Ganz so einfach wie „17 Cent weniger ab Mitternacht“ ist es allerdings nicht. Die Steuersenkung gilt für Kraftstoff, der ab dem 1. Oktober die Raffinerie beziehungsweise das Tanklager verlässt. Bereits vorhandene Bestände an den Tankstellen können deshalb noch mit dem bisherigen Steuersatz belastet sein. Der Branchenverband „en2x“ hat zwar angekündigt, die Senkung ab Mitternacht vollständig weiterzugeben, einen exakt um 16,7 Cent niedrigeren Preis an jeder Zapfsäule um 0 Uhr garantiert der Staat jedoch nicht. Denn auch Rohölpreis, Beschaffung, Transport und Wettbewerb beeinflussen den Endpreis. Die Regelung gilt vom 1. Oktober bis einschließlich 31. Dezember 2026. Danach gelten wieder die regulären Energiesteuersätze, sofern keine weitere gesetzliche Regelung beschlossen wird.
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die weiterhin geltende 12-Uhr-Regel. Seit April dürfen Tankstellen die Preise für Benzin und Diesel nur einmal am Tag erhöhen – und zwar um 12 Uhr. Preissenkungen sind dagegen jederzeit möglich. Nach bisherigen Auswertungen liegen die Preise insbesondere kurz vor 12 Uhr häufig vergleichsweise niedrig. Wer beim Tanken flexibel ist, sollte deshalb nicht nur auf den Tag, sondern auch auf die Uhrzeit achten.
Das bedeutet allerdings nicht, dass grundsätzlich morgens oder exakt kurz vor 12 Uhr getankt werden muss. Die Preise können sich auch nach der erlaubten Erhöhung wieder nach unten bewegen. Deshalb lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Preise verschiedener Tankstellen in der Umgebung. Entsprechende Preisdaten der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe werden von zahlreichen Apps und Internetangeboten genutzt.
Die Steuersenkung selbst beträgt 14,04 Cent je Liter bei der Energiesteuer. Durch die zusätzlich entfallende Mehrwertsteuer ergibt sich der rechnerische Gesamteffekt von rund 16,7 Cent. Bei 40 Litern wären das etwa 6,68 Euro, bei 50 Litern 8,35 Euro und bei 60 Litern rund 10,02 Euro. Dabei handelt es sich um eine Rechengröße – der tatsächliche Preisvorteil kann je nach Entwicklung der übrigen Kraftstoffpreise geringer ausfallen.
Für Autofahrer heißt das letztlich: Wer ohnehin tanken muss, kann von der Steuersenkung profitieren, sollte aber nicht ausschließlich auf den angekündigten Tankrabatt schauen. Ein Preisvergleich zwischen den Tankstellen kann sich weiterhin lohnen – und wer die Wahl hat, sollte insbesondere die 12-Uhr-Marke im Blick behalten. Denn eine günstige Tankfüllung kann am Ende mehr mit dem richtigen Zeitpunkt als allein mit dem neuen Steuersatz zu tun haben.
