„Ich möchte mit dieser Spendenaktion meinem besten Freund und seiner Familie helfen“, schreibt Knöß im Spendenaufruf auf der Plattform GoFundMe. Die Familie sei von dem Brand völlig unerwartet getroffen worden. Zunächst stand eine Scheune in Flammen, anschließend griff das Feuer auf ein angrenzendes Wohnhaus über. Auch das Haus des Großvaters wurde durch den massiven Einsatz von Löschwasser beschädigt. Besonders hart trifft die Situation laut Knöß die Kinder der Familie. „Sie haben innerhalb kürzester Zeit ihr Zuhause, ihre persönlichen Dinge und viele Erinnerungen verloren“, heißt es in ihrem Aufruf.
Über 200 Einsatzkräfte bei Großbrand im Einsatz
Der Brand war am Montagnachmittag gegen 15.45 Uhr in der Stresemannstraße ausgebrochen. Die Feuerwehr wurde mit dem Stichwort „F3“ alarmiert. Nach Angaben von Martin Schlosser, Gemeindebrandinspektor von Mücke, brannten zwei Bereiche einer Scheune. Gleichzeitig bestand die Gefahr, dass die Flammen auf angrenzende Wohnhäuser übergreifen.
Mehr als 200 Einsatzkräfte von Feuerwehr, DRK und THW waren vor Ort. Mit drei Drehleitern aus Mücke, Homberg (Ohm) und Grünberg gelang es den Einsatzkräften, das Feuer unter Kontrolle zu bringen und ein weiteres Wohnhaus vor den Flammen zu bewahren. Das direkt an die Scheune angrenzende Gebäude wurde dagegen schwer beschädigt. Unter anderem musste die Dachhaut geöffnet werden, um mögliche Glut- und Brandnester aufzuspüren. Auch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach musste entfernt werden.
Das Gebäude ist nach Angaben der Polizei derzeit nicht bewohnbar. Zusätzlich erschwerten die trockenen Bäche die Löschwasserversorgung. Tanklöschfahrzeuge aus umliegenden Orten wurden deshalb nach Sellnrod beordert. Für den Einsatz von Atemschutzgeräteträgern wurden zudem Kräfte aus Gießen und Marburg hinzugezogen. Bei dem Brand wurde ein 31-jähriger Mann verletzt. Nach bisherigen Erkenntnissen erlitt er eine Rauchgasintoxikation und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Er hatte laut Feuerwehr versucht, seinen Hund zu retten.
Spenden sollen bei den ersten Schritten helfen
Für die betroffene Familie beginnt nach dem Brand nun die schwierige Zeit der Neuorganisation. „Niemand war auf eine solche Situation vorbereitet“, schreibt Knöß auf der Spendenplattform. Von einem Moment auf den anderen müssten mehrere Familienmitglieder ihr Leben neu organisieren und sich die wichtigsten Dinge wieder anschaffen. Mit der Spendenaktion wolle sie deshalb vor allem in der ersten Zeit helfen. „Für dringend benötigte Kleidung, persönliche Gegenstände, Unterkunft und alles, was nach einem solchen Unglück benötigt wird“, sollen die Spenden eingesetzt werden. Das Ziel der Kampagne lag zunächst bei 12.000 Euro – diese wurden jedoch schnell erreicht: Mit Stand Dienstagnachmittag (16 Uhr) wurden 15.475 Euro gespendet, über 300 Menschen haben sich bereits beteiligt.
Die Brandursache ist unterdessen weiterhin unklar. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Auch die genaue Höhe des Sachschadens steht noch nicht fest; nach ersten Schätzungen liegt dieser im sechsstelligen Bereich. Wer die Familie unterstützen möchte, kann sich an der Spendenaktion auf GoFundMe beteiligen.
