Mit dem deutlichen Erfolg gegen Neu-Ulm war Heck zwar zufrieden, vollständig zufrieden ist ein Trainer allerdings offenbar nie. Besonders in der Defense habe seine Mannschaft einige Dinge nicht so umgesetzt, wie es im Gameplan vorgesehen gewesen sei. In der Offense habe dagegen vor allem in den ersten drei Quartern vieles sehr gut funktioniert. „Das war genauso, wie wir sie eingeschätzt haben“, sagt Heck. Der Gameplan habe sowohl offensiv als auch defensiv gut funktioniert.
Nun richtet sich der Fokus auf Leonberg. Unterschätzen werde man den Gegner keinesfalls. Im Gegenteil: Heck erwartet eine Mannschaft, die vor allem defensiv eine enorme Qualität besitzt. Leonberg habe über die gesamte Saison hinweg durchschnittlich nur neun Punkte pro Spiel zugelassen. In den vergangenen vier Partien kassierten die Alligators dreimal keinen einzigen Punkt und einmal lediglich drei. „Deren Defense ist so das Aushängeschild des Teams“, sagt der Saints-Coach.
Im Vergleich zu Neu-Ulm seien die Rollen damit etwas anders verteilt. Die Neu-Ulmer hätten über eine sehr gute Offense verfügt, die den Saints teilweise Probleme bereitet habe. Leonberg sei offensiv etwas berechenbarer, gleichzeitig aber keinesfalls ungefährlich. Die Alligators hätten in ihrer Division lediglich ein Spiel verloren und seien deshalb ein Gegner, den die Saints sehr ernst nehmen.
Entsprechend intensiv bereiten sich die Fuldaer auf die Partie vor. Schon während der regulären Saison habe die Mannschaft einen hohen Standard bei Training und Videoanalyse gehabt. Jedes Training und jedes Spiel werde aufgezeichnet, anschließend analysiere Heck das Material und erläutere den Spielern, wo Verbesserungsbedarf besteht. Für die Playoffs wurde dieser Aufwand noch einmal erhöht. Eine zusätzliche Trainingseinheit, weitere Videoanalysen und eine spezielle Videosession mit den Importspielern standen auf dem Programm. Auch in dieser Woche gibt es für die Mannschaft nahezu täglich Football-Aufgaben.
„Wir haben nicht nur diese Woche zur Vorbereitung, sondern hatten auch schon ein paar Wochen zurück uns gut vorbereitet“, erklärt Heck. Erste Dinge seien bereits gescoutet worden. Nun gehe es darum, den genauen Gameplan für Samstag weiter herauszuarbeiten. Unter anderem soll Druck auf den gegnerischen Quarterback aufgebaut werden. Offensiv wollen die Saints ihre eigene Identität auf den Platz bringen: schnell spielen und mit explosiven Aktionen Punkte erzielen.
Die Voraussetzungen für die Saints sind dabei besonders. Saisonübergreifend stehen sie bei elf Siegen in Folge. Dass es in dieser Saison so gut läuft, führt Heck allerdings nicht ausschließlich auf eine schwächere Konkurrenz zurück. Marburg und Bad Homburg, die in der vergangenen Saison noch zu den größten Konkurrenten gehörten, hätten damals viermal gegen Fulda gewonnen. „Die waren letztes Jahr beide stärker, aber wir waren auch deutlich schwächer“, sagt Heck. Die Saints hätten sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. Viele Leistungsträger seien geblieben, gleichzeitig sei der Kader verstärkt worden. Ebenfalls haben sich weitere Spieler aus der Region den Saints angeschlossen.
Auch bei den Importspielern habe man in dieser Saison Heck zufolge einen großen Schritt gemacht.. „Wir haben dieses Jahr wirklich bei jedem absolut ins Schwarze getroffen“, sagt der Headcoach. Die Importspieler würden dabei nicht nur auf dem Feld für Qualität sorgen. Sie brächten auch Erfahrung und neue Impulse in die Vorbereitung und würden den übrigen Spielern zusätzliche Möglichkeiten geben, von ihnen zu lernen.
Für die entscheidenden Tage vor dem Spiel hat Heck persönlich vieles abgesagt und seine Zeit weitgehend auf die Saints ausgerichtet. „Ich will nicht zurückgucken und denken: Hättest du mal ein bisschen mehr gemacht“, erklärt er. Auch von seinen Spielern verlangt er in dieser Woche noch einmal alles. Familie, Beruf und andere Verpflichtungen müssten dafür teilweise zurückstehen. „Man muss schon wirklich Sacrifices machen“, sagt Heck.
Das Ziel ist für Heck klar: Ein Punkt mehr als Leonberg reicht. „Zufrieden bin ich, wenn wir am Ende einen Punkt mehr haben als der Gegner diesen Samstag, weil dann sind wir aufgestiegen“, sagt er. Mit einem Aufstieg würden allerdings neue Aufgaben auf die Saints zukommen. In der GFL 2 müssten verschiedene Lizenzbedingungen erfüllt werden. Dafür wäre nach aktuellem Stand das Stadion der Stadt Fulda die einzige geeignete Spielstätte in der Stadt.
Die Saints befinden sich deshalb bereits mit der Stadt im Austausch. Heck berichtet von positiven Gesprächen mit Bürgermeister Dag Wehner, Stadtbaurat Daniel Schreiner sowie weiteren zuständigen Stellen. Sollte der sportliche Aufstieg gelingen, müssten anschließend unter anderem Fragen zur Spielstätte, zu den notwendigen Einrichtungen und zur Finanzierung abschließend geklärt werden.
Doch darüber soll erst nach dem Samstag gesprochen werden. Bis dahin gilt für Heck und seine Mannschaft: volle Konzentration auf Leonberg. Die elf Siege, die starke reguläre Saison und der deutliche Erfolg gegen Neu-Ulm sind für die Saints zwar eine starke Ausgangslage – für den Aufstieg müssen sie nun aber noch das entscheidende Spiel gewinnen.
