„Wir kommen nicht gut in die Partie“, bilanzierte Cimen nach dem Spiel ehrlich. Die Frankfurter seien von Beginn an wacher und schneller gewesen. „Wir sind gefühlt nicht so wirklich in die Zweikämpfe gekommen und ich glaube, da haben wir in der ersten halben Stunde Glück gehabt, hier nicht in Rückstand zu geraten.“ Die Gäste erspielten sich in der Anfangsphase mehrere gute Möglichkeiten, konnten diese aber nicht nutzen.
Und so schlug die SGB mit ihrer ersten echten Chance zu. Keanu Kraft flankte an den zweiten Pfosten, dort legte Pomnitz per Kopf zurück und Ali Gün schob in der Mitte zum 1:0 ein (35.). „Dann kommen wir eigentlich mit unserer ersten Chance in Führung“, sagte Cimen. Kurz darauf bot sich sogar die große Gelegenheit zum zweiten Treffer, doch die Barockstadt ließ diese liegen. „Du hast dann verpasst, das 2:0 zu machen.“ So ging die SGB mit einer Führung in die Kabine, die Cimen selbst als etwas glücklich bezeichnete.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild zunächst jedoch komplett. Die SGB kam deutlich besser aus der Kabine und übernahm phasenweise die Kontrolle. Moritz Reinhard scheiterte nach einer Ecke mit einem Kopfball am Frankfurter Keeper Möhler, zudem hatte die Barockstadt weitere gute Möglichkeiten. „Dann war es genau andersrum, das Spiel. Ich glaube, wir müssen in diesen 30 Minuten das 2:0 machen. Wir hatten zweimal die Riesenchance“, ärgerte sich Cimen.
Doch wie schon in den vergangenen Wochen bestrafte sich die SGB für ihre mangelnde Chancenverwertung. Ein langer Ball hebelte die komplette Defensive der Hausherren aus, der eingewechselte Cherif Cisse traf per Kopf zum 1:1 (63.). „In den guten Phasen waren wir da, da war die Leistung gut. Nur in den Phasen, wo wir nicht gut waren, bekommt der Gegner momentan zu viele Möglichkeiten“, erklärte Cimen.
Das Gegentor zeigte Wirkung. Die Barockstadt verlor zunehmend den Zugriff auf die Partie, während Frankfurt wieder stärker wurde. Cimen sieht darin derzeit ein grundsätzliches Problem: „Wir kriegen momentan einfach de facto zu viele Gegentore. Wir haben jetzt nach sechs Spielen elf Gegentore und das ist einfach im Schnitt fast zwei Tore pro Spiel. Das ist dann einfach zu viel.“
Frankfurts Trainer Patrick Glöckner sah seine Mannschaft dagegen über die gesamte Spielzeit als verdienter Sieger. „Ich habe gesehen, dass wir uns in den ersten 25 Minuten viele Torchancen erarbeitet haben. Da musst du eigentlich mit zwei, drei Toren in Führung gehen und kriegst dann aus dem Nichts heraus das 0:1“, sagte Glöckner. Die zweite Halbzeit sei zunächst ausgeglichen gewesen, am Ende habe seine Mannschaft aber die nötige Frische gehabt.
Und tatsächlich setzte Frankfurt in der Schlussphase den entscheidenden Treffer. Wieder kam Cisse zum Abschluss und musste nach einer Hereingabe über die linke Seite nur noch einschieben (87.). Für Cimen war der späte Knockout besonders bitter. „Dass wir das Ding dann komplett verlieren, ist heute brutal ärgerlich und enttäuschend.“
Glöckner durfte dagegen zufrieden sein – auch mit seinen Wechseln. Cisse kam nach der Pause ins Spiel und avancierte mit seinen beiden Treffern zum Matchwinner. „Die Jungs können alle Tore machen. Heute hat der Sheriff zwei gemacht, ist ein bisschen gekitzelt von der Bank gekommen und von daher hat es gepasst“, schmunzelte der Eintracht-Coach.
Für die SGB heißt es nun, die nächste Niederlage schnell aufzuarbeiten. Cimen weiß, woran seine Mannschaft arbeiten muss: „Du kannst in dieser Liga fast 90 Minuten keinen Gegner beherrschen und dominieren, dazu ist die Liga zu ausgeglichen und zu stark. Du musst aus deinen guten Phasen mehr machen und in den Phasen, in denen du leiden musst, konsequent verteidigen.“
Viel Zeit zur Aufarbeitung bleibt den Barockstädtern allerdings nicht. „Wir müssen jetzt daran ansetzen, weniger Torchancen zuzulassen. Dafür haben wir nicht viel Zeit“, sagte Cimen. Am Wochenende soll dann endlich wieder ein Erfolgserlebnis her.
Barockstadt: Horz; Habermehl, Pomnitz, Reinhard (83. Lokaj) , Sarpei, Dittmann (83. Iljazi), Gün (67. Wähling), Hillmann (67. Schmitt), Frey, Elekwa (76. Göbel), Kraft
Frankfurt II: Möhler; Is, Dills, Sonnenwald (63. Cisse), Wünsch (90. Chemwor), Yildirim, Scheller, Osei, Etse, Ochojski, Peter (46. Nana-Sarhene)
Schiedsrichter: Marvin Maier (Windschläg)
Tore: 1:0 Ali Gün (35.), 1:1 Cherif Cisse (63.), 1:2 Cherif Cisse (87.)
Zuschauer: 1700
