Im Mittelpunkt des Tages stand die Frage: Wie können Unternehmen in der Region Fulda unter den Bedingungen durch die Energiewende wettbewerbsfähig und zugleich sozial wie ökologisch nachhaltig wirtschaften? Die Energiewende stelle die Gesellschaft vor Herausforderungen, Lieferketten seien unsicher und Fachkräfte schwer zu finden. „Aufgrund hoher Energiepreise werden Unternehmen weniger in Nachhaltigkeit investieren und verlagern Produktionen ins Ausland“, sagte Michael Konow, Hauptgeschäftsführer der IHK Fulda.
„In schlechten Zeiten stellen Firmen die Nachhaltigkeit zurück“, so Prof. Dr. Angelika Sawczyn-Müller, Mitglied der FU^3-Zentrumsleitung und Organisatorin. „Wie schaffen wir es, mit schweren Rahmenbedingungen erfolgreich zu sein?“, fragte sie. Das FU^3 wolle wissenschaftliche Expertise mit der Praxis verbinden. Dabei gehe es auch darum, konkrete Lösungsansätze zu finden. „Ich finde es toll, dass wir in einer Runde zusammengekommen sind, wo wir untereinander profitieren können“, so der Präsident der Hochschule Fulda Prof. Dr. Karim Khakzar.
Ziel sei es, ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum in Hessen zu ermöglichen und das Thema Nachhaltigkeit weiter in die Gesellschaft zu tragen. „Schön, wenn wir über Nachhaltigkeit sprechen, aber das muss in der Praxis auch umgesetzt werden“, so Michael Ruhl, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Landschaft und Umwelt. An die Studierenden wurde appelliert, dass sie innovativ und um die Ecke denken sollen. „Es gibt nicht den einen richtigen Weg, weshalb Fehler in Ordnung sind“, betonte Ruhl.
Miriam Gogel, Customer Success Lead Sustainable Supply Chain, stellte die Verso GmbH vor, ein Softwareunternehmen, das Firmen dabei unterstützt, Themen der Nachhaltigkeit umzusetzen. Besonders wichtig für eine transparente Lieferkette seien drei Schritte: der Datenimport und Aufbereitung, Risikoanalyse und Kollaboration sowie Maßnahmen und Monitoring. „Mit KI bekommen wir die Chance, mehr zu erreichen, als mit den bisherigen personellen Ressourcen“, so Gogel. Sie erklärte, dass AI-basierte Alerts Lieferketten laufend erkennen und Naturkatastrophen melden sowie kritische Standorte und Rohstoffquellen überwacht werden können.
Im weiteren Tagesprogramm standen Vorträge über die Menschenrechte als Schlüssel zu den SDGs, Nachhaltigkeit und Führung oder unter anderem nachhaltige Ernährung junger Erwachsener in Deutschland: Lebensmitteleinkauf und Ernährungsgewohnheit.
Wissenschaftler lieferten Erkenntnisse aus der Forschung. Mit dabei waren auch Studierende der Hochschule Fulda. Beteiligte Unternehmen waren Strauss Deutschland, Amazon Logistik GmbH, Rhönsprudel GmbH, Planoris Eurotreu AG, ZKW Otterbein, KSE Energietechnik GmbH, RhönEnergie Fulda GmbH, Schott AG, Raiffeisenbank im Fuldaer Land eG, ENSO eCommerce GmbH. Die Redner standen im Austausch mit dem Publikum, zwischendurch fanden Umfragen statt, wie beispielsweise zur Bedeutung der 17 SDG (globale Nachhaltigkeitsziele) in der Region Fulda.
