Als erster Tagesordnungspunkt stand das Förderprogramm „Sozialer Zusammenhalt Nordend“ im Rahmen der Vorentwurfsplanung vom Neubau des Stadtteilzentrums Nordend auf der Agenda. Bürgermeister Dag Wehner erinnerte daran, dass Fulda bereits seit 2020 an dem zehnjährigen Projekt beteiligt sei, bei dem das Stadtteilzentrum von Beginn an ein „identifizierendes Programm“ gewesen sei. Nachdem 2021 das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept beschlossen wurde, 2024 das Grundstück erworben wurde und daraufhin europaweit das Bauvorhaben ausgeschrieben wurde, wurde von Frank Volmer, Leiter des Gebäudemanagements, nun der aktuelle Entwurf vorgestellt: Geplant sind rund 1160 Quadratmeter Nutzfläche, welche Büro- und Beratungsräume, Gruppenräume für Vereine und Nachbarschaftsgruppen, ein Saal mit Küche, ein Stadtteilcafé sowie ein Jugendtreff umfassen. Der Bruttorauminhalt wurde gegenüber der früheren Planung um 22 Prozent reduziert, die Kosten werden derzeit auf rund 8,9 Millionen Euro geschätzt, wobei insgesamt 66 Prozent von Bund und Ländern gefördert werden. Rund sechs Millionen seien bereits bewilligt worden. Wehner betonte, die Planung habe sich an den Wünschen, dem tatsächlichen Bedarf sowie den städtischen Standards und Betriebskosten orientiert. „Durch die Förderung ist die Verwirklichung des Projekts möglich, ich kann nur appellieren, auch unter der schwierigen Haushaltslage dem Projekt zuzustimmen“, betonte Wehner. „Das Quartierszentrum wird sich somit mit Leben erfüllen“, ergänzte Volmer. Der Beschluss zur Vorentwurfsplanung fiel einstimmig. Die weitere Planung soll möglichst zeitnah erfolgen, ab 2028 sollen zusätzliche Fördermittel beantragt werden.
Beim zweiten Tagesordnungspunkt ging es um die geplante Obdachlosen- und Notunterkunft in der Steubenallee. Die Stadt will verschiedene bisher über das Stadtgebiet verteilte Unterbringungsangebote zusammenführen. Die bestehenden Unterkünfte in der Agnes-Huenninger-Straße und der Richard-Müller-Straße seien baulich nicht mehr optimal und eine Sanierung nicht zukunftsfähig. Wie Stefan Mölleney vom Amt für Jugend, Familie und Senioren, Stadt Fulda
erklärte, sei das Ziel ein „flexibles Modell“, das sowohl eine Notfallschlafstelle, als auch eine langfristige Unterkunft mit „Auf- und Abstiegsszenario“ bietet. „Wir hoffen, dass durch die höhere Qualität mehr Obdachlose das Angebot wahrnehmen“, so Mölleney. Vorgesehen sind drei Gebäudeteile: Haus A soll eine Notschlafstelle für 17 Personen sowie im Obergeschoss Platz für bis zu 22 Personen für eine Unterbringung von bis zu sechs Monaten bieten. Haus B soll 14 Einheiten für eine längerfristige Unterbringung umfassen, teilweise miteinander verbindbar. Haus C mit fünf Einheiten ist für besonders vulnerable Gruppen vorgesehen. Alle Einheiten sollen weitgehend autark funktionieren und über Küchen verfügen. Wegen des engen Zeitplans setzt die Stadt auf eine Massivholz-Modulbauweise, wodurch das Gebäude innerhalb von sechs bis acht Wochen montiert werden soll. Nach aktuellem Plan soll im Januar 2027 mit den Arbeitern begonnen werden, die Inbetriebnahme ist für September oder Oktober vorgesehen. Der Ausschuss nahm den Sachstandsbericht zur Kenntnis.
Zum Abschluss beschäftigte sich der Ausschuss mit der fachärztlichen Versorgung in Fulda, vor dem Hintergrund eines Antrags der SPD-Fraktion vom Juni. Gemeinsam mit der Hochschule Fulda führt die Stadt derzeit eine Analyse der ärztlichen Versorgung in Fulda durch. Der Untersuchungszeitraum soll bis Februar kommenden Jahres laufen, anschließend sollen die Ergebnisse vorgestellt werden. Hintergrund ist, dass die offiziellen Bedarfsdaten der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) aus der Sicht der Stadt nicht mit der Situation vor Ort übereinstimmen. Wehner verwies darauf, dass die fachärztliche Versorgung ein bundesweites Problem sei. „Wir müssen den Druck und die Patientennöte an die zuständige Stelle weiterzugeben, denn als Stadt selbst haben wir nur begrenzt Einfluss“, appellierte Wehner. Auch dieser Sachstandsbericht wurde anschließend zur Kenntnis genommen.
