Wenn ein Trainer in der Pressekonferenz anfangs über die personelle Lage spricht und ankündigt, „dass leider einiges passiert ist“, lässt das nichts Gutes erahnen: Daniyel Cimen erläuterte am Mittwoch, dass Torwart Maximilian Weisbäcker nach seinem Einsatz in der U23 in der englischen Woche gegen Dörnberg Probleme am Knöchel bekam. „Er hatte es dann im Training probiert, was noch ging, aber Samstag waren die Schmerzen leider zu groß“, so Cimen. Der Keeper fehlte daher beim 2:3 gegen Freiburg II, eine Schwellug war entstanden. An eine Szene, in der die Verletzung entstanden war, könne sich der Schlussmann jedoch nicht erinnern. Daher sind weitere Untersuchungen geplant, ein MRT müsse womöglich auch gemacht werden. In jedem Fall wird Weisbäcker den Rest der Woche aussetzen.
Sebastian Schmitt musste derweil kurz nach seinem Doppelpack gegen die Breisgauer ausgewechselt werden, er war „auf dem Fuß eines Gegners ganz blöd umgeknickt“, schilderte Cimen. Schmitt habe kaum auftreten können, die Schmerzen hätten sich bis heute gebessert, doch die SGB möchte bei ihm weiterhin abwarten. Doch es kam noch dicker: Am Montag im Training kam Tobias Göbel als Sorgenkind hinzu, er war nach einem Eins-gegen-eins-Duell ohne gegnerische Einwirkung in einen Sprint gegangen, und habe sich beim Abstoppen das Knie verdreht. Immerhin: Die Schubladen-Tests der Physios hätten nichts am Kreuzband erkennen lassen, doch „mit großer Wahrscheinlichkeit“ habe der Meniskus etwas abbekommen, bedauerte der Trainer: „Da müssen wir leider auch das MRT abwarten“. Göbel hat eine Vorgeschichte, was das Knie angeht, umso bitterer sei nun der Ausfall.
Doch so oder so: Die SG Barockstadt will und muss den Negativlauf stoppen, und Trainer Daniyel Cimen versucht aktuell auch, etwas Verständnis für die Unruhe rundherum aufzubringen – diese aber nicht an die Mannschaft heranzulassen: „Wir hinterfragen uns natürlich, nicht nur bei Niederlagen. Momentan werden wir extrem für manche Dinge in den Spielen extrem bestraft und auch kritisiert, zurecht. Das müssen wir annehmen, damit umgehen und weitermachen – auch wenn es sich platt anhört“. In der Trainingswoche nehme er die Mannschaft fokussiert war: „Man merkt natürlich, dass die Situation etwas auslöst. Es sind viele Gespräche geführt worden, auch einzeln. Aber die Jungs trainieren intensiv und gut, es ist eine gesunde Aggressivität drin“. Natürlich seien Mannschaft und Trainer aber auch unzufrieden mit der Lage, wie sie ist. „Das ist auch gut so – es zeigt, dass sich das Team mit der Situation auseinandersetzt“.
Die SGB wisse, woran es hapert. „Es fehlt nicht viel – aber es fehlt leider immer mal wieder etwas“, so Cimen, der zugibt, auch ab und an „genervt“ zu sein, dass es in den vergangenen Wochen nicht mal Unentschieden zu verbuchen gab. „Das ist eine menschliche Reaktion. Aber auch die Mannschaft lechzt nach einem Erfolgserlebnis. Wir wollen den Mut und Glauben behalten, gleichzeitig müssen wir aber unsere Fehler weiter minimieren“. Auch im Trainingsbetrieb haben die Fuldaer „das eine oder andere verändert, um ein andere Mindset für gewisse Situationen zu entwickeln“, lässt Cimen durchblicken.
Mit dem Aufsteiger aus Mannheim wartet indes ein Gegner, der aktuell das schafft, was die SGB nicht schafft – und so dasteht, wie die Fuldaer selbst in den Vorjahren oft: Zwar holte der VfR erst zwei Siege aus acht Spielen, doch verlor auch erst ein einziges Mal – macht folglich fünf Unentschieden dazu. „Eine gute Truppe mit einer erfahrenen Achse“, so Cimen: „Wenn sie die Spiele nicht ziehen, kriegen sie es aber hin, dass sie zumindest nicht verlieren. Das muss man neidlos anerkennen, und uns gelingt das im Moment nicht“. Für Cimen sei Mannheim auch „kein normaler Aufsteiger“, schließlich spielt höherklassige Erfahrung mit: Ex-Bundesliga-Profi Alexander Esswein (196 Erstliga-Spiele) kickt beim VfR, ebenso wie Lukas Rupp (137 mal Bundesliga, 31 mal Premier League für Norwich). Im selben Atemzug nennt Cimen auch Mart Ristl, der immerhin Bundesliga-Kurzeinsätze für den VfB Stuttgart sammelte, und Mehdi Hetemaj, der in seiner Heimat Österreich auf Zweitliga-Ebene unterwegs war.
Natürlich berichtet Osthessen-Zeitung auch am Samstag wieder vom Auswärtsspiel der SG Barockstadt. Der Liveticker wird gegen 13.45 Uhr starten. Gestreamt wird das Spiel wie gewohnt bei Leagues.
