Mit dem September werden die Tage kürzer und die Nächte länger. Am 23. September erreicht die Erde auf ihrer Reise um die Sonne den sogenannten Herbstpunkt. Gegen 1 Uhr nachts sind Tag und Nacht auf unseren Breitengraden annähernd gleich lang. „12 Stunden Tag – 12 Stunden Nacht – so wird der Herbstanfang gemacht“, heißt es passend dazu in einem Reim des Sternenpoeten Roland Müller.
Besonders auffällig ist in diesem Monat die Venus. Kurz nach Sonnenuntergang ist der innere Nachbarplanet der Erde am südwestlichen Himmel zu sehen. Bis zum 19. September erreicht die Venus ihre größte Helligkeit und ist damit besonders auffällig als Abendstern. Danach zieht sie für einige Zeit zwischen Erde und Sonne hindurch und wird erst im November wieder als Morgenstern sichtbar.
Auch der Mond kommt der Venus im September nahe. Nach der Neumondphase gesellt sich am Abend des 14. September eine schmale Mondsichel zur Venus. Am 26. September steht schließlich der Vollmond am Himmel. Er befindet sich dann knapp rechts oberhalb von Saturn. Der historische Name „Erntemond“ für den September geht unter anderem darauf zurück, dass der Vollmond in dieser Jahreszeit traditionell mit der Ernte verbunden wurde. Jupiter und Mars sind dagegen vor allem in den Morgenstunden zu beobachten.
it der früher einsetzenden Dunkelheit wird auch die Milchstraße wieder zu angenehmeren Uhrzeiten sichtbar. Sie zieht sich als silbrig schimmerndes Band von Nordosten nach Südosten über den Himmel. Im Zentrum des Sternbilds Schwan, das wegen seiner markanten Kreuzform leicht zu erkennen ist, liegt der Stern Sadr. Deneb bildet den Schwanz, Albireo den Kopf des Schwans. Daneben sind die Sommersternbilder Leier und Adler zu sehen.
Eine besondere Rolle in der Geschichte der Astronomie spielt der Stern 61 Cygni. An ihm wurde erstmals die Entfernung zu einem Stern bestimmt. Der aus Minden stammende Astronom Friedrich Wilhelm Bessel gelang 1838 die Messung der sogenannten Parallaxe. Dabei beobachtete er die scheinbare Bewegung des Sterns vor dem Hintergrund weiter entfernter Sterne. Damit lieferte Bessel einen wichtigen Beleg für das heliozentrische Weltbild. Unter einem dunklen Himmel ist 61 Cygni sogar mit bloßem Auge zu erkennen.
Auch die verschiedenen Jahreszeiten lassen sich im September am Sternenhimmel beobachten. Die Frühlings- und Sommersternbilder Bootes, Nördliche Krone und Herkules stehen bereits weiter im Westen. Im Osten erscheint mit dem Pegasus-Quadrat das markante Sternbild des Herbstes. Kassiopeia, Perseus und Andromeda steigen im Nordosten auf, während sich bereits die ersten Wintersterne ankündigen. Am südlichen Horizont ist zudem das Sternbild Schütze zu sehen. In dieser Richtung liegt das Zentrum der Milchstraße rund 26.000 Lichtjahre entfernt. Dort befindet sich ein Schwarzes Loch mit einer Masse von rund vier Millionen Sonnen.
Auch der Sternenpark Rhön blickt auf einen ereignisreichen August zurück. Während der Sternenpark-Wochen beteiligten sich zahlreiche Kommunen an der Licht-Aus-Aktion rund um das zweite Augustwochenende. Bereits zum sechsten Mal wurde dabei vielerorts die öffentliche Beleuchtung für ein ganzes Wochenende ausgeschaltet.
Die Organisatoren sehen darin einen Beleg dafür, dass ein bewusster Umgang mit künstlichem Licht unkompliziert möglich ist. Eine spätere oder zeitweise Abschaltung der öffentlichen Beleuchtung könne nicht nur die Lichtverschmutzung reduzieren, sondern auch Energie sparen und nachtaktive Tiere schützen. Ziel des Sternenparks ist es, den Nachthimmel und die natürliche Dunkelheit als Teil der Landschaft zu erhalten.
Der Sternenpark Rhön trägt seit 2014 den Titel „International Dark Sky Reserve“. Die Auszeichnung wurde der Rhön von der International Dark Sky Association verliehen. Mehr als 40 Kommunen in Hessen, Bayern und Thüringen haben sich freiwillig den Beleuchtungsrichtlinien des Sternenparks angeschlossen. Dazu gehören unter anderem eine zielgerichtete Lichtlenkung, warme Lichtfarben mit geringem Blauanteil und eine bedarfsorientierte Beleuchtung. Auch zeitweise Abschaltungen sind möglich.
Neben dem Schutz von Natur und Nachtlandschaft spielt der Sternenpark auch für Tourismus und Umweltbildung eine Rolle. Dazu wurden unter anderem Sternenparkführungen und Himmelsschauplätze entwickelt. Die Auszeichnung wird regelmäßig überprüft.
Wer den Sternenhimmel beobachten möchte, kann dies bereits an den Ortsrändern tun. In Schutzgebieten sollte auf nächtliche Beobachtungen verzichtet werden, um die dort lebenden Tiere nicht zu stören. Weitere Informationen zum Sternenpark, zum Schutz der Nacht und zu Veranstaltungen gibt es beim UNESCO-Biosphärenreservat Rhön.
