiebt nach: „Dazu kommt, dass der Gegner zuhause aus wenig viel macht und wir aus zahlreichen Gelegenheiten zu wenig Ertrag ziehen.“ Beim Gastspiel in Nordhessen soll sich das nun ändern – die Trauben hängen im 127 Kilometer entfernten Wabern jedoch hoch: Der TSV steht auf Platz fünf der Tabelle und ist wie die SG Bad Soden enorm heimstark. Die letzten drei Heimspiele gewann die Mannschaft von Spielertrainer Patrick Herpe mit einem Torverhältnis von 11:1 allesamt, unter anderem wurde die U23 der SG Barockstadt mit 3:1 geschlagen. „Sie sind definitiv im Aufwind“, warnt Mehic daher: „Da kommt eine schwere Aufgabe auf uns zu, das steht außer Frage.“
Bereits am Samstag sind die übrigen drei osthessischen Teams im Einsatz: Die SG Bronnzell will nach der Trennung von Trainer Zlatko Radic die nächsten drei Punkte bei Aufsteiger Tuspo Grebenstein einfahren, der SV Flieden beim 1. FC Schwalmstadt bestehen – und für den SV Steinbach geht es nach dem glanzlosen Einzug ins Kreispokal-Halbfinale unter der Woche (1:0 bei der SG Schlitzerland) bei der SG Calden/Meimbressen weiter. „Mit Blick auf die Tabelle lässt sich langsam ganz gut einschätzen, wer wo steht“, befindet SVS-Coach Petr Paliatka. Die Steinbacher rangieren aktuell auf Platz sechs, haben allerdings nur zwei Punkte Rückstand auf Tabellenführer Rengershausen – und dazu noch eine Partie weniger absolviert. Calden liegt mit zehn Punkten auf Platz 14 auf einem aktuellen Abstiegsplatz. „Wir werden dennoch hart arbeiten müssen, um dort etwas mitzunehmen. Wir müssen wieder alles abrufen – das gilt für jedes Spiel, ob das zuhause gegen Wolfhagen oder auswärts in Calden ist.“
Verbandsliga Nord
Samstag
15 Uhr
Tuspo Grebenstein – SG Bronnzell
SG Calden/Meimbressen – SV Steinbach
15.30 Uhr
FC Schwalmstadt – SV Buchonia Flieden
Sonntag
15 Uhr
Lichtenauer FV – FSV Dörnberg
SG Barockstadt Fulda-Lehnerz II – FC Britannia Eichenzell
TSV 1900 Wabern – SG Bad Soden
FSV Wolfhagen – SG Kleinalmerode/Hundelshausen/Dohrenbach
Tuspo Rengershausen – SV Weidenhausen
