Beim Turnier in Bad Ems traten in der Gewichtsklasse bis 66 Kilogramm acht Kämpfer an. Bereits zum Auftakt kam es zu einem Duell auf hohem Niveau: Krüger, der in der 2. Bundesliga für die TG Schwalbach kämpft, traf auf Luca Schaff vom TSV Bayer 04 Leverkusen, der ebenfalls in der Bundesliga aktiv ist.
Lange konnte sich keiner der beiden Kämpfer entscheidend durchsetzen. Erst rund 30 Sekunden vor dem Ende erhielt Schaff für eine Aktion eine Yuko-Wertung. Nach Wiederaufnahme des Kampfes reagierte Krüger sofort und konterte mit Seoi-otoshi, wofür auch er einen Yuko zugesprochen bekam. Damit ging der Kampf in den „Golden Score“.
Auch dort blieb das Duell zunächst ausgeglichen. Nach insgesamt rund acht Minuten Kampfzeit gelang Krüger schließlich die Entscheidung: Mit einer Abtauchtechnik, einem modernen Kata-guruma, brachte er seinen Gegner zu Boden und erhielt dafür die entscheidende Yuko-Wertung.
Nach hartem Auftakt ins Finale
Im zweiten Kampf wartete mit Marco Antonio Rodrigues Almeida ein weiterer internationaler Gegner aus Luxemburg. Die lange Auseinandersetzung zum Auftakt machte sich bei Krüger zunächst bemerkbar. Er konzentrierte sich in der Anfangsphase vor allem auf die Verteidigung. Nach rund zwei Minuten gelang ihm schließlich ein Tai-otoshi, der mit Waza-ari bewertet wurde.
Allerdings hatte Krüger zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Shido, also Bestrafungen, erhalten. Entsprechend konzentriert musste er den Vorsprung über die verbleibende Kampfzeit bringen. Das gelang ihm.
Direkt nach dem Kampf verließ der Fuldaer die Halle, um sich an der frischen Luft zu erholen und Kräfte für das Finale zu sammeln. Währenddessen kam es nach Angaben des 1. Fuldaer Judo Clubs zu einer Auseinandersetzung zwischen der luxemburgischen Delegation und dem Fuldaer Betreuer. Auslöser waren demnach Äußerungen über Krügers sportliche Qualität beziehungsweise seinen Schwarzgurt, nachdem der luxemburgische Gegner selbst einen orangefarbenen Gürtel trug.
Diskussion um Kampfrichterentscheidung
Im Finale traf Krüger auf den Luxemburger Timothie Germini, ebenfalls Träger des schwarzen Gürtels. Germini begann offensiv und versuchte, den Fuldaer früh unter Druck zu setzen. Krüger verteidigte die Angriffe jedoch sicher.
Nach 35 Sekunden setzte der Fuldaer seine Spezialtechnik an. Die Kampfrichterin bewertete die Aktion zunächst mit Waza-ari. Die Kampfrichter an den Videobildschirmen korrigierten die Entscheidung anschließend auf Yuko.
Der Kampf blieb umkämpft. Bei einer weiteren Aktion nach rund eineinhalb Minuten konterte Krüger einen Angriff seines Gegners und brachte ihn mit Sumi-otoshi auf den Rücken. Die Kampfrichterin ließ die Aktion zunächst weiterlaufen und setzte den Bodenkampf fort. Der Fuldaer Betreuer reklamierte die Entscheidung, woraufhin die Aktion von den Kampfrichtern am Bildschirm überprüft wurde.
Nach Angaben des Vereins kam es dabei zu einer ungewöhnlichen Situation: Die Tischbesetzung für Zeitnahme und Listenführung äußerte sich über die Lautsprecher zu der strittigen Aktion. Während die Überprüfung lief, geriet Krüger am Boden in eine Würgetechnik, aus der er sich noch befreien konnte. Erst anschließend wurde der Kampf unterbrochen.
Die Kampfrichterin erhielt schließlich die Information, dass Krügers Aktion als Ippon zu werten sei. Damit war der Kampf beendet und der Turniersieg für den Fuldaer perfekt.
Krüger durfte sich über den Pokal und seine erste Goldmedaille des Wochenendes freuen.
Trotz Nackenschmerzen zum zweiten Turniersieg
Viel Zeit zur Erholung blieb allerdings nicht. Bereits am Sonntag stand das 26. Garbsener Teufel-Turnier auf dem Programm. Dort wurde in einem gewichtsnahen Pool von 65 bis 66,9 Kilogramm im Modus „Jeder gegen jeden“ gekämpft. Fünf Athleten gingen an den Start.
Trotz Nackenschmerzen als Folge des intensiven Wettkampftages in Bad Ems erwischte Krüger einen starken Tag. Zum Auftakt traf er auf Yurri Rudenko vom Garbsener SC. Nach rund eineinhalb Minuten brachte Krüger den Gegner mit Seoi-otoshi zu Boden und sicherte sich den ersten vorzeitigen Sieg.
Anschließend ging es gegen Leon Bohnenkamp von der JG Uelzen. Auch hier dauerte der Kampf knapp zwei Minuten, ehe Krüger mit einem Kragenwürger für die Entscheidung sorgte.
Im dritten Duell wartete mit Jamian Bozic aus Holle der bis dahin ebenfalls ungeschlagene Kämpfer. Weil Bozic seine beiden ersten Begegnungen gewonnen hatte, hatte das Duell bereits vorentscheidenden Charakter. Krüger ließ jedoch keinen Zweifel aufkommen und setzte nach 55 Sekunden erneut seinen Seoi-otoshi erfolgreich an. Damit stand der Turniersieg bereits vorzeitig fest.
Doch auch den letzten Kampf wollte der Fuldaer gewinnen. Gegen Noah Wölkner vom JC Weyhe gelang ihm zunächst nach 40 Sekunden eine Waza-ari-Wertung für Tai-otoshi. Weitere 40 Sekunden später folgte mit O-soto-otoshi der entscheidende Ippon.
Damit gewann Krüger alle vier Kämpfe vorzeitig mit Ippon. Zudem blieb er beim zweiten Turnier ohne eine einzige Shido-Bestrafung. Nach zwei intensiven Wettkampftagen standen damit zwei Turniersiege, zwei Goldmedaillen und ein Pokal zu Buche.
