Lokales FD 01.09.2026

Schöpfungstag verbindet Natur, Glauben und Verantwortung

Marburg (pm/sim) – Natur erleben, die biologische Vielfalt entdecken und gemeinsam über die Verantwortung des Menschen für die Schöpfung sprechen: Am Freitag, 4. September, findet in Marburg die zentrale bundesweite Feier des 17. Ökumenischen Tags der Schöpfung statt. Unter dem Leitwort „Hast du erkannt, wie weit die Erde ist?“ (Hiob 38,18) lädt die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) gemeinsam mit der ACK Hessen-Rheinhessen, der ACK Marburg und der Philipps-Universität Marburg zu einem abwechslungsreichen Programm ein. Für das Bistum Fulda wirkt Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez beim ökumenischen Gottesdienst mit.

Foto: ACK in Deutschland / Canva (KI-generiert)

Das Programm beginnt um 14 Uhr im Alten Botanischen Garten der Philipps-Universität. Dort können Besucher die Vielfalt der Natur entdecken. Neben einem Informationsstand der ACK und weiteren Aktionen informiert der Marburger Imkerverein über Bienen und Honig. Um 15 Uhr starten zwei thematische Führungen. Eine beschäftigt sich mit dem Heilpflanzenbeet sowie der pharmazeutischen Nutzung von Pflanzen früher und heute. Bei der zweiten Führung stehen besondere Bäume, ihre Herkunft und Nutzung sowie ihre Bedeutung angesichts des Klimawandels im Mittelpunkt. Die Teilnahme ist kostenlos und ohne Anmeldung möglich. Die Zahl der Teilnehmer bei den Führungen ist allerdings begrenzt.

Das Leitwort des diesjährigen Schöpfungstags stammt aus dem Buch Hiob. Es soll daran erinnern, dass die Schöpfung nicht dem Menschen gehört, sondern der Mensch selbst Teil der Natur und mit allem Leben verbunden ist. Damit verbunden sind die Themen Staunen, Dankbarkeit und Verantwortung angesichts der Schönheit, Vielfalt und zugleich Verletzlichkeit der Erde.

Um 17 Uhr kommen Christen verschiedener Konfessionen in der Elisabethkirche zu einem ökumenischen Gottesdienst zusammen. Die Predigt hält Erzpriester Radu Constantin Miron von der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland, ehemaliger Vorsitzender der ACK in Deutschland. Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez wirkt für das Bistum Fulda mit. Der Gottesdienst wird über YouTube live übertragen und in Gebärdensprache übersetzt. Zudem steht vor Ort ein Gottesdienstablauf in Brailleschrift zur Verfügung.

Anschließend geht es um 19 Uhr im katholischen Regionalhaus KA.RE. in der Biegenstraße 18 weiter. Beim moderierten Gespräch „Biodiversität bewahren – Verantwortung des Menschen für die Vielfalt der Schöpfung“ treffen Vertreter aus Politik, Kirche und Wissenschaft aufeinander. Mit dabei sind Marburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies, der Präsident der Philipps-Universität Marburg, Prof. Dr. Thomas Nauss, sowie Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt. Moderiert wird das Gespräch von Matilda Franz vom ökumenischen Netzwerk „Eine Erde“. Im Anschluss lädt die ACK zu ihrem Jahresempfang ein.

Der zentrale Schöpfungstag steht im Zusammenhang mit der ökumenischen Schöpfungszeit, die vom 1. September bis zum 4. Oktober dauert. In diesem Zeitraum greifen Gemeinden, ökumenische Gruppen und christliche Gemeinschaften das gemeinsame Anliegen mit Gottesdiensten, Vorträgen, Workshops und weiteren Aktionen auf. Die Schöpfungszeit beginnt am Dienstag, 1. September, mit dem Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung. Die katholische Kirche verbindet diesen Tag in diesem Jahr auch mit dem Einsatz für Frieden, Versöhnung und eine Erneuerung des Herzens.

Die zentrale bundesweite Feier des Ökumenischen Tags der Schöpfung findet jährlich am ersten Freitag im September statt. Die ACK hatte den Tag 2010 auf dem Zweiten Ökumenischen Kirchentag in München proklamiert. Die Materialien und Anregungen sollen Gemeinden und ökumenische Initiativen dazu ermutigen, die Verantwortung für die Schöpfung auch vor Ort sichtbar und erfahrbar zu machen. Die Wirkung reicht dabei über Deutschland hinaus: Nach Angaben der ACK werden die Materialien in diesem Jahr unter anderem auch in Pakistan genutzt.

Weitere Informationen zum Programm und zum Livestream gibt es auf der Internetseite der ACK.