So kommt es wenig überraschend, dass der SGB-Coach aktuell Woche für Woche den Finger in die gleiche Wunde legen muss: Die Fuldaer kassieren die Gegentore zu einfach. Das war auch am Samstag auf der Waldau wieder der Fall. Schon gegen Eintracht Frankfurt II gab die SGB das Spiel nach Führung noch aus der Hand, gleiches passierte auch in der baden-württembergischen Landeshauptstadt. Die Parallelen sind dabei fast erschreckend, wie Cimen sagt: „Beide Gegentore zum 1:1 sind fast identisch: Es kommt ein langer Ball hinter die Kette, der unsere komplette Verteidigung aushebelt, der Pass in die Mitte und der Ball liegt im Tor. Das geht zu einfach, die Gegner schaffen es mit relativ einfachen Mitteln, uns Tore einzuschenken.“
Auf der anderen Seite betreiben die Fuldaer einen enormen Aufwand, um selbst zum Torerfolg zu kommen – was in keiner Relation zum Ertrag steht, wie Cimen bedauert: „Wir müssen fast schon perfekt spielen, um selbst die Tore zu erzielen.“ Exemplarisch stehe der Führungstreffer von Emmanuel Elekwa, der auf der Waldau seinen zweiten Treffer im Barockstadt-Dress erzielte und darüber hinaus abermals einen guten Eindruck vermittelte: Keanu Kraft und Roko Ivankovic, der nach seiner Sperre gleich wieder eine treibende Kraft im Spiel der Fuldaer war, trugen einen starken Angriff vor, an dessen Ende Elekwa seine Qualitäten als Stürmer hervorragend einsetzte und die Fuldaer Führung besorgte. „Wenn man dann den Vergleich zieht, wie einfach es unsere Gegner phasenweise haben, das ist schon bitter“, hadert Cimen: „Leider ist das aktuell der kleine Unterschied, der aber eine enorme Tragweite hat. Man sieht, dass die Liga so ausgeglichen ist wie schon lange nicht mehr. Und dann kommt es eben auf Kleinigkeiten an, die den Unterschied machen – wo wir in den entscheidenden Situationen den einen Fehler zu viel machen.“
Der SGB-Coach lässt sich davon jedoch nicht entmutigen – „auch wenn wir den Trend so schnell wie möglich stoppen müssen, und wieder die nötigen Punkte einfahren“, betont Cimen, der dabei auch seine Spieler in die Pflicht nimmt: „Es sind Dinge, die auch etwas mit Entschlossenheit, Willen und vor allem Konzentration zu tun haben. Vielleicht müssen wir den langen Ball früher erkennen, vielleicht müssen wir die Flanke noch irgendwie verhindern und dürfen den Gegner im Zentrum nicht so frei stehen lassen“, bezog sich der 41-Jährige nochmal die Entstehung des Ausgleichs auf der Waldau: „Wir werden es weiter ansprechen, weiter versuchen uns da zu verbessern. Da ist jeder einzelne gefragt“, gibt der Trainer die Marschrichtung vor: „Nur so kommen wir da raus. Und tatsächlich sind das eigentlich auch Sachen, die man relativ einfach abstellen kann. Wir fordern das auch ein, gleichzeitig glauben wir aber an die Spieler. Sie haben bewiesen, dass sie es können. Die Qualität ist da.“
Angesichts des aktuell drittletzten Tabellenplatzes, auf dem sich die SGB befindet, und nach mittlerweile sechs sieglosen Spielen in Serie, müssen die Fuldaer die Fehler schleunigst abstellen – ansonsten droht der Abstand auf die Nichtabstiegsplätze schon früh in der Saison immer größer zu werden. Die Leistungen in den ersten Spielen waren nicht schlecht, allerdings haben die Ergebnisse teilweise auch etwas darüber hinweg getäuscht, dass die Unkonzentriertheiten in der Defensive auch zu Saisonbeginn schon da waren, so Cimen – mit dem Unterschied, dass Gegner wie Trier, Sandhausen oder Ulm nicht immer Profit daraus geschlagen haben. „Mit jetzt drei Niederlagen in Folge ist das natürlich nochmal prekärer, das Thema begleitet uns aber schon länger“, schließt der Barockstadt-Coach: „Wir müssen weiter versuchen, das zu bekämpfen. Natürlich sehen wir auch die positiven Dinge, aber diese Kleinigkeiten kosten uns im Moment wertvolle Punkte. Wir haben uns selbst in diese Situation gebracht, und müssen uns auch selbst wieder da rausziehen.“
