In seiner Festrede würdigte Staatsminister Timon Gremmels vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur erneut das Engagement für die staatlichen Kulturorte. Diese zeigten, wie lebendig und abwechslungsreich Geschichte, Kultur und Denkmalpflege in Hessen bewahrt und vermittelt werden können.
Auch für den Förderverein Point Alpha hat die Auszeichnung eine besondere Bedeutung. „Die Verleihung des Hessischen Denkmalschutzpreises war und ist eine enorme Wertschätzung und Lob für alle, die sich für die Gedenkstätte Point Alpha an der ehemaligen innerdeutschen Grenze zwischen Rasdorf und Geisa ehrenamtlich engagieren und zugleich Motivation, nicht nachzulassen“, betonten Berthold Jost und Diana Henning, die den Vorstand und die rund 300 Mitglieder des Fördervereins in Marburg vertraten.
Der historische Lernort stehe für den Erhalt eines wichtigen Stücks deutscher Geschichte und deren Vermittlung. „Denn am Beispiel unserer Gedenkstätte gilt: Die Vergangenheit wirkt auch in die Zukunft, für die Bewahrung von Demokratie und Frieden in Freiheit“, erklärten Jost und Henning.
Bei den Redebeiträgen der Denkmal-Experten wurde deutlich, wie viel Engagement nötig ist, um historische Objekte zu erhalten und wieder instand zu setzen. Neben Hingabe, Herz, Mut und einem langen Atem brauche es dafür manchmal auch eine Portion Verrücktheit und die notwendigen finanziellen Mittel.
Dass der Förderverein Point Alpha im Ehrenamt Besonderes leistet, war bereits bei der Verleihung des Ehrenamtspreises in der hessischen Denkmalpflege vor zwei Jahren hervorgehoben worden. Prof. Dr. Harzetter vom Landesamt für Denkmalpflege bescheinigte dem Verein damals einen überdurchschnittlichen Einsatz für das bessere Verständnis und den Erhalt des Zeitzeugnisses.
Dabei stand die Zukunft von Point Alpha einst auf der Kippe. Der Geschichts- und Lernort sollte ursprünglich abgerissen und renaturiert werden. Breites bürgerschaftliches Engagement auf thüringischer und hessischer Seite verhinderte dies. Über die ehemalige Grenze hinweg wurde das Gelände auf Initiative verschiedener Gruppen unter Denkmalschutz gestellt. Anschließend wurden die Gebäude saniert, zwei Mahnmale errichtet sowie museale Ausstellungen erarbeitet und um historische Objekte ergänzt.
Der Förderverein mit seinen ehrenamtlich Engagierten ist heute in vielerlei Hinsicht eine wichtige Stütze für die Arbeit der Point Alpha Stiftung. Bei der Jubiläumsfeier wurde das Engagement des Vereins in einer kleinen Ausstellung mit Texten und Bildern noch einmal sichtbar gemacht.
Seit 1986 würdigt der Hessische Denkmalschutzpreis Privatpersonen und Organisationen, die sich mit individuellen Lösungen, handwerklich-technischem Können und besonderem Einsatz für die Instandsetzung oder Erforschung von Denkmälern einsetzen. Insgesamt wurden bislang 280 Projekte ausgezeichnet. Gestiftet wird der Preis vom Land Hessen, dem Landesamt für Denkmalpflege Hessen und der Lotto Hessen GmbH.
Lotto-Geschäftsführer Martin Bloch verwies bei der Jubiläumsfeier auf die Bedeutung der Lotterieerlöse für den Denkmalschutz. Seit Einführung der Rubbellose flössen die Erlöse aus dem Gewinnspiel direkt in den Denkmalschutz. Auf diesem Weg seien inzwischen 117 Millionen Euro in historische Projekte investiert worden.
Zum 40-jährigen Bestehen wurde den Gästen ein abwechslungsreiches Programm geboten. Neben Talkrunden, Musik und Ausstellungen standen ein Improvisationstheater, die Verleihung der Trophäen an die Preisträger 2026 sowie der Austausch unter den Gästen auf dem Programm. Moderiert wurde die Jubiläumsveranstaltung von hr-Radiomoderatorin Marion Kuchenny.
